Ex-Premier: Vorwürfe Serbiens "lächerlich"

Der am Donnerstagabend aus einem bulgarischen Gefängnis freigelassene frühere kosovarische Premier Agim Ceku hat am Freitag die Kriegsverbrechenvorwürfe als "lächerlich" bezeichnet, welche die serbische Justiz gegen ihn erhoben hatte.
Ceku war am Dienstagabend am Grenzübergang zu Mazedonien auf Grund eines von Interpol vermittelten serbischen Haftbefehls festgenommen worden.

Das im Fall des kosovarischen Ex-Premiers zuständige Gericht in Kjustendil hat am Donnerstag seine Freilassung angeordnet. Für den kosovarischen TV-Sender RTK sagte Ceku, der sich noch in Bulgarien aufhält, wo er den Ablauf der dreitägigen Berufungsfrist abwarten soll, dass Serbien die Interpol “mit erfundenen und unwahren Angaben” über seine vermeintlichen Kriegsverbrechen belogen habe. Auch habe er in Bulgarien zum ersten Mal die Gelegenheit bekommen, die vor Jahren gegen ihn vor dem Gericht im südserbischen Nis erhobene Anklage zu sehen.

Die serbische Justiz wirft dem einstigen Befehlshaber der “Befreiungsarmee des Kosovo” (UCK) wegen seines einstigen Postens die Verantwortung für die Ermordung von 669 Serben und 18 anderen Nicht-Albanern während des Konfliktes in der damaligen südserbischen Provinz Kosovo in den Jahren 1998/99 vor.

Enttäuschung über die Entscheidung des bulgarischen Gerichtes bekundete unterdessen in Belgrad auch Serbiens Präsident Boris Tadic. Sie würde nicht zu den besten Beziehungen zwischen den zwei Staaten beitragen. Von Serbien würden die Prinzipien des Völkerrechtes und seine internationalen Verpflichtungen eingehalten, wenn es um die Zusammenarbeit zwischen den Interpol-Mitgliedstaaten gehe, stellte Tadic fest.

Aufgrund des serbischen Haftbefehls war Ceku schon 2003 in Slowenien und 2004 in Ungarn festgenommen worden. Im Mai dieses Jahres wurde er aus demselben Grund in Kolumbien des Landes verwiesen.

  • VIENNA.AT
  • Moj Bec News
  • Ex-Premier: Vorwürfe Serbiens "lächerlich"
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen