EU-Kommission: Gegen Blackberrys entschieden

Die Europäische Kommission hat sich unter anderem aus Sicherheitsgründen gegen Blackberrys für ihre 32.000 Mitarbeiter entschieden. Stattdessen werde auf Apples iPhone und die Smartphones von HTC zurückgegriffen, erklärte ein Sprecher.

Experten gehen davon aus, dass sich die europäischen Bedenken daran entzünden, dass der Blackberry-Hersteller RIM alle Datenströme über Rechenzentren in Kanada und Großbritannien laufen lässt. Damit sei zumindest in diesen Ländern – und auch vonseiten der USA – ein Zugriff auf die Daten möglich.

Dagegen verlangen Staaten wie Indien, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate einen grundsätzlichen Zugriff auf den Datenverkehr der Blackberrys. Sie halten die freien Datenströme für ein Sicherheitsrisiko und verweisen dabei auf die Nutzung der Technik durch Terroristen. Andere Smartphone-Hersteller lassen ihre Dienste über die Server lokaler Telefonanbieter laufen, was sie – ohne spezielle technische Vorkehrungen – anfälliger für Abhöraktionen macht.

Die EU-Behörde habe den Einsatz von Smartphones zuletzt vor zwei Jahren überprüft, teilte der Kommissionssprecher weiter mit. Dabei hätten auch Kostenfragen eine Rolle gespielt. “HTC und die iPhones haben sich dabei als die passendsten Plattformen für uns erwiesen.” Smartphones werden demnach von 2.500 Mitarbeitern der Kommission benutzt.

Auch die deutsche Regierung hat ihren Ministerien nahegelegt, auf Blackberrys zu verzichten. Das Innenministerium begründete seine Empfehlung dabei gleichfalls mit Sicherheitsbedenken, ohne Einzelheiten zu nennen.

In den USA können sich die Strafverfolgungsbehörden Experten zufolge einen Zugriff auf den Email-Verkehr und andere Kommunikationsdienste des Blackberry verschaffen. Voraussetzung dafür sei aber eine gerichtliche Anordnung, sagte Mark Rasch, ehemals Chef der Abteilung für Computerkriminalität im US-Justizministerium. “Die Möglichkeit, Kommunikation mitzuverfolgen, ist ein Teil der Überwachungs- und Geheimdiensttechniken und der Strafverfolgung weltweit”, sagte er. In den USA sei das Gesetz aber so gestaltet, dass in Missbrauch verhindert werde.

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