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Ende Juli soll neues Kurzarbeitsmodell stehen

Wirtschaftsministerin Schramböck gab heute Auskunft über die Arbeitsmarktsituation in Österreich.
Wirtschaftsministerin Schramböck gab heute Auskunft über die Arbeitsmarktsituation in Österreich. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Bis Ende Juli soll ein neues Kurzarbeitsmodell stehen, das besser auf die Anforderungen der einzelnen Branchen eingehen soll. Genauere Details konnte Wirtschaftsministerin Schramböck am Dienstag nicht geben.
Wieder mehr Personen in Kurzarbeit

Regierung und Sozialpartner brüten mit Hochdruck an einem neuen Kurzarbeitsmodell, das längerfristig auch den je nach Branche unterschiedlichen Anforderungen gerecht wird. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) verwies am Dienstag auf einen Ministerrat am 29. Juli. Ihr Wunsch an die Sozialpartner sei es, rund um dieses Datum schon eine Richtung sagen zu können, wohin es gehen solle.

Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ebenfalls ÖVP) meinte zu dem neuen Modell lediglich, man arbeite "auf Hochtouren auch mit den Sozialpartnern" daran - kommunizieren werde man es, sobald es fertig sei. ÖGB-Chef Wolfgang Katzian hatte zuletzt darauf verwiesen, dass einige Branchen, etwa die Industrie, erst im Herbst so richtig den Einbruch zu spüren bekommen würden. "Deshalb brauchen wir dringend ab Oktober eine neue Kurzarbeitslösung, und die soll schon anders sei", meinte er in einem Interview in der Zeitung "Österreich". Dem ÖGB schwebt dabei eine bestimmte Mindestarbeitszeit, etwa 40 Prozent, vor - und jedenfalls keine Bandbreite mehr von 10 bis 100 Prozent.

Industrie braucht Kurzarbeit

Dass die Industrie bereits stärker Kurzarbeit benötigt, zeigen auch die jüngsten wöchentlichen Daten, die Aschbacher wie jeden Dienstag vorlegte. Demnach kommt von den aktuell rund 35.000 vorliegenden Kurzarbeits-Verlängerungsanträgen mehr als ein Drittel aus der Warenproduktion, also vor allem der Industrie, und nur noch 15 Prozent aus dem Handel; am Höhepunkt der Krise waren die beiden Sektoren etwa gleich stark vertreten. Neben bestimmten Industriezweigen hatte ÖGB-Chef Katzian auch die Stadthotellerie und die Luftfahrt als Bereiche genannt, "die in sechs Monaten nicht hochkommen werden". Das neue Modell müsse auch ein bis zwei Jahre nutzbar sein.

Seit voriger Woche sind die davor gesunken Kurzarbeits-Zahlen in Österreich wieder angestiegen. Aktuell sind 454.171 Personen in Kurzarbeit, gab Aschbacher bekannt. Vor einer Woche waren es lediglich 403.382 Menschen gewesen. Der leichte Anstieg sei zu erwarten gewesen, weil Betriebe auch noch rückwirkend Verlängerungsanträge stellen können. Bis zur vorigen Woche hatte sich die Kurzarbeit binnen sieben Tagen fast halbiert. Gegenüber dem Höhepunkt der Krise beträgt der Rückgang bis zum heutigen Tag immerhin rund 900.000 Personen. Bisher seien 3,5 Mrd. Euro an Kurzarbeitsgelder ausbezahlt worden, sagte Aschbacher. Bisher seien 292.000 Abrechnungen bearbeitet worden, und 43.000 Unternehmen hätten bereits sämtliche Monatsüberweisungen erhalten.

Jugendarbeitslosigkeit als große Herausforderung

Eine große Herausforderung sei aber nach wie vor bei der Jugendbeschäftigung gegeben, aktuell seien 64.370 unter 25-Jährige in Arbeitslosigkeit oder Schulung. Österreichweit habe die Lehrstellenlücke Ende Juni 2.700 betragen, es seien also 7.700 Lehrstellensuchenden lediglich 5.000 beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldete Stellen gegenüber gestanden. Besonders groß sei die Lücke in Wien, sagte Aschbacher, wo es zuletzt 300 offene Lehrstellen, aber 3.400 Lehrstellensuchende gegeben habe. Demgegenüber gebe es zum Beispiel in Oberösterreich lediglich doppelt so viele Lehrstellensuchende wie Lehrstellen.

Zum Schließen der Lehrstellenlücke habe man eine Taskforce zur Jugendbeschäftigung gebildet, der auch Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) angehöre. Jede und jeder soll einen Platz im schulischen Ausbildungsbereich oder eine Lehrstelle bekommen, lautet das Credo der Arbeitsministerin. Ein neues "Programm für 1.000 Jugendliche" solle 20- bis 30-Jährigen das Nachholen des Lehrabschlusses oder den Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen. Gesucht würden Produktionsbetriebe zur Ausbildung, aber auch Firmen, die die Facharbeiter danach beschäftigen. Abgewickelt werden soll das Projekt übers AMS, man gehe im Schnitt von einer zweijährigen Ausbildung aus, während der der Bund Hilfe gebe - also maximal halb so lang wie üblicherweise die Ausbildung dauert. Schramböck sagte, im Rahmen dieser Jugendstiftung stünden 11.700 Euro pro Lehrling zur Verfügung. Laut Aschbacher werden die Praktika ebenfalls bezahlt vom AMS, und zwar in gleicher Höhe wie das Arbeitslosengeld.

(APA/red)

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