EURO 2008: Herausforderung "Fan" für die Bahn

In den drei Wochen der EURO 2008 werden die ÖBB alle Hände voll zu tun haben, um den Ansturm der Fußballfans zu bewältigen. Neben Pünktlichkeit wird auch die Sicherheit wie nie zuvor eine Rolle spielen.

Nicht immer werden die Passagiere gutes im Sinn haben. Flächendeckende Videokameras, grenzüberschreitende Kooperationen und eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei sollen gewalttätige Szenen verhindern und im Fall des Falles eine schnelle Strafverfolgung ermöglichen.

Mehr als 2.000 zusätzliche Züge, 2,4 Millionen zusätzliche Sitzplätze und noch mehr Fans: Die Herausforderungen sind allein schon auf dem Papier gewaltig, denn möglichst viele Fans sollen auf die Schiene gelockt werden, damit der Straßenverkehr nicht zusammenbricht, schildert ÖBB-Sprecher Thomas Berger: “Statt einer Früh- und Abendspitze wird es bei der EURO fast ausschließlich Zeiten geben, an denen eine große Zahl an Passagieren transportiert werden muss.” Anders als zu normalen Zeiten werden auch zu Mittag die Züge mit anreisenden Fans voll sein, ebenso wie spätnachts, wenn es für einen Großteil wieder zurück geht, sei es, ins Umland oder ins europäische Ausland. “150 Minuten nach Spielende bieten wir in alle Himmelsrichtungen einen Zug”, so Berger.

Rechnet man den Faktor Mensch bzw. die noch speziellere Kategorie “Fußballfan” hinzu, wird es für die Sicherheitsexperten interessant: Die längsten Züge, die in Österreich verkehren dürfen, sind 450 Meter bzw. 60 Waggons lang und haben Sitzplätze für rund 1.000 Leute. Dass sich aus aus so einer Zahl bei einer stundenlangen Reise quer durch Europa auch hunderte gewalttätige Rowdys herauskristallisieren könnten, die ebenfalls mitreisenden Familien in Angst und Schrecken versetzen, ist ein Szenario, das keiner haben will.

Um dies zu vermeiden bedient man sich Instrumenten, die sich schon bei der WM in Deutschland bewährt haben: Über die Vereinigung der europäischen Bahnsicherheitsorganisationen “COLPOFER” werden grenzübergreifend Informationen über Zwischenfälle auf der Strecke ausgetauscht, erklärt Robert Straubinger vom Security Management der ÖBB. Kommt es etwa in einem Zug voller Holland-Fans auf dem Weg nach Wien bereits in Deutschland zu prekären Situationen, wird der nächste Bahnhof über der Grenze, also Salzburg, rechtzeitig verständigt. Aufgrund der Meldung der deutschen Kollegen können die ÖBB dann entsprechende polizeiliche Unterstützung anfordern.

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