Encanto - Kritik und Trailer zum Film

In den Bergen Kolumbiens wohnt eine ungewöhnliche Familie. Jedes Mitglied der Madrigals hat eine magische Fähigkeit bekommen - nur Mirabel nicht. Der quirlige Lockenkopf ist die Titelfigur im neuen Disney-Film "Encanto". Der Animationsfilm erzählt davon, was es heißt, Außenseiterin zu sein. Denn als der Familie plötzlich Gefahr droht, kommt auf Mirabel eine große Aufgabe zu.

Die Weihnachtszeit naht, und Disney kommt verlässlich mit einem passenden Familienfilm in die Kinos. In "Encanto" geht es allerdings weniger vorweihnachtlich zu, denn blumig, heiß und südamerikanisch. So feiert die Latino-Community in dem schnellen Musikstreifen um Außenseitertum, Familienkonstellationen und Wunder fröhliche Urständ. Und nicht zuletzt das Frausein, sind doch alle zentralen Charaktere weiblich. Am Freitag kommt der politische korrekte Animationsspaß ins Kino.

Encanto - Kurzinhalt zum Film

Hauptfigur ist Teenagerin Mirabel, die so gar keine Rolle in ihrer magischen Familie Madrigal zu haben scheint - außer vielleicht jene der Außenseiterin. Man lebt inmitten der kolumbianischen Berge, und jedes Familienmitglied hat eine besondere Gabe. Mirabels große Schwester Isabela kann Blumen aus dem Nichts erschaffen, Mutter Julieta kann Verletzungen mit ihren Kochkünsten heilen und Schwester Luisa ist bärenstark.

Einzig Mirabel ist bei der magischen Zeremonie, bei der die jungen Madrigals ihre überraschenden Fähigkeiten erhalten, einst leer ausgegangen. Sie ist damit eine einzige Enttäuschung für die Familie, allen voran für die Matriarchin Abuela Alma, die Großmutter. Sie befürchtet den Verlust der gesamten familiären Magie, die ihr einst auf der Flucht im Krieg und nach dem Tod ihres Mannes von den höheren Mächten zuteilwurde.

In der schweren Stunde auf der Flucht erschien ihr einst eine magische Kerze, die nicht nur ein neues Dorf aus dem Nichts entstehen ließ, sondern auch die Familie mit den Zaubertalenten ausstatte, mit denen die Madrigals zu den Beschützern der gesamten Gemeinschaft wurden. Wenn die Flamme der Kerze jedoch erlischt, droht auch das Ende dieses Zauberdorfs in den Bergen. Und es mehren sich die Anzeichen, dass dies geschehen könnte.

Selbstredend ist es Mirabel, die das Abenteuer bestehen muss, diese Bedrohung von ihrer Familie abzuwenden. Dazu muss sie das Rätsel um die verschwindende Magie lösen und ihren verschollenen Onkel ausfindig machen, der als gefährlich gilt. Ungeachtet einiger gruseliger Momente finden hier aber letztlich zwei gemütvolle Außenseiter zusammen.

Encanto - Die Kritik

Inszeniert ist das Ganze vom Regieduo Jared Bush und Byron Howard ("Zoomania") mit optischer Opulenz, in buntesten Farben und mit zahlreichen Einfällen, besitzt doch etwa das magische Haus der Madrigals ein hochaktives Eigenleben. Auch die Musiknummern sind diverser gehalten als bei vielen bisherigen Disney-Projekten, zeichnet doch "Hamilton"-Schöpfer Lin-Manuel Miranda für die Musik verantwortlich, die nun auch R'n'B-Klänge mit Hip-Hop-Einsprengseln kombiniert.

Weniger lustig kommt da die Geschichte daher, bei der die Kriegstraumata der Großmutter und ihre Auswirkungen auf die nachwachsenden Generationen ebenso zu Wort kommen wie das altbekannte Plädoyer für die Einzigartigkeit eines jeden, unabhängig von seinen Fähigkeiten. Ein jeder und eine jede ist wertvoll und soll die Freiheit haben, er oder sie selbst zu sein. Ein bisschen Schmalz soll in der Vorweihnachtszeit erlaubt sein.

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(APA/Red)

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