Euphorie in Hütteldorf

Nach dem 4:1-Pflichtsieg gegen Schlusslicht Wacker Innsbruck schwebt ganz Hütteldorf auf einer Euphoriewelle.

“Es war ein sehr wichtiger Sieg für die Mannschaft und die weitere Zukunft”, freute sich Rapid-Coach Peter Pacult.
Der Rekordmeister, für den Maierhofer, Hofmann, Hannes Eder und Boskovic trafen, hatte die Partie gegen harmlose Innsbrucker über 90 Minuten im Griff und konnte es sich nach der Pause auch leisten, einen Gang zurückzuschalten. Pacult sprach seiner Elf ein Kompliment aus, wie sie in den Alltag zurückgekehrt ist. “Wir haben den Gegner von der ersten Minute an zu Fehlern gezwungen. Mit dem 3:0 haben wir ihnen den letzten Nerv gezogen. Nach der Pause haben wir das Ergebnis clever und souverän nach Hause gespielt”, so der Erfolgscoach der Wiener nach dem fünften Sieg in ebenso vielen Frühjahrs-Heimspielen (14:2 Tore).

Obwohl im Lager des Rekordmeisters nach dem dritten Sieg in Serie öffentlich noch niemand über den Titel spricht, erinnert sich so mancher schon an die Meistersaison 2004/05 (mit 71 Zählern ein Punkt vor GAK und zwei vor der Austria). “Die Stimmung und der Siegeswille sind ähnlich wie damals”, sagte ÖFB-Teamgoalie Helge Payer. Und Kapitän Steffen Hofmann fügte hinzu: “Es gibt eine gewisse Ähnlichkeit, aber wir dürfen uns nicht darauf verlassen.”

Es sei aber auf jeden Fall schön, dass man nur mehr auf sich selbst schauen müsse. Nach den beiden freien Tagen am Sonntag und Montag gilt daher volle Konzentration der Partie am kommenden Sonntag beim LASK und den folgenden Spielen gegen Austria Kärnten (heim), Altach (h) und Ried (auswärts). “Wir müssen in den ausständigen Spielen genauso konzentriert sein, wie in der ersten Hälfte”, meinte Maierhofer.

Der Stürmer-Riese (6. Tor im 9. Spiel), der nun in der Gunst des Trainers auch sehr weit oben steht, hatte einmal mehr den Sieg eingeleitet. “Wenn man einen Stefan Maierhofer jetzt nicht verpflichtet, dann weiß ich als Trainer nicht, was ich noch alles tun soll. Ich hoffe, dass er sich auch endgültig für Rapid entscheidet”, betonte Pacult. Die Wiener haben allerdings für die Fürth-Leihgabe (bis Saisonende) keine Kaufoption. “Ich konzentriere mich im Moment voll auf Rapid und will hier den Titel holen”, äußerte sich der 2,02-m-große Angreifer.

In den Mittelpunkt spielte sich aber nicht nur Maierhofer, sondern auch Innenverteidiger Hannes Eder mit einem Volleytreffer zum 3:0. “Dass ich den Ball so treffe, war selbst für mich überraschend. Es war mein schönstes Tor”, gab der Ex-Innsbrucker zu. Dem stimmte auch Pacult schmunzelnd zu. “So ein Tor ist nicht alltäglich, beim Training suchen wir die Bälle immer noch.” Eder ist jedenfalls seit dem Ausfall von Tokic einer der großen “grün-weißen Gewinner”. “Es ist ein wunderschönes Gefühl, ein Wahnsinn wie die Zuschauer mitgehen. Da ist es für alle Mannschaften doppelt schwer, das Spiel aufzuziehen”, sagte der Verteidiger.

Die Begegnung in Linz, zu der wohl rund 3.000 Rapid-Fans reisen werden, hat zumindest für die Oberösterreicher einen vorentscheidenden Charakter, wollen sie im Titelkampf noch ein Wörtchen mitreden. “Es ist ein richtungsweisendes Spiel, sie müssen alles geben, um ihre letzte Chance zu wahren”, weiß Eder. Die Linzer müssen davor noch die bittere 1:2-Pleite in Kärnten verdauen. “Es war eine tadellose Leistung von Kärnten, wir haben solche Spiele aber auch schon gewonnen”, meinte Abwehrchef Michael Baur. LASK-Coach Karl Daxbacher lobte den Auftritt der Kärntner: “Sie können stolz sein. Kärnten war für uns fast zu stark und hat sich den Sieg verdient. Wir konnten uns nicht befreien.”

Im Kampf um einen Top-3-Platz meldete sich die Austria, die auch das zweite Spiel in der Constantini-Kurzzeit-Ära gewann, zurück. “Meine Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht. Einige Sachen stimmen noch nicht, aber wenn man drei Punkte holt, sieht man über Fehler hinweg”, sagte Didi Constantini. Die Veilchen (51) vergrößerten damit den Abstand auf die Grazer (47) und liegen als Vierter nur mehr einen Zähler hinter dem LASK.

Für “Winterkönig” Sturm scheint damit die Frühjahrssaison ohne Europacup-Platz zu Ende zu gehen. “Ich hatte noch auf die UEFA-Cup-Chance gehofft, aber die scheint nun weg. Wir können nur versuchen aus den letzten Spielen möglichst viele Punkte zu machen”, erklärte Sturm-Coach Franco Foda mit dem Nachsatz: “Ich bin enttäuscht wie die Niederlage zustande gekommen ist. Meine Mannschaft war nicht clever genug.” Sanel Kuljic hatte für die Wiener erst in der 90. Minute den 2:1-Siegtreffer erzielt.

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