Erstmals seit fast 30 Jahren: junge Nandus!

Vor wenigen Tagen sind in Schönbrunn erstmals seit 1979 wieder Kücken dieses großen, südamerikanischen Laufvogels zur Welt gekommen. Die vier jungen Nandus werden etwa fünf Wochen lang ausschließlich vom Männchen behütet.

Wenn sie erwachsen sind, werden sie wie ihre Eltern ein Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm erreichen.

Bejagt und verdrängt

In ihren Heimatländern sind die Nandus in den 1970er-Jahren durch die Jagd arg in Bedrängnis geraten – wegen ihres Fleisches und wegen ihrer Häute. Allein 1980 wurden – vor allem aus Paraguay – 50.000 Nandu-Häute exportiert, die meisten davon nach Japan und in die USA.

Nach der Phase der rücksichtslosen Bejagung war es in erster Linie die Umwandlung der ursprünglichen Grassteppen in Äcker und Rinderfarmen, die den Lebensraum der Nandus reduzierte und in kleine Teile zersplitterte. Die letzten gesunden Nandu-Bestände Südamerikas leben heute im Gebiet des Gran Chaco, eine Region mit Trockenwäldern und Dornbuschsavannen, die sich von Argentinien über Paraguay bis nach Bolivien zieht.


Archivbilder der Nandus aus den Jahren 1968 und 1979

Auf und ab in Schönbrunn

Aus historischen Aufzeichnungen geht hervor, dass in Schönbrunn erstmals 1869 Nandus gepflegt wurden, bis zum Jahr 1900 waren es insgesamt 17 Tiere.

Die erste Nachzucht gelang im August 1968, damals sind ebenfalls vier Kücken geschlüpft. Sie wurden im Jahr darauf an einen österreichischen Tierhändler abgegeben.

2007

In den 70er-Jahren schien die Nandu-Haltung in Schönbrunn von Pech und tragischen Missgeschicken verfolgt gewesen zu sein: Die Jungen, die 1973 und 1974 ausgebrütet wurden, gingen alle innerhalb von wenigen Monaten an verschiedenen Ursachen zugrunde. Der im August 1979 geborene Vogel wurde nur sieben Jahre alt. Dabei erreichen die Nandus in freier Wildbahn ein Alter von durchschnittlich 20 Jahren, in Zoohaltung werden sie gemeinhin doppelt so alt.

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