Eternals - Kritik und Trailer zum Film

Der 25. Film aus dem Marvel Cinematic Universe dreht sich um eine Gruppe kosmischer Helden, die seit Tausenden von Jahren auf der Erde weilen, um die Menschheit vor monströsen, formwandelnden Wesen namens Deviants zu beschützen. Lange nachdem sich die Eternals getrennt haben, tauchen die Deviants wieder auf, und die Superhelden müssen wieder zusammenkommen. Es dauert lang, bis der Film in Fahrt kommt. Aber der Showdown hat es in sich.

Größer, schöner, besser: Man ist versucht, Superlative zu bedienen, um Marvels neuestes Pferd im Kinostall zu beschreiben. Die "Eternals" sind zehn gottgleiche Figuren, die die Menschheit über Tausende Jahre vor außerirdischen Monstern beschützen sollen. Doch ihre Abenteuer lassen leider auch an andere Begriffe denken: langatmig, redundant und überfordernd. Der Film von Oscargewinnerin Chloé Zhao ("Nomadland") ist ab Mittwoch zu sehen.

Eternals - Kurzinhalt zum Film

Für Neulinge im sogenannten Marvel Cinematic Universe, dessen 26. Ausgabe die zweieinhalbstündige Materialschlacht ist, bietet "Eternals" möglicherweise einen dringend nötigen, frischen Start: Die von Gemma Chan, Richard Madden, Kumail Nanjiani, Lia McHugh, Brian Tyree Henry, Lauren Ridloff, Barry Keoghan, Don Lee, Salma Hayek und Angelina Jolie dargestellten Eternals wurden vor 7.000 Jahren auf die Erde geschickt, um gegen die Deviants zu kämpfen - mächtige, irgendwo zwischen Reptilien und Raubkatzen angesiedelte Ungetüme, deren grell-schillerndes Antlitz nicht über ihre Tödlichkeit hinwegtäuschen sollte.

Und die Avengers? Spielen in dieser Gleichung keine Rolle, es sei denn für ein paar schlecht getimte Witze, die den sonst bitterernsten Ton des Films durchkreuzen. Für mehr Humor wäre aber auch gar keine Zeit, gilt es doch sowohl das alte Mesopotamien zu würdigen wie die heutigen Sehenswürdigkeiten der Welt - und alles dazwischen. Denn offenbar waren die Eternals, in ihrer kriegerischen Funktion mit unterschiedlichen Kräften ausgestattet, für so ziemlich alle wichtigen Kulturen Retter und Mythenvorlage gleichzeitig. Aber nicht die oberste Prämisse vergessen: Niemals in die Angelegenheit der Menschen einmischen!

Was bisher schon unnötig kompliziert und verdichtet klingt, wird auch durch die eigentliche Handlung des Films nach der überlangen Einleitung nicht besser. Blind ihrem Auftraggeber, dem Celestial Arishem - einem weltengroßen roten Roboter mit Quadratschädel - folgend, erfüllten die Eternals brav ihre Aufgabe, bis die Deviants scheinbar vom Erdboden verschwunden waren. Dass die Helden nun unter den Menschen versuchen, ein "normales" Leben zu führen, mag zwar manch nette Idee wie einen unsterblichen Bollywoodstar hervorbringen, tut aber letztlich wenig zur Sache, was Charakterentwicklung oder Narration betrifft.

Eternals - Die Kritik

Klarerweise ist es mit dem Kämpfen nicht vorbei, droht eine neue Gefahr, als sich die Deviants wieder aus ihren Verstecken wagen, und gilt es nicht zuletzt, die Dynamiken innerhalb der über den Globus verteilten Gruppe neu auszutarieren, bevor der große Endkampf ansteht. Für all das findet Zhao, die gemeinsam mit Patrick Burleigh, Ryan Firpo und Kaz Firpo auch das Drehbuch verpasste, zwar viele bombastische Bilder, die besonders gern vor einer untergehenden Sonne inszeniert werden. Aber dem blockbustergeschulten Auge offenbaren sich dabei kaum neue Ansätze.

Zu allem Überfluss gibt es nicht nur ein paar Handlungslöcher und Motivationsprobleme, mit denen sich die Figuren herumschlagen müssen, sondern dürfte das Special-Effects-Departement einige Zwischenszenen nur schnell eingeschoben haben, so hanebüchen schlecht sind diese Animationen ausgefallen. Auf der anderen Seite ist es natürlich ein lustvolles, leider aber in der Dichte überhastetes Weltenbauen, das Zhao betreibt, wenn sie von Mesopotamien über Babylon bis ins Gupta-Reich und nach Tenochtitlan springt, wo sich die Eternals in den immer gleichen Aufzügen feiern lassen - oder aber bei einem Genozid mal eben zur Seite blicken.

Zugegeben, der grundlegende Ton ist ein anderer, der erdige Touch von Originalschauplätzen im Vergleich zu den (trotzdem vorhandenen) Greenscreen-Szenen eine angenehme Abwechslung im Marvel-Universum. Aber wirklich mitfiebern mit den Charakteren? Ist maximal bei Gemma Chan als Sersi und Richard Madden als Ikaris der Fall, die nebenbei auch mit einer schwierigen Liebesbeziehung so etwas wie das Gravitationszentrum des Films darstellen. Doch bevor man sich darauf wirklich einlassen kann, ist ohnehin bereits der nächste Locationwechsel vonstatten und damit die Aufmerksamkeit flöten gegangen.

Ja, Marvel braucht neue Helden, um die in den vergangenen Filmen aufgerissenen Löcher zu stopfen. Und ja, in den Comics gibt es noch reichlich Personal, das es aus Sicht der Produzenten wohl um jeden Preis auszuschöpfen gilt - nicht zuletzt, um die verschiedenen (Diversitäts-)Anforderungen des globalen Unterhaltungsmarktes entsprechend zu bedienen. Aber die Richtung, die mit "Eternals" eingeschlagen wurde, könnte diesem Vorhaben wohl eher einen Strich durch die Rechnung machen, als es an die bisher gewohnten Erfolge anknüpfen zu lassen. Hier wird einfach zu viel Potenzial unnötig verjuxt.

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(APA/Red)

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