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Erste Massentests in Annaberg: Von 250 Tests bisher einer positiv

Rege Beteiligung bei Corona-Massentests in Annaberg.
Rege Beteiligung bei Corona-Massentests in Annaberg. ©APA/BARBARA GINDL
Wenige Stunden nach Beginn des ersten österreichischen Corona-Massentests in der Salzburger Gemeinde Annaberg-Lungötz haben die Verantwortlichen am sDienstagvormittag eine erste Zwischenbilanz gezogen und sich dabei mit dem Verlauf durchaus zufrieden gezeigt.
Erste Corona-Massentests in Annaberg

Geholfen habe vor allem, dass die Erfahrungen aus Südtirol in die Planung eingeflossen seien, das ein Massenscreening schon absolviert hat, informierte Landesrettungskommandant Anton Holzer.

Erste Coronamassentests: Ein positiver Fall bei bisher 250 Testungen in Annaberg

Knapp drei Stunden nach Beginn der Coronavirus-Testungen, konkret mit Stand 10.45 Uhr, hatten sich rund 250 Einheimische zur Abnahme der Probe im Feuerwehrhaus Annaberg eingefunden. Davon sei bisher nur bei einer Person der Test positiv ausgefallen, informierte der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Der Betroffene wurde aufgefordert, heute bis zur neuerlichen Abnahme für einen PCR-Test zuhause zu bleiben. Noch etwas gering war am Vormittag der Anteil der jüngeren Bevölkerung, bei dieser Altersgruppe erwarte man sich dann gegen 18.00 Uhr eine stärkere Teilnahme.

Holzer schilderte bei einem Mediengespräch, dass sich das Rote Kreuz Salzburg in Videokonferenzen mit dem Weißen Kreuz in Südtirol über dessen Erfahrungen ausgetauscht habe. Das Konzept aus Südtirol sei dann in die Salzburger Vorbereitungen eingeflossen. Es seien sogar Ablaufpläne und Formulare zur Verfügung gestellt worden, die als Vorlage für jene in Salzburg hergenommen wurden. "Das war sehr hilfreich für uns", sagte der Rettungskommandant.

Screening in der kleinen Gemeinde an zwei Tagen

Laut Haslauer sei das Screening in der kleinen Gemeinde auf zwei Tage aufgeteilt worden, damit man nach dem ersten Tag evaluieren und allenfalls für den zweiten Tag Änderungen vornehmen könne. "Bisher hat aber alles reibungslos funktioniert." Er erwartet sich, dass an den beiden Tagen insgesamt 60 Prozent der Bevölkerung zum Test kommen werden, eine Quote, die er auch für das landesweite Screening von 11. bis 13. Dezember erhofft. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich der hier funktionierende Ablauf auch bei den landesweiten Tests bewähren wird." Der Landeshauptmann kündigte heute auch an, dass es außerdem am 14. Dezember eine Durchtestung der Seniorenheime geben werde, weil es deren Bewohnern nicht zumutbar sei, die Testlokale aufzusuchen.

Für das große Test-Wochenende wird das Rote Kreuz laut Holzer rund 900 Rettungssanitäter benötigen und damit ungefähr ein Drittel der gesamten Mannschaft im Rettungsdienst abstellen. Haslauer erwartet dabei etwa 3.000 bis 4.000 positive Corona-Fälle, die entdeckt werden.

Fest steht seinen Angaben zufolge jetzt auch die finanzielle Abgeltung für das Personal bei den Testungen: Jene Helfer, die die Abstriche vornehmen, sollen 20 Euro pro Stunde steuerfrei erhalten, die Assistenten zehn Euro je Stunde.

Erster Massentest in Salzburg: "Es hat leicht gekitzelt"

Annaberg im Salzburger Tennengau ist Österreichs erster Schauplatz eines Corona-Massentests. Und der lockt gleich zum Auftakt bei Tagesanbruch nicht nur Einheimische hinter dem Ofen hervor, sondern auch massenweise Journalisten und Fernsehteams zur einzigen Foto- und Filmmöglichkeit im Feuerwehrhaus.

Annaberg-Lungötz. Selbst aus dem Ausland sind Reporter angereist, wobei sich vor allem Interesse aus Deutschland feststellen lässt, wie Teams der deutschen Fernsehsender RTL oder NTV zeigen. Die Wartenden, Frauen wie Männer, Jung wie Alt, verschwinden zuerst kurz in einem roten Vorzelt, in dem mit Unterstützung eines Feuerwehrmannes Daten aufgenommen werden: die Nummer der E-Card etwa oder die Telefonnummer.

In der nächsten Station, einem überdachten Vorgebäude, wird dann die Identität überprüft. In größeren Ortschaften wäre dafür ein Lichtbildausweis notwendig, in Annaberg fällt das fast bei jedem weg: Man kennt sich in einer Gemeinde mit rund 2.300 Einwohnern. Dann erhalten die Teilnehmer noch eine laufende Nummer und schon geht es ab in die Teststraße, die in der Feuerwehr-Fahrzeughalle mit drei Testlinien errichtet worden ist.

Zwei Feuerwehrleute regeln den Zugang und zwei Helfer übernehmen Registrierung und Erstellen des Testverzeichnisses. Drei Rot-Kreuz-Helfer nehmen die Antigen-Schnelltests ab, drei weitere werten diese dann gleich aus. Und dann gibt es noch zwei Assistenten und zwei Kontakt-Tracer, die positiv getestete Probanden später informieren und mit ihnen einen Termin für den PCR-Test heute ab 19.00 Uhr vereinbaren.

Bürgermeister Martin Promok begrüßte Bürger

Bürgermeister Martin Promok (SPÖ) steht selbst den ganzen Vormittag beim Feuerwehrhaus, begrüßt die Menschen in der Warteschlange, spricht mit ihnen und bedankt sich für die Teilnahme am Massen-Screening. "Mit der Beteiligung bisher bin ich sehr zufrieden", meinte er kurz zur APA. Franz Wieser, der Sprecher des Landes, kann bereits mit einer ersten Zahl aufwarten: "In der ersten halbe Stunde sind schon rund 70 Personen beim Test gewesen. Wir hoffen, dass es heute schon noch gut 500 werden." In Summe erwarten sich die Organisatoren eine Beteiligung von 50 Prozent der 2.200 zum Test gebetenen Gemeindebürger.

"Der Test ist sehr schnell über die Bühne gegangen, es ist nichts dabei und man braucht sich nicht davor fürchten", berichtet eine 45-Jährige der APA nach Verlassen des Feuerwehrhauses. Und ihr 15-jähriger Sohn ergänzt: "Ich finde es auch sehr sinnvoll, wenn man weitere Menschen mit dem Virus so herausfiltern kann." Antworten, die bei allen Befragten ähnlich ausfallen. Ein Pensionist vergleicht den Ablauf des Tests mit einer Wahl, "anders ist nur, dass man getestet wird. Und es hat leicht gekitzelt."

In dem regen Treiben vor dem Feuerwehrhaus bleibt an diesem Dienstagvormittag nur einer mehr oder weniger "arbeitslos": ein im Wartebereich aufgestellter Spender mit Desinfektionsmittel für die Hände. Denn bei fünf Grad unter Null kommt fast jeder mit Handschuhen hier angestapft.

(APA/red)

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