England und USA im Achtelfinale

England und USA haben sich am Mittwoch für das Achtelfinale der Fußball-WM in Südafrika qualifiziert.
Algerien - USA
Slowenien - England

Die englische Fußball-Nationalmannschaft hat bei der WM in Südafrika in der letzten Runde der Gruppenphase den ersten Sieg gefeiert und damit noch den Sprung ins Achtelfinale geschafft. Die “Three Lions” setzten sich vor 38.000 Zuschauern im Nelson-Mandela-Bay-Stadium von Port Elizabeth gegen Slowenien völlig verdient mit 1:0 (1:0) durch. Den entscheidenden Treffer erzielte Tottenham-Stürmer Jermaine Defoe in der 23. Minute.

England (5 Punkte) schaffte damit wie beim WM-Turnier 1990 nach einem 1:1 und 0:0 zum Auftakt, mit einem 1:0-Erfolg im dritten Spiel (damals knapp gegen Ägypten) den Aufstieg. Damals stießen sie bis ins Halbfinale vor. Die unterlegenen Slowenen (4) verpassten hingegen in der Gruppe C hauchdünn das Weiterkommen. Erst in der 91. Minute hatte Landon Donovan die USA (5) im Parallelspiel gegen Algerien (1) zu einem 1:0-Erfolg, in die nächste Runde und auch zum Gruppensieg geschossen.

Die Engländer zeigten sich gegenüber den schwachen Unentschieden gegen die USA (1:1) und Algerien (0:0) deutlich verbessert, waren viel spielfreudiger und fanden auch die nötigen Chancen vor. Während Slowenien-Goalie Samir Handanovic noch mit einem Freistoß von Lampard aus 35 Metern (14.) sowie einem Schuss von Johnson (20.) keine Mühe hatte, musste sich der 25-Jährige kurze Zeit später erstmals geschlagen geben. Nach einer Milner-Flanke traf Defoe Volley zum 1:0. Handanovic war zwar dran, konnte den Ball aber nicht mehr über das Tor abwehren (23.). Der Tottenham-Angreifer rechtfertigte damit seine Aufstellung von Beginn an vollauf, für den zuletzt schwachen Heskey.

Die Elf von Coach Fabio Capello gab sich damit aber nicht zufrieden und spielte weiter munter nach vorne. Nach einer Milner-Flanke sowie einer Handanovic-Faustabwehr setzte Lampard aber den Abstauber vom 16er drüber (27.). Drei Minuten später behielt Sloweniens Goalie bei einer Doppelchance gegen Defoe und Gerrard (30.) in höchster Not die Oberhand (30.).

Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielgeschehen, die favorisierten Engländer dominierten die Partie, hatten mehr Spielanteile und drückten auf die Vorentscheidung. Schon nach wenigen Sekunden kam Defoe im Strafraum nach einem Gerrard-Kopfball nicht mehr richtig zum Abschluss (46.). Zusätzlich zeichnete sich Handanovic bei einem harten Terry-Kopfball aus (57.).

Und gleich in der nächsten Aktion stand den Slowenen auch das nötige Glück zur Seite. Rooney traf alleine stehend vor Handanovic nur die Stange (58.). Die Aktion war charakteristisch für die derzeitige Situation des Manchester-United-Stürmers, der gegen die Slowenen zwar viel rackerte, aber immer noch seiner Form hinterherläuft. In der 72. Minute war der Arbeitstag für Rooney dann vorbei, Joe Cole kam für ihn in die Partie.

Die Engländer wandten damit das erstmalige Aus in der Gruppenphase seit 1958 ab. Die Truppe von Coach Matjaz Kek muss hingegen zum dritten Mal nach der EM 2000 und der WM 2002 bei einem “großen Turnier” vorzeitig nach Hause fahren.

 

USA: Last Minute Tor

 

Die USA haben am Mittwochnachmittag in Pretoria mit einem hochverdienten 1:0-(0:0)-Sieg über Algerien das Achtelfinale der FußballWM in Südafrika erreicht. Erst der Treffer von Landon Donovan in der 91. Minute erlöste die klar dominierenden Amerikaner und brachte ihnen neben den Aufstieg auch noch den Sieg in der Gruppe C. Bei einem torlosen Remis wäre das Team von Bob Bradley nämlich ebenso out gewesen wie die Algerier, die lediglich beim 0:0 gegen die Engländer einen Punkt geholt hatten, da das Parallelspiel mit einem 1:0-(1:0) von England über die ebenfalls ausgeschiedenen Slowenen endete.

Vor den Augen der 35.827 Zuschauer im Loftus-Versfeld-Stadion, darunter auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, entwickelte sich von Beginn weg eine tolle Partie. Beide Trainer hatten sehr offensiv aufgestellt, um auf Sieg zu spielen und so den Aufstieg noch zu schaffen. Aber im Abschluss haperte es auf beiden Seiten gewaltig, weshalb der entscheidende Treffer erst in der Nachspielzeit fiel.

Den Chancen-Reigen eröffnete Algeriens Mittelstürmer Rafik Djebbour mit einem Lattenschuss (6.), im Gegenzug scheiterte Herculez Gomez an Schlussmann Rais M’Bolhi (7.). In Minute 20 traf Clint Dempsey zur vermeintlichen Führung der Amerikaner, doch der Schiedsrichter-Assistent entschied auf Abseits. Allerdings hätte der Treffer zählen müssen, wie die Zeitlupe bewies, da sich Dempsey beim Schuss von Gomez auf gleicher Höhe mit dem letzten algerischen Verteidiger befunden hatte.

Bei den Nordafrikanern sorgte Karim Matmour mit Distanzschüssen wiederholt für Gefahr, doch US-Goalie Tim Howard ließ sich nicht überraschen (26., 38.). Zwischen diesen “Granaten” hätten die USA eigentlich in Führung gehen müssen, aber nach Vorarbeit von Donovan und Schuss von Dempsey, den M’Bolhi reflexartig parierte, traf Jozy Altidore aus fünf Metern nicht ins Tor (37./drüber).

In dieser Tonart ging es nach dem Wechsel weiter, da Dempsey auch die dritte Hundertprozentige für das Team von Bob Bradley ausließ: Zuerst traf der Fulham-Spieler nach einem schweren Abwehrschnitzer den Innenpfosten, sein Nachschuss verfehlte dann das leere Tor (57.). Und der in der Pause für Gomez eingewechselte Benny Feilhaber scheiterte aus kurzer Distanz gleich zweimal am an diesem Tag fehlerlosen M’Bolhi. Im Gegenzug verzog Ziani für die nun klar in die Defensive gedrängten Algerier (beide 68.).

Danach schwanden bei den Nordafrikanern langsam, aber sicher die Kräfte, doch die US-Amerikaner konnten diese Schwäche vorerst nicht nutzen. Im Gegenteil, bei einem Schuss von Joker Rafik Saifi bewahrte Schlussmann Howard seine Mannschaft vor dem 0:1. Es folgte ein blitzschneller Konter über Donovan und Altidore, bei dem Donovan im ersten Versuch an M’Bolhi scheiterte. Auch Dempsey verstolperte, doch im Nachsetzen jagte Donovan den Ball noch in die Maschen (alles 91.). Im Finish sah Algeriens Kapitän Anthar Yahia wegen Kritik noch Gelb-Rot (92.).

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