EURO 2008: Viele rechnen mit Streit ums Fernsehprogramm

Die EURO 2008 wird das tägliche Leben in Österreich laut einer Umfrage der Universität Wien erheblich beeinflussen.

Wie Claus Ebster und Reinhard Grohs vom Lehrstuhl für Marketing anhand einer repräsentative Befragung von 1.500 Konsumenten herausfanden, wollen 37 Prozent der Befragen ihren Tagesablauf nach den Spielen einteilen, elf Prozent möchten Urlaub nehmen, heißt es in einer Aussendung der Uni Wien am Mittwoch.

Besonderen Einfluss wird die Europameisterschaft verständlicherweise auf die Fernsehgewohnheiten haben. Jeder zweite rechnet sogar damit, dass es Streit um das Programm geben könnte. Acht von zehn Konsumenten wollen die EURO auf jeden Fall verfolgen, ein Viertel der Befragten möchte das täglich tun. Ebenfalls ein Viertel der Befragten plant die Fanmeile zu besuchen, das wären alleine rund 400.000 Wiener.

Fast die Hälfte der Befragten fürchtet, dass die Zeit für den Partner oder die Partnerin durch die EURO weniger werden wird. Was den Sex angeht, sind die Meinungen gespalten, 30 rechnen mit weniger, 14 Prozent dagegen mit mehr. 33 Prozent fürchten vermehrte Beziehungskrisen, zehn Prozent glauben dagegen, dass es weniger geben könnte. Dass sich der Fußballmarathon auf Trennungen und Scheidungsraten auswirken wird, glauben allerdings die wenigsten.

Dennoch ist die soziale Komponente der Fußball-Europameisterschaft laut den Experten kaum zu unterschätzen. “Alles deutet darauf hin, dass die EURO Arbeit und Privatleben der Österreicher quer durch alle Schichten beeinflussen und auch zu einem gesellschaftlichen Ereignis werden wird”, so Grohs. Die Sorge über allzu große Produktivitätsverluste während der EURO-Zeit teilen die Forscher nicht. Das Minus in der Produktivität werde durch das Konsumplus mehr als ausgeglichen.

Im Zuge ihrer Untersuchung haben die Meinungsforscher aber auch die EURO-Muffel durchleuchtet. Immerhin 23 Prozent der Befragten planen, die Europameisterschaft “überhaupt nicht zu verfolgen”. 37 Prozent wollen Orte meiden, wo sie auf Fans treffen könnten. Der typische EURO-Gegner ist “weiblich, älter als 45 und hat eine Pflichtschulbildung”. Ebster sieht in den Verweigerern eine nicht uninteressante Marktnische, spezielle Freizeitangebot abseits des Fußballs könnten hier sinnvoll sein.

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