Ex-General warnt EU vor Balkan-Mafia

Die Europäische Union könnte zum Opfer der Balkan-Mafia werden, warnt Blagoje Grahovac, Ex-General und ein Berater des montenegrinischen Parlamentspräsidenten Ranko Krivokapic.

“Sie ist in der Staatspolitik auf dem Balkan stark positioniert, hat eine starke Stütze in Institutionen der regionalen und internationalen Politik. Das Netz der Organisierten Kriminalität hat sich bis zu einem undenkbaren Ausmaß gefestigt”, warnt

Der ehemalige jugoslawische General ist laut heutigen Medienberichten überzeugt, dass die Mafia ein Netz gebildet habe, welches die politischen Prozesse im Westbalkan entscheidend beeinflusst. Die Europäische Union müsste seiner Ansicht nach daher auf der Lustration der Parteien und Politiker ausharren, die während der Balkan-Kriege der 90er Jahre an der Macht waren.

Grahovac hatte seinen Standpunkt bei einem Treffen in Podgorica zum Thema Europäische Union und NATO-Allianz unter dem Hinweis präsentiert, dass es sich um seine persönliche Meinung handeln würde. Die Lustration wäre seiner Ansicht nach bei “den wichtigsten politischen Akteuren” im Westbalkan notwendig: Der kroatischen HDZ, der muslimischen (bosniakischen) SDA, der montenegrinischen Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS), aber auch der Sozialistischen Partei Serbiens (SPS), die vor einigen Monaten als mitregierende Partei in Belgrad an die Macht zurückgekehrt ist.

Grahovac, der vor acht Jahren auch ein Militärberater des damaligen montenegrinischen Präsidenten, des aktuellen Premiers Milo Djukanovic, war, ist als lauter Kritiker der Verhältnisse in seiner Heimat bekannt. “Im Staat (Montenegro), in welchem seit zwei Jahrzehnten praktisch ein Einparteisystem herrscht und die Korruption von einem unzulässig hohen Bürgeranteil als eine zulässige gesellschaftliche Erscheinung betrachtet wird, hat sich die politische Elite oder ein Teil davon das Recht genommen, allen anderen die Lektionen aus der Demokratie zu erteilen”, meint der Berater von Krivokapic, des Chefs der kleinen mitregierenden Sozialdemokratischen Partei (SDP).

Grahovac sorgte vor zwei Jahren für Aufsehen, als er den montenegrinischen Staatschef Filip Vujanovic und den damaligen Verteidigungsminister Vukasin Maras des gesetzwidrigen Vorgehens beim Verkauf von Militärausrüstung beschuldigt hatte.

Montenegro will am kommenden Montag einen offiziellen EU-Beitrittsantrag an Brüssel richten. Kroatien und Mazedonien haben bereits den Status eines EU-Beitrittskandidaten. Bosnien-Herzegowina und Serbien haben heuer das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union unterzeichnet.

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