Erweiterungsbau der Angewandten gestrichen

Der Erweiterungsbau der Uni für Angewandte Kunst in Wien ist gestrichen, bestätigt das Wissenschaftsministerium einen Bericht der "Presse". Wegen Platzmangels und des desolaten Zustands sollte das Gebäude eigentlich ab Mitte 2013 saniert und um 10.000 Quadratmeter erweitert werden. Stattdessen soll nun u.a. der Schwanzer-Trakt saniert und Flächen in anderen Gebäuden verfügbar gemacht werden.


Für das Projekt war ein Architekturwettbewerb abgehalten worden, im Februar 2012 wurde das Siegerprojekt des Architekten Wolfgang Tschapeller präsentiert. Laut dem Bericht soll Rektor Gerald Bast vom Wissenschaftsministerium nun aber per Brief mitgeteilt worden sein, dass diese Erweiterungspläne nicht verwirklicht werden. Im Wissenschaftsministerium begründet man die Absage damit, dass die Kosten für das Projekt sich innerhalb eines Jahres bis Ende 2013 auf 105 Mio. Euro verdoppelt hätten und das Finanzministerium das nicht finanzieren wollte. Nun soll ein Sanierungsplan u.a. für den besonders desolaten Schwanzer-Trakt erarbeitet werden, außerdem sollen der Uni in anderen Gebäuden 10.000 zusätzliche Quadratmeter zur Verfügung gestellt werden.

Wie die Uni auf die Absage reagieren werde, solle Ende nächster Woche entschieden werden, wird Bast zitiert. In der Angewandten wollte man auf APA-Anfrage keinen Kommentar abgeben. Der Anbau plus Generalsanierung hätte 80 Mio. gekostet, wobei ursprünglich nur 46 Mio. vorgesehen gewesen waren. Laut Universitätsrat wurden bis zum Sommer bereits zehn Mio. Euro ausgegeben. Bast hatte zuletzt beklagt, die Uni werde im Konflikt darum in “Geiselhaft” genommen, ob die Entscheidungen über Hochschulbauten bei Wissenschafts- oder Finanzministerium liegen sollen und drohte mit Protestaktionen wie Lehrveranstaltungen im öffentlichen Raum.

In der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) bestätigte man am Freitagnachmittag Handlungsbedarf. “Sollte das geplante Projekt mit Erweiterung und Generalsanierung tatsächlich nicht realisiert werden, sind umgehend Arbeiten an der Gebäudesicherheit notwendig. Wir haben allerdings auch hierfür selbstverständlich Pläne in der Schublade liegen und könnten schon im Februar mit Arbeiten beginnen”, so ein Sprecher der BIG zur APA. Die Sicherungsarbeiten würden etwa drei Mio. Euro kosten.

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