Excuse me Moses aus Österreich

Seit Jahren machen die vier Burschen unter dem Namen Funkalicious Musik. Jetzt päsentieren sie das Debütalbum ihrer neuen Band Excuse me Moses und haben bereits den 3. Platz beim Ö3 Soudcheck gewonnen.

Dass neue Musik aus Österreich nicht weichgespült sein muss, sondern durchaus auch harte Rockgitarren aufweisen und dennoch Radio-tauglich sein kann, zeigt Excuse Me Moses: Die vier Burschen wurden beim Ö3-Soundcheck Dritter und veröffentlichen nun ihr erstes Album, “1st Last Will” (Universal). Dass sie sich mit Hitproduzent Alexander Kahr und dem Schritt zu Ö3 nicht von ihren Alternative-Wurzeln entfernt haben, zeigt das Album selbst. Auch die Band meint im Gespräch mit der APA: „Wir versuchen nicht jetzt plötzlich, eine gefällige Popband zu sein. Wir bleiben uns treu.”

Die neue CD, die heute, Dienstag, Abend in Wien präsentiert wird, ist das Debüt der Band. Doch es ist nicht das erste: Die Musiker spielen schon seit Jahren unter einem anderen Namen – Funkalicious – zusammen. Jetzt jedoch haben sie den Schritt auf ein Major Label geschafft und dabei gleich einen neuen Namen gewählt – die Band hat einen „Reboot” unternommen, sagen die Musiker in ihrem Proberaum am Wiener Südbahnhof. „Also ist es eigentlich schon ein Debütalbum. Es hat sich sehr viel geändert.”

Der ungewöhnliche Name gibt seinen Sinn auf Wienerisch übersetzt leichter preis: „Das heißt so viel wie ’Tschuldige, Moses’”, sagt der Sänger Paukee, und richte sich gegen jede Art von gesellschaftlichen Geboten, die die Menschen unhinterfragt befolgen.

Mit dem Schritt zum Ö3-Soundcheck seien sie „nur vermeintlich weit weg vom vorherigen Zielpublikum”: Eine „Alternativ-Szene gibt es in Österreich gar nicht, jede Band spielt und will was weiterbringen”, sagt Paukee. „Seit dem Beginn im Jahr 2000 haben wir immer Songs gehabt, die melodiös, ruhiger waren. Nur waren die nie so produziert, dass man sie im Radio spielen kann. Da gibt es Spielregeln, an die muss man sich halten. Das ist uns jetzt erstmals gelungen.”

Eine der Möglichkeiten für den Schritt in Richtung Erfolg für Excuse Me Moses war der Ö3-Soundcheck. „Uns war klar, dass wir – wenn es blöd läuft – als Ö3-Leiche enden. Das haben wir versucht zu umschiffen.” Dass sie mit ihrer handgemachten, auch mal ins Kompliziertere gehenden Musik anders klingen als das meiste dessen, was derzeit als neue Österreicher verkauft wird, kommentieren die Burschen so: „Es gibt einen großen Raum zwischen Luttenberger *Klug und Wipe Out. Irgendwo in dem Raum sind auch wir”. Musikalisch machen sie „eindeutig Rock”, haben aber dennoch ein „ziemlich breites Spektrum. Denn wir haben kein Mastermind, der die Songs schreibt, sondern die Musik kommt von allen vier Bandmitgliedern gemeinsam.”

Dennoch habe man schon „Angst gehabt, dass wir die Fanbase verlieren”, gestehen die Musiker. Doch „jetzt haben wir zehn Mal so viele Zugriffe auf die Homepage”. Bevor sie sich für den Ö3-Bandbewerb angemeldet haben, haben wir „eine Zehntelsekunde überlegt, machen wir Deutsch? Mittlerweile sind wir heilfroh, dass wir eine englischsprachige Band geblieben sind. Es ist fast schon unnatürlich, dass du eine Rockband hörst, die Englisch singt.”

Das Musikerdasein ist aber auch mit der ersten Major-Release nicht einfach: „Wir können nicht annähernd von Musik leben, das ist ohne Job nicht finanzierbar”, so Paukee. „Man muss ein bisschen verrückt sein.” Hoffnung gibt eine mögliche internationale Release des Albums. „Mit uns hat Universal einen Rock-Act, den man auch international spielen kann, ohne dass es peinlich ist.” Angedacht sei eine Veröffentlichung in Deutschland – „aber das geht nur, wenn man in Österreich Gold hat. Das Problem ist, dass man auch in Österreich erst respektiert wird, wenn man in Deutschland Erfolg hat. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.”

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