Energieautonomie braucht Sonnenenergie

"In 35 Jahren soll in Vorarlberg pro Jahr nur mehr so viel Energie benötigt werden, wie innerhalb der Landesgrenzen bereitgestellt werden kann." Foto: Die Teilnehmer der Pressekonferenz.
"In 35 Jahren soll in Vorarlberg pro Jahr nur mehr so viel Energie benötigt werden, wie innerhalb der Landesgrenzen bereitgestellt werden kann." Foto: Die Teilnehmer der Pressekonferenz. ©Energieinstitut Vorarlberg
Heizen, waschen und trocknen mit der Sonne.   Die Ziele der Energieautonomie Vorarlbergs sind klar: In 35 Jahren soll in Vorarlberg pro Jahr nur mehr so viel Energie benötigt werden, wie innerhalb der Landesgrenzen bereitgestellt werden kann.

 

„Um das zu erreichen, muss auch die direkt eingestrahlte Solarenergie bestmöglich genutzt werden. Die konkreten Ziele der 101 enkeltauglichen Maßnahmen sind, dass bis zum Jahr 2020 jährlich 15.000 m² Sonnenkollektoren für Warmwasser, Heizung und für gewerbliche Anwendungen zugebaut werden müssen. Hier sind wir auf bestem Weg.“ ist Umweltlandesrat Erich Schwärzler überzeugt.

 

Vorarlberg ist EU-Spitze

Und die Statistik gibt Schwärzler recht: Die Gesamtfläche für thermische Solaranlagen und Photovoltaik in Vorarlberg liegt Ende 2013 bei rund 550.000 m². 60% der Fläche entfallen auf die Warmwasserproduktion, 40% auf die Produktion von Strom. Umgerechnet sind das 0,7 m² Photovoltaikmodule und 0,8 m² thermische Kollektoren pro Einwohner. Damit liegt Vorarlberg im EU-Vergleich an der Spitze.

 

Land Vorarlberg unterstützt Solarnutzung seit 1990

Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Das Land Vorarlberg unterstützt die Solarnutzung seit 1990. Eine durchschnittliche Solaranlage für die Warmwasserbereitung wird mit etwa 1.500 Euro Einmalzuschuss unterstützt. Wird mit der Solaranlage zusätzlich geheizt, erhöht sich der Landeszuschuss auf bis zu 3.500 Euro.

Um den reibungslosen Betrieb einer installierten Anlage sicher zu stellen, übernimmt das Land die Kosten für eine erste Überprüfung der Anlage nach einem Jahr. Damit reagiert das Land auf die Tatsache, dass weniger als die Hälfte aller installierten Anlagen tatsächlich den Förderkriterien entsprechen.

„Wir empfehlen unbedingt, den Wartungsscheck des Landes einzulösen“, so Josef Burtscher vom Energieinstitut Vorarlberg, Das Um und Auf bei der Solarnutzung seien eine gute Planung, ein qualitätsvoller Einbau und eine regelmäßige Wartung. „Wie ein Auto muss auch eine Solaranlage regelmäßig auf ihre einwandfreie Funktionsfähigkeit geprüft werden“ so Burtscher weiter.

Die Energieregion Vorderwald bietet deshalb derzeit einen Solaranlagen-Check an. Gefördert von den acht Gemeinden kann sich der Solaranlagenbetreiber die Anlage von einem neutralen Fachmann überprüfen lassen. Über 160 Checks werden im heurigen Sommer durchgeführt.

 

Heimische Wirtschaft profitiert von Solar- und PV-Boom

Solaranlagen sind kein kurzlebiges Geschäft: So feierte ein heimischer Anlagenhersteller kürzlich sein zwanzigjähriges Bestehen. Der jährliche Zuwachs von 15.000 m² Kollektorfläche im Jahr bedeutet ein Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro. Ein ähnlich hoher Investitionsbetrag bringt die Installation von Photovoltaikanlagen.

„Die Hälfte davon wird aus der PV-Aktion 2014 stammen, die vom Energieinstitut Vorarlberg gemeinsam mit 26 Vorarlberger Betrieben, über 30 engagierten Gemeinden und den Energiemodellregionen Leiblachtal und Klostertal durchgeführt wird.“ ergänzt Geschäftsführer Josef Burtscher stolz.

800 Besucher haben die Infoveranstaltungen zur PV-Aktion besucht. „Das Interesse an Photovoltaik boomt und die Förderbedingungen für kleine Anlagen bis 5 kWp sind gut“, so Burtscher weiter.

 

Sonnenenergie ist vielfach nutzbar

Überall dort, wo die Nachfrage an Wärme und elektrischer Energie sich mit dem Solarangebot deckt, ist die Sonnenenergie ideal eingesetzt. Typisch ist der Warmwasserbedarf im Sommer bzw. in der Übergangszeit. Doch darüber hinaus sind weitere Anwendungen möglich, wie der Landwirtschaftsbetrieb der Familie Nigsch in Langen bei Bregenz zeigt:

Hier wird die Energie der Sonne nicht nur für Heizen der Wohnräume und für die Warmwasserbereitung im Privatbereich eingesetzt. Auch in der Landwirtschaft spart die Nutzung der Sonne Öl und Holz. So wird im Sommer täglich Warmwasser für die Reinigung der Milchanlagen produziert. Und die Heutrocknung wird ebenfalls von der Solaranlage unterstützt. Trotz der vielfältigen Verwendung wird im Sommer ein Überschuss produziert, mit dem das benachbarte Gasthaus mitversorgt wird.

Die Entscheidung für die Solarenergie fiel, als die 55 kW Hackgutanlage an ihre Grenzen stieß. Statt der Vergrößerung der Holzheizung entschied sich Herr Nigsch für die Installation einer 31 m² großen Solaranlage.

„Im Sommer beziehen wir die gesamte im Betrieb benötigte Wärme aus der Solaranlage“ erläutert Anton Nigsch. Die Hackgutheizung läuft nur bei längeren Schlechtwetterperioden. „Das entlastet die Heizanlage und schafft ein gutes Gewissen“, so der Landwirt stolz, der damit rund 12% der jährlich benötigten Energie umweltfreundlich mit der Sonne abdeckt.

 

Sonnenenergie ist auch für industrielle Prozesse nutzbar

Thermische Sonnenenergienutzung bei Unternehmen findet man häufig in der Hotellerie und Gastronomie. Doch auch produzierende Betriebe entdecken die Sonnenenergie: Die Firma KRAL in Lustenau beispielsweise hat auf ihren Dächern 540 m² Vakuumröhrenkollektoren installiert und speist die Wärme in ihre Energieversorgung ein. Im Gaißauer Werk des Beschlägeherstellers Blum ersetzen 460 m² Röhrenkollektoren jährlich etwa 22.000 m³ Erdgas.

Der Klimafonds unterstützt auch 2014 Gewerbeunternehmen, wenn sie für solare Prozesswärme eine Solaranlage mit mehr als 100 m² installieren. Einreichfrist ist der 25.9.2014. Die Höhe der Förderung beträgt mindestens 40% der umweltrelevanten Mehrkosten. (www.umweltfoerderung.at).

Das Energieinstitut Vorarlberg bietet bereits über Jahre hinweg neben einem „Energiecheck“ eine Detailberatung über Sonnenenergienutzung im Gewerbe an.

 

Fakten zur Solarenergie in Vorarlberg

  • 550.000 m² Solar- und PV-Anlagen sind in Vorarlberg installiert, damit ist Vorarlberg EU-Spitzenreiter
  • 15.000 m² thermische Solaranlagen sollen bis 2020 jährlich dazukommen
  • 40 Millionen Euro beträgt derzeit das jährliche Investitionsvolumen für PV und thermische Anlagen
  • mit bis zu 3.500,- Euro fördert das Land Solaranlagen auf Wohngebäuden
  • mit mindestens 40% der umweltrelevanten Mehrkosten fördert der Klima- und Energiefonds für die thermische Solarnutzung bei gewerbliche Großanlagen

 

Das Energieinstitut Vorarlberg

begleitet seit seiner Gründung 1985 die Nutzung der Solarenergie in Vorarlberg – von den ersten Solarselbstbaugruppen bis zur hochspezialisierten Anwendung in industriellen Prozessen. Die Beratung und Bildung von Betrieben, Gemeinden und Bürgern zur effizienten und sinnvollen Nutzung von Sonnenenergie ist nach wie vor eine Kernleistung. Regelmäßig initiiert das Energieinstitut Vorarlberg Aktionen zur Solarenergie.

 

Quelle: Energieinstitut Vorarlberg 

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