EURO 2008: Wiener Rettung und Spitäler bei Detail-Planung

Gut 100 Tage vor Anpfiff der EURO 2008 befinden sich Rettungskräfte und Spitäler in der Finalphase ihrer Vorbereitungen: Dienstpläne werden geschrieben und Material-Listen erhalten den letzten Schliff.

Nach der Grob-Planungen für Einsätze und Notfälle, geht es nun um Details. Eines davon ist die Vorbereitung auf alle möglichen Wettersituationen. Da es im Juni oft sehr heiß ist, werden für die Außenambulanzen gerade Ventilatoren und Belüftungssysteme angeschafft, sagte Peter Hoffelner, EM-Einsatzleiter des Wiener Sanitätsteams, im APA-Gespräch.

Nach wie vor gelte, dass im Stadionbad und direkt bei der offiziellen Fanzone die großen Hilfs-Zentren aufgebaut werden. Fix ist mittlerweile auch, wo die sechs mobilen Sanitätshilfsstellen gelagert werden, die individuell je nach Bedarf zum Einsatz kommen: hinter dem Rathaus, bei der Semmelweis-Frauenklinik sowie auf einem Parkplatz im St. Marx-Gebiet.

“Verkehrskonzept muss überdacht werden”
Nicht ganz zufrieden ist man bei den Rettung-Einsatzkräften mit der Planung der Beförderung der Fans. “Das Verkehrskonzept muss noch überdacht werden”, bemängelte Hoffelner nach den Schwierigkeiten bei der An- und Abreise des Freundschaftsspiels Österreich gegen Deutschland rund um das Wiener EM-Stadion. Eine Überarbeitung müsse dafür sorgen, dass rasche Transporte von Kranken reibungslos abgewickelt werden können.

Gefeilt wird neben der Sanitäts-Planung, auch an der Versorgung der Mitarbeiter: Viele Helfer und Ärzte werden oft lange ihm Dienst sein und auf ihren Einsatz warten müssen, sagte Hoffelner. Derzeit werden in den Bereitstellungsräumen daher extra Mitarbeiter-Cafes eingerichtet und TV-Geräte installiert, um dem Personal zumindest in der stressfreien Zeit das Verfolgen der EM-Spiel zu ermöglichen.

Detailplanung in den Spitälern
Bei der detaillierten Planung ist man mittlerweile auch in den Wiener Spitälern. Mittels einer online-verfügbaren Einsicht in den Bettenstand der Spitäler über die gemeinsame Einsatzzentrale mit den Rettungskräften soll die Patienten-Zuteilung so optimal organisiert werden, sagte Susanne Drapalik, Leiterin der Stabsstelle für Sofortmaßnahmen im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) der APA.

Wird es in den Spitälern – der KAV verfügt insgesamt über rund 12.000 Betten – trotzdem eng, sollen chronische Kranke in Geriatriezentren verlegt werden. Dies sei bei beispielsweise bei jenen Patienten möglich, die einen sehr langen Aufenthalt, hohen Pflegebedarf, jedoch keine Operation bräuchten. Ein junger Mann, der wegen eines Beinbruchs ins Spital käme, werde mit Sicherheit nicht in ein Geriatriezentrum gebracht.

Nach dem Test der Katastrophen-Einsatzpläne widme man sicher derzeit vor allem der detaillierte Planung und der genauen Diensteinteilung, so Drapalik. Damit genug Ärzte und Schwestern verfügbar seien, gebe es eine Urlaubssperre. Jede Unfallstation erhalte ein zusätzliches Team, verstärkt werden auch die Aufnahme- und Röntgen-Station sowie jene Einheiten, in denen es individuell zusätzlichen Bedarf gebe.

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