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EU-Behörde EMA lässt AstraZeneca-Impfstoff zu

Der Impfstoff wurde in der EU zugelassen.
Der Impfstoff wurde in der EU zugelassen. ©APA/AFP/JUSTIN TALLIS
Die europäische Arzneimittelbehörde EMA gibt grünes Licht für den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs von AstraZeneca.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA empfahl am Freitag eine bedingte Zulassung des Impfstoffs ab 18 Jahren. Die finale Entscheidung muss nun von der Europäischen Kommission gefällt werden. Diese gilt als Formsache. Es wäre damit der dritte in der Europäischen Union zugelassene Covid-19-Impfstoff nach den Mitteln von Biontech/Pfizer und Moderna.

EMA nannte keine Altersobergrenze

Eine Altersobergrenze nannte die EMA nicht. Die Behörde wies aber darauf hin, dass es noch nicht genügend Daten über die Wirksamkeit des AstraZeneca-Präparats bei älteren Menschen gebe, um zu beurteilen, wie effektiv es bei diesen sei.

Als weltweit erstes Land hatte Großbritannien das Vakzin von AstraZeneca zugelassen. Der Impfstoff erhielt seitdem bereits in einer Reihe anderer Länder eine Notfallgenehmigung, darunter in Indien, Argentinien, Mexiko oder Marokko. Die Europäische Kommission hat einen Kaufvertrag über bis zu 400 Millionen Dosen des Vakzins unterschrieben. Allerdings ist zwischen der EU und AstraZeneca ein Streit wegen Lieferproblemen entbrannt.

Anzahl der Impfdosen noch unklar

Ungeklärt ist noch immer, wie viele Impfdosen von AstraZeneca geliefert werden können. Im Streit mit der EU-Kommission beruft sich das Unternehmen auf Produktionsprobleme. In Großbritannien wird das Präparat bereits seit Jänner eingesetzt.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen pochte am Freitag auf mehr Impfstofflieferungen. "Es gibt verbindliche Bestellungen und der Vertrag ist glasklar", sagte sie am Freitag im Deutschlandfunk. Darin würden ganz klare Liefermengen für das erste, zweite und dritte Quartal genannt und die Produktionsstandorte dafür. Das Unternehmen habe für die drastische Reduzierung der Liefermenge keinen nachvollziehbaren Grund angegeben und müsse seine Lieferverpflichtungen erfüllen.

Vertrag veröffentlicht: Viele Hinweise geschwärzt

In dem Impfstoffstreit veröffentlichte die EU-Kommission am Freitag ihren Rahmenvertrag mit AstraZeneca. Wichtige Passagen des Dokuments vom August 2020 wurden allerdings unter Hinweis auf Geschäftsgeheimnisse geschwärzt. Darunter sind auch die für das erste Quartal vorgesehenen Liefermengen, um die seit Tagen ein heftiger Streit tobt.

Der Vertrag sieht jedoch auch eine mögliche Produktion von Corona-Impfstoff für die EU auch in Großbritannien vor. AstraZeneca hatte die angemeldeten Schwierigkeiten bei Lieferungen in die EU mit Produktionsproblemen in Belgien begründet. Doch aus dem am Freitag veröffentlichten Vertragswerk geht hervor, dass das britisch-schwedische Unternehmen nicht nur in der EU, sondern auch im Vereinigten Königreich produzieren sollte.

AstraZeneca hat große Mengen des Impfstoffs in Großbritannien hergestellt, wo die Immunisierung der Bevölkerung deutlich weiter fortgeschritten ist als in der EU. Das Unternehmen erklärte, es sei durch einen Vertrag mit der Londoner Regierung dazu verpflichtet, Impfstoffe aus britischen Fabriken erst dann ins Ausland - einschließlich der EU - zu exportieren, wenn die britischen Aufträge vollständig abgearbeitet sind.

Hacker zuversichtlich

Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zeigte sich am Abend in der ORF-Sendung "Wien heute" angesichts der jüngsten Entwicklungen optimistisch. Mit dem zusätzlichen Impfstoff, der leichter zu handhaben und zu lagern sei als andere, werde man ab der zweiten, dritten Februarwoche beim Impfen "die Schlagzahl in Wien ordentlich erhöhen können". Hacker geht davon aus, dass hierzulande "vielleicht in der übernächsten Woche" 344.000 AstraZeneca-Dosen verfügbar sein werden und die Bundeshauptstadt davon 21 Prozent erhält. 60.000 könnten dann gleich verimpft werden. Der Stadtrat meint, dass bis Ende März 31 Prozent der Wiener Bevölkerung durchgeimpft werden könnten.

Hacker sprach sich "ganz klar für eine österreichweite Empfehlung" zur Frage aus, ob auch Personen über 65 den Impfstoff erhalten sollen. Wien werde sich diesbezüglich an der Einschätzung des Nationalen Impfgremiums orientieren, garantierte Hacker.

Dritter Corona-Impfstoff in der EU

Der Präsident des Pensionistenverbandes, Peter Kostelka, forderte nach dem Entscheid der EMA Gespräche auf nationaler Ebene und sah Bedenken zur Wirksamkeit der Vakzine von AstraZeneca: "Wie gedenkt die Regierung nun mit diesen Bedenken umzugehen?" Für den Pensionistenverband geht es nun darum festzulegen, "wer, wann, wie, wo und womit" aus der Altersgruppe der Über-65-Jährigen geimpft werden soll. Kostelka kündigte an, eine außerordentliche Sitzung des Österreichischen Seniorenrates in die Wege zu leiten.

Der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig) begrüßte die Empfehlung der Zulassung des AstraZeneca-Vakzins als dritten Corona-Impfstoff in der EU. "Die Impfstoffe bauen auf unterschiedlichen Technologien auf. Was ihnen aber allen gemeinsam ist, ist die Fähigkeit, einen schweren Krankheitsverlauf von Covid-19 zur verhindern und damit auch Todesfälle zu vermeiden", betonte Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog in einer Aussendung.

Der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca erwies sich in klinischen Studien als sicher und wirksam bei der Vorbeugung von symptomatischem COVID-19, wobei es keine schweren Fälle und keine Krankenhauseinweisungen mehr als 14 Tage nach der zweiten Dosis gab. Die ersten Lieferungen für Österreich werden laut Pharmig für Februar in drei Tranchen erwartet: am 7. Februar 63.354, am 17. Februar 97.763 und Ende Februar 182.430. Insgesamt kommen im Februar also 343.547 Dosen Impfstoff von AstraZeneca nach Österreich.

AstraZeneca in Großbritannien zugelassen

Als weltweit erstes Land hatte Großbritannien das Vakzin von AstraZeneca zugelassen. Der Impfstoff erhielt seitdem bereits in einer Reihe anderer Länder eine Notfallgenehmigung, darunter in Indien, Argentinien, Mexiko oder Marokko. Die Europäische Kommission hat einen Kaufvertrag über bis zu 400 Millionen Dosen des Vakzins unterschrieben. Allerdings ist zwischen der EU und AstraZeneca ein Streit wegen Lieferproblemen entbrannt.

Ungeklärt ist noch immer, wie viele Impfdosen von AstraZeneca geliefert werden können. Im Streit mit der EU-Kommission beruft sich das Unternehmen auf Produktionsprobleme. In Großbritannien wird das Präparat bereits seit Jänner eingesetzt.

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(APA/Red)

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