Eric Clapton begeisterte seine Fans bei Wien-Konzert

Eric Clapton begeisterte seine Fans beim Konzert in der Wiener Stadthalle.
Eric Clapton begeisterte seine Fans beim Konzert in der Wiener Stadthalle. ©APA
Am Donnerstag spielte Gitarren-Gott Eric Clapton für seine Fans ein Konzert in der Wiener Stadthalle und versetzte seine Jüngerschaft in Euphorie.

Auch nach mehreren Jahrzehnten im Rock- und Blues-Olymp ist Clapton kein Mann großer Worte. Der einst auf britischen Wänden via Graffiti zertifizierte Gitarrengott (“Clapton is God”) betritt die Bühne und spielt. Da und dort ein kleines, höfliches “Thank You”, das war es schon mit der Publikumsumarmung. Der Rest ist Musik, in Claptons Fall selbstverständlich Blues bis Artverwandtes, wie es der Opener “Somebody’s Knocking” und das folgende “Key To The Highway” vorgaben.

Akustik-Set während eineinhalbstündiger Show in Wien

Mit dem aufgemotzten “Pretending” unternahm Clapton sogar einen Ausflug in seine weniger glorreiche 80er-Phase, mit Muddy Waters’ “Hoochie Coochie Man” wurde es gleich wieder erdig. Erste richtige emotionale Höhepunkte lieferte aber der Akustik-Set inmitten der eineinhalbstündigen Show mit “Driftin’ Blues” – und leider zugleich auch einen Tiefpunkt: Die zu laut dahinwabernde Keyboard-Wand bei “Tears in Heaven”, die wohl eine Pedal Steel Guitar hätte imitieren sollen, geriet zur akustischen Nervenbelastung.

Mit “Layla” folgte prompt die Versöhnung mit den Ohren. Die Fans nahmen Clapton ohnehin nichts übel, das streckenweise durch Überprofessionalismus glattgebügelte Programm, in dem kein Bandmitglied weniger glänzte als Clapton, hätte dennoch ein wenig mehr Dreck vertragen. Dass der Anteil an Vollblutmusikern im Publikum hoch gewesen sein muss, merkte man auch am Mitklatschen an den richtigen Stellen.

Eric Clapton begeisterte seine Fans in der Stadthalle

So viel Eifer muss belohnt werden: Mit der auf dieser Tour nur sehr selten zu hörenden Ballade “Wonderful Tonight”. Robert Johnsons “Cross Road Blues” blies sogleich sämtliches Schmalz von der Bühne, “Cocaine” beendete die reguläre Show zur Zufriedenheit aller. Und bei der Zugabe, Joe Cockers “High Time We Went”, durfte Organist Paul Carrack zum zweiten Mal an diesem Abend seine rauchige Stimme einsetzen.

Orgiastische Bühnenerlebnisse sehen zwar anders aus, dennoch bewies Clapton mit seinem kontrollierten und zugleich emotionalen Spiel göttliche Selbstverständlichkeit und schaffte es sogar, trotz der schwierigen Soundverhältnisse in der Stadthalle auf der Bühne zu bleiben. Dieses in Wien schon fast lieb gewonnene Manko hatte tags zuvor bereits Eddie Vedder von Pearl Jam angeprangert. Aber bis zu einem möglichen Song Contest an diesem Ort bleibt ja genügend Zeit…

(APA/Red)

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