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England will "Schock" mit Sieg gegen Algerien überwinden

Für Englands Fußball-Nationalteam geht es am Freitag (20.30 Uhr) um mehr als nur den Sieg gegen Algerien. Im Green Point Stadion von Kapstadt muss die Elf von Fabio Capello nach dem enttäuschenden 1:1 gegen die USA im Auftaktspiel wieder die Kontrolle in Gruppe C an sich reißen und auch auf das Toreschießen bedacht sein.
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Denn die bessere Trefferdifferenz könnte am Ende entscheidend sein. Platz zwei im Pool würde aller Voraussicht nach das schwere Achtelfinal-Duell mit Deutschland bringen.

England geht als klarer Favorit in das erste Duell mit den Nordafrikanern, noch nie zuvor haben die “Three Lions” gegen ein afrikanisches Team verloren. Capello muss auf Verteidiger Ledley King verzichten, der sich gegen die USA verletzte, kann aber wieder auf Mittelfeld-Mann Gareth Barry zurückgreifen, der schon in der Qualifikation eine wichtige Rolle spielte. Kapitän Steven Gerrard ist der Ernst der Lage vor dem “Pflichtsieg” bewusst. “Es war ein Schock und hat uns zurückgeworfen, aber ich denke, wir haben o.k. gespielt”, sagte der Liverpool-Star, der gegen die USA bereits nach vier Minuten traf. “Jetzt müssen sieben Punkte unser Ziel sein.”

Fans und Medien beschäftigte in den vergangenen Tagen besonders die Frage nach dem Schlussmann. Der schier unglaubliche Patzer von Robert Green gegen die USA dürfte aber keine Konsequenzen haben, es scheint, als würde Capello weiter auf ihn setzen. Trotz zahlreicher Kritiker, die lieber den jungen Joe Hart im Tor sehen würden. Verteidiger Jamie Carragher verwehrte sich allerdings gegen Kritik am Teamchef: “Er ist Fabio Capello. Schaut euch an, was er in seiner Karriere erreicht hat, schon allein mit England – wie wir uns qualifiziert haben.”

Für Wirbel, aber auch Ansporn sorgt im Vorfeld die Kritik von “Kaiser” Franz Beckenbauer. Der hatte gelästert, England habe einen “Schritt rückwärts in die Zeiten des Kick and Rush” gemacht. Für Rooney Grund genug, auch ein Achtelfinalduell mit Deutschland nicht zu scheuen. “Es wäre schön, sie zu schlagen”, meinte der 24-Jährige, der freilich auf der Suche nach seiner Torgefährlichkeit ist. Seit 30. März und seiner folgenschweren Knöchelverletzung gegen Bayern München hat er nicht mehr getroffen, im Nationalteam dauert die Flaute bereits seit September des Vorjahres an.

Rooney ist nach seinem Auftritt gegen die USA auf Verbesserungen bedacht. “Es waren Momente da, aber ich weiß, dass ich besser spielen kann”, sagte er und brachte große Vorbilder ins Spiel: “Ich schaue darauf, was Maradona und Pele erreicht haben. Sie haben die WM beim Schopf gepackt und quasi im Alleingang gewonnen. Wenn ich die Hälfte dessen, was sie geschafft haben, erreicht, wäre das großartig.”

Algerien droht wie schon bei den Endrunden 1982 und 1986 das Aus in der Vorrunde. Nach der 0:1-Niederlage gegen Slowenien in just jenem Spiel, in dem man sich am meisten erhoffte, scheint die Mission der “Wüstenfüchse” ihrem Ende entgegenzugehen. “England ist eine super Mannschaft und gehört zu den Titelfavoriten”, sagte Trainer Rabah Saadane. “Es wird ein sehr, sehr schwieriges Spiel für uns, aber wir haben nichts zu verlieren.”

Saadane, dem lediglich Abdelkader Ghezzal, der innerhalb von 15 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz musste, fehlt, plant keine großen personellen Änderungen. Bezüglich seines Tormanns Faouzi Chaouchi, der den slowenischen Sieg mit einem Patzer erst möglich gemacht hatte, bleibt Saadane eine Entscheidung allerdings erspart: Der Schlussmann laboriert an einer Knieverletzung und muss voraussichtlich passen.

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