EURO 2008 : Pogatetz spielt

Emanuel Pogatetz ist für die komplette EURO 2008 für das österreichische Fußball-Nationalteam spielberechtigt.

Dies gab ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig am Dienstagabend im Rahmen der Pressekonferenz anlässlich der Kaderbekanntgabe für das Vier-Nationenturnier im September bekannt. Möglich wurde diese Wende durch eine bereits vor Monaten von der FIFA vorgenommen Reglement-Änderung, seit Montag weiß der ÖFB, dass auch Pogatetz in den Genuss dieser Modifizierung kommt.

Die Zwei-Spiele-Sperre, die der Middlesbrough-Legionär wegen seines Ausschlusses in der WM-Qualifikationspartie gegen Nordirland im Herbst 2005 ausgefasst hatte, bleibt zwar bestehen, der Verteidiger darf sie allerdings in Freundschaftsspielen absitzen. Theoretisch wäre dies also schon beim Länderspiel-Doppel gegen Japan (7. September/Klagenfurt) und Chile (11. September/Wien) möglich.

Allerdings laboriert Pogatetz derzeit noch an Knieverletzungen, deshalb verzichtet der ÖFB darauf, den Steirer in den beiden anstehenden Partien für den Kader zu nennen und so die Sanktion zu tilgen. „Hier ist der Anstand gefragt. Erst sobald Pogatetz wieder ins Mannschaftstraining einsteigt, werden wir bei der FIFA melden, dass wir ihn in den Kader nehmen“, meinte Ludwig und meinte im Hinblick auf die FIFA-Reglement-Änderung: „Einen Fall Pogatetz wird es nie mehr geben.“

Realistisch scheint derzeit, dass Pogatetz seine Sperre beim Länderspiel-Doppel Mitte Oktober in Zürich gegen die Schweiz und in Innsbruck gegen die Elfenbeinküste absitzt und dann im November gegen England und Tunesien erstmals seit September 2006 wieder im ÖFB-Kader steht.

Teamchef Josef Hickersberger ließ keinen Zweifel daran, den Innenverteidiger wieder einzuberufen – trotz der scharfen Kritik von Pogatetz unter anderem an seiner Person. „Sofern er gesund ist, wird er bei der EURO im Kader sein“, betonte der 59-Jährige und bezeichnete das juristische Ende der „Causa Pogatetz“ als „erfreuliche Entwicklung“.

Das österreichische Nationalteam könne Kicker wie Pogatetz, die als Stammspieler in der Premier League regelmäßig auf höchstem Niveau spielen, gut gebrauchen. „Und ich bin zuversichtlich, dass die Probleme, die es mit ihm im zwischenmenschlichen Bereich noch gibt, ausgeräumt werden können“, sagte Hickersberger, bei dem sich Pogatetz nach den Angaben des Teamchefs bereits entschuldigt hat.

„Hicke“-Assistent Andreas Herzog stattete Pogatetz bereits vor einiger Zeit einen Besuch in Middlesbrough ab, zuletzt führte Hickersberger („Ich habe die Tür nie zugeschlagen“) selbst unmittelbar vor dem Tschechien-Match ein Gespräch mit dem früheren GAK-Verteidiger. „Für mich ist der Fall erledigt. Ich freue mich, wenn Pogatetz wieder im Team spielen kann“, sagte der Niederösterreicher.

Pogatetz fliegt am Mittwoch zu einer Untersuchung nach Middlesbrough, danach setzt er seine Rehabilitation in Kärnten fort und wird dabei auf den ÖFB-Tross treffen, der im Rahmen des Japan-Länderspiels vom 3. bis 8. September in Velden seine Zelte aufschlägt. Bei dieser Gelegenheit wird es laut Hickersberger ein Treffen zwischen ihm, Pogatetz und Ludwig geben, „damit so etwas (Anm.: die heftige Pogatetz-Kritik) nicht noch einmal passiert“.

Doch auch mit einigen Teamspielern dürfte der Middlesbrough-Legionär einiges zu bereden haben. Mit Martin Stranzl hat Pogatetz laut „Hicke“ bereits telefoniert, „und es wird auch ein Gespräch zwischen ihm und Ivanschitz geben“, sagte der Teamchef, der davon ausgeht, „dass die Probleme angesprochen werden und der Fall danach erledigt ist“. Vor allem Kapitän Andreas Ivanschitz und Stranzl hatten sich in den vergangenen Monaten des Öfteren gegen ein Team-Comeback von Pogatetz ausgesprochen.

Durch die jüngsten Entwicklungen rückte die Kaderbekanntgabe in den Hintergrund. Das aktuelle ÖFB-Aufgebot blieb im Vergleich zum Tschechien-Spiel unverändert, lediglich György Garics wurde für den verletzten Andreas Ibertsberger nominiert. Der Ex-Rapidler war zuletzt für Aufsteiger Napoli in der Serie A im Einsatz. „Die Serie A ist noch immer die Serie A, das ist ein Zeichen von gewisser Qualität“, so Hickersberger.

Wie erwartet noch nicht dabei ist Kapitän Ivanschitz, obwohl der Panathinaikos-Legionär nach seiner Knieverletzung gute Genesungs-Fortschritte macht. Laut Teamchef wäre Panathinaikos-Coach Jose Peseiro nicht abgeneigt gewesen, den Burgenländer zum Team zu schicken, „aber der Club-Arzt hat sein Veto eingelegt“.

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