Erster Impfstoff erhältlich

In Frankreich ist nun der erste Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs erhältlich. Dieser Impfstoff soll Schutz für Mädchen und junge Frauen vor Papillomaviren bieten.

Der weltweit erste Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs ist seit Donnerstag auch in Frankreich auf dem Markt: Wie das für den Vertrieb zuständige Pharmaunternehmen Sanofi Pasteur MSD mitteilte, erhielt es für das Serum Gardasil die Zulassung der Gesundheitsbehörden. Das seit Juni in den USA zugelassene Gardasil schützt vor vier verschiedenen Typen des Humanen Papillomavirus (HPV). HP-Viren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen und erzeugen Warzen im Genitalbereich, aus denen nach Jahren Krebs entstehen kann. Sie sind für mehr als 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

Das vom US-Konzern Merck entwickelte Gardasil ist für junge Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen neun bis 23 Jahren gedacht. Der Vorsitzende des französischen Gynäkologen-Verbandes, Patrice Lopes, sagte der AFP, am besten wäre es, bereits Neun- bis 14-Jährige damit vorbeugend zu impfen. Bei den Eltern gebe es zwar Widerstände, in diesem Alter über Geschlechtsverkehr zu reden. Am wirksamsten wäre der Ensatz aber vor dem ersten Sex; zudem reagierten Kinder besser auf Antikörper. Gardasil kostet knapp 146 Euro. Gespritzt wird es in drei Stufen innerhalb eines halbes Jahres. Das Serum wirkt bisherigen Forschungen zufolge gut fünf Jahre lang. Anschließend ist eine Auffrischung denkbar.

Gebärmutterhalskrebs ist bei Frauen die zweithäufigste Form des Krebses nach Brustkrebs. Jedes Jahr werden rund um den Globus geschätzte 470.000 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs und 233.000 Todesfälle registriert. Häufig bleiben HP-Infektionen unbemerkt. Bei früher Diagnose haben Frauen in der Regel gute Heilungschancen. Ist der Tumor dagegen fortgeschritten, muss die Gebärmutter entfernt werden. Allein in Frankreich werden jedes Jahr 3400 Fälle von Gebärmutterhalskrebs festgestellt, wobei mehr als tausend Frauen daran sterben.

  • VIENNA.AT
  • Gesundheit
  • Erster Impfstoff erhältlich
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen