Eurokrise: Deutscher Run auf Gold, Italiener, Franzosen unbeeindruckt

Nachfrage aus Indien gab im 2. Quartal deutlich nach, unsere nördlichen Nachbarn erleben allerdings einen richtigen "Run".
Nachfrage aus Indien gab im 2. Quartal deutlich nach, unsere nördlichen Nachbarn erleben allerdings einen richtigen "Run". ©Symbolbild/Bilderbox
Die Krise der europäischen Gemeinschaftswährung Euro ruft bei den europäischen Anlegern unterschiedliche Reaktionen hervor: Während die Deutschen im Frühjahr um 51 Prozent mehr Goldbarren und -münzen erwarben als im Jahr davor, blieben Italiener und Franzosen unbeeindruckt und reduzierten ihre Goldkäufe.

Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Vierteljahresbericht des World Gold Council (WGC) hervor. Nach den vom WGC verbreiteten Zahlen sollen die Franzosen in den vergangenen drei Monaten nicht mehr als 500 Kilo physisches Gold zu Investmentzwecken gekauft haben, italienische Juweliere hätten nur 4,4 Tonnen erworben. Zum Vergleich: die Deutschen legten sich 34,2 Tonnen in die Tresore und allein bei den Schweizer fielen 17,3 Tonnen neues Investmentgold an. Im “übrigen Europa”, einer Rubrik, in der sich auch Österreich befindet, wurden im zweiten Quartal 25,5 Tonnen gekauft.

Globale Nachfrage sinkt

Insgesamt ist die globale Nachfrage in allen Kategorien aber um sieben Prozent gefallen, schreibt das WGC. “Das Fehlen eines klaren Preistrends führte unter den internationalen Verbrauchern zu gemischten Reaktionen”.

Der größte Rückgang sei in China und Indien erfolgt, auf dem Subkontinent hauptsächlich wegen der lokalen Verteuerung, die sich nach einer scharfen Abwertung der Rupie ergeben habe. Allein in Indien seien im zweiten Quartal 68 Tonnen oder 34 Prozent weniger Gold verkauft worden als im Frühjahrsquartal 2011. Zentralbankkäufe aus Entwicklungsländern hätten diesem Trend entgegengewirkt.

Der Goldpreis ist am Donnerstag weitgehend unverändert bei 1603, 5 Dollar pro Feinunze geblieben.

(APA)

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