Erfolgreiche "Andre Chenier"-Premiere auf der Seebühne

Der Wettergott hatte trotz stundenlangen Regens bis zum Abend gnädiges Einsehen und ließ Mittwochabend die Premiere der 66. Bregenzer Festspiele mit der Revolutionsoper "Andre Chenier" von Umberto Giordano unter freiem Himmel ungestört über die Seebühne gehen.
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Allerdings mussten sich Bundespräsident Heinz Fischer und die übrigen fast 7.000 Besucher warm anziehen. Nach zwei Stunden packender Verismo-Oper vor dem Hintergrund der französischen Revolution, turbulenten Szenen, kantablen Arien, Duetten und Chören gab es auf der Bühne zwar kein Happy End, dafür viel Schlussbeifall für die Protagonisten und das Leading Team.

Andre Chenier uraufgeführt 1896

Umberto Giordanos 1896 in Mailand uraufgeführte Oper “Andre Chenier” handelt vom gleichnamigen Dichter und seiner Liebe zur Adeligen Maddalena di Coigny während der französischen Revolution. In der Dreiecksgeschichte ist der Diener und spätere Revolutionär Carlo Gerard der Gegenspieler. Die Geschichte endet für das Liebespaar erwartungsgemäß blutig unter der Guillotine. Nach dem Text von Luigi Illica hat Giordano mit der fesselnden Verismo-Oper das erfolgreichste Werk seiner Laufbahn komponiert.

Beeindruckendes Bühnenbild auf dem See

Auf der Seebühne beeindruckt das überdimensionale Bühnenbild (David Fielding), eine dem Gemälde “Marats Tod” von Jaques-Louis David nachempfundene Riesenskulptur mit einem kippbaren 60 Tonnen schweren Kopf. Nach dem ersten Akt wird ein rund 1.000 Quadratmeter großes Tuch wie ein Vorgang hochgezogen, der Riesenkopf (von Marat) wird sichtbar und die Revolutionswirren beginnen. In einem von Keith Warner inszenierten, furiosen Ablauf feiert zunächst der dekadente Adel überbordende Feste, später tummeln sich revolutionäre Garden oder Tribunale urteilen über Leben und Tod. Dieser tritt in personifizierter Form als Sensenmann immer wieder auf und bildet dadurch eine dramaturgische Klammer.

24 Aufführungen von Andre Chenier 2011

Ulf Schirmer am Pult der Wiener Symphoniker koordiniert aus dem Festspielhaus die Aufführung. In der Premierenbesetzung glänzten Tenor Hector Sandoval in der Titelpartie des Andre Chenier, die Sopranistin Norma Fantini als Maddalena und Bariton Scott Hendricks als Carlo Gerard. Applaus gab es ebenso für den Prager Philharmonischen Chor und den Bregenzer Festspielchor sowie für Stunt-Akrobaten, die in luftiger Höhe tanzten oder nach waghalsigen Salti im See landeten. Die Oper wird bis 21. August noch 23 Mal wiederholt und im kommenden Sommer 2012 wieder aufgenommen.

200.000 Besucher bei den Festspielen erwartete

Am Donnerstag erlebt im Festspielhaus die Auftrags-Oper “Achterbahn” der britischen Komponistin Judith Weir die Uraufführung. Das Werk wurde in Koproduktion der Festspiele mit dem Royal Opera House Covent Garden, London, erarbeitet. Insgesamt werden heuer von den Bregenzer Festspielen rund 100 Veranstaltungen geboten, erwarten werden in Summe knapp 200.000 Besucher.

(APA)

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