"Elvis" aus dem Lungau begeistert Fans nicht nur in Amerika

Rusty ist einer von weltweit zwölf hauptberuflichen Elvis-Interpreten und der einzige, der nicht aus den USA stammt. Warum der 40-jährige Rudolf Stumbecker aus St. Michael im Lungau 1991 in Palm Springs (Kalifornien) 4.000 Mitbewerber in den Schatten stellte und den Imitatoren-Wettbewerb gewann, hat nicht nur mit Zielstrebigkeit zu tun.

Es ist die Begeisterung für die Person und die Musik des legendären, am 16. August 1977 im Alter von 42 Jahren verstorbenen “King of Rock ‘n’ Roll”. Der Salzburger Elvis-“Impersonator” feiert heuer sein 20-jähriges Profi-Jubiläum.

Der Todestag von Elvis Presley war auch die Initialzündung für die spätere Karriere von Rusty. “Vorher hab ich nicht gewusst, dass es ihn überhaupt gibt”, erzählte er im APA-Gespräch. Seine Mutter Berta zeigte ihm Zeitungsfotos, im Fernsehen liefen Sondersendungen. Der achtjährige Volksschüler war fasziniert von den schwarzen Haaren und Koteletten. Er beschloss, “Elvis nicht sterben zu lassen”. Dass nur ihm Koteletten wuchsen, seinen drei Brüdern nicht, nicht einmal seinem Vater, erscheint Rusty rätselhaft. Wie auch die Tatsache, dass er mit 1,80 Zentimeter so groß wie Elvis wurde und die gleiche Schuhgröße 45 hat. Sogar die Geburtszeit ist die gleiche: 4.45 Uhr.

Auch wenn dem Entertainer klar ist, dass man Elvis nicht kopieren kann, “denn jeder Mensch ist einzigartig”, so sei es ihm doch gelungen, die Musik weiterleben zu lassen. Um das zu erreichen, scheute Rusty keine Mühe. Er nahm Gitarre- und Gesangsunterricht, wurde Kellner, um sich mit dem verdienten Geld Schallplatten, Kassetten, Videos und Bücher zu kaufen. Schon während seiner Lehrzeit von 1985 bis 1988 stand er für kurze Showeinlagen auf der Bühne. Die Fähigkeit, wie Elvis tief und auch sehr hoch singen zu können, habe ihm Gott geschenkt, “dafür bin ich sehr dankbar”. Am 1. Juni 1990 schloss er in Tamsweg einen ersten Vertrag ab. Damit begann seine Profi-Karriere. Ende 1990 reiste er nach Los Angeles.

Im intensiven Training merzte er sein Schulenglisch aus und eignete sich den Tennessee Slang von Elvis an. “Sogar die Veranstalter des Imitatorenwettbewerbs in Palms Springs konnten nicht glauben, dass ich kein Amerikaner bin.” Seither trat Rusty bei unzähligen Shows im In- und Ausland auf. Seinen Angaben zufolge ist er bis heute der einzige Europäer, der einen Vertrag in Las Vegas unterzeichnete. Seine zehn Kostüme fertigten zwei Elvis-Originalschneider an. Der Anzug wiegt zwölf, der Gürtel drei und das Cape fünf Kilo. Das bringt den “Impersonator” gehörig ins Schwitzen. “Zu jedem Konzert nehme ich eine Thermoskanne mit Lungauer Wasser mit. Ich gehe glasklar auf die Bühne.”

Bisher hatte Rusty 283 TV-Auftritte und veröffentliche zehn CDs. Maximal 120 Konzerte gab er in einem Jahr. 2006 bezeichnete ihn Priscilla Presley im persönlichen Gespräch als “den größten Elvis-Interpreten”. “Sie sagte auch, ich habe die gleichen blauen Augen wie er, seine hätten aber noch mehr geleuchtet.” Wie der “King”, der von Natur aus blond war, färbt sich Rusty die Haare schwarz. Ein großes Ziel schwebt dem Entertainer noch vor: “Ein 40- oder 50-Mann-Orchester gründen, wie Elvis eines hatte.” Damit will er auf Tournee gehen. Einen Manager sucht er noch.

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