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Elbphilharmonie Hamburg: Eröffnung mit Stars der Klassikwelt

Am 11. Jänner soll die Elbphilharmonie endlich eröffnen
Am 11. Jänner soll die Elbphilharmonie endlich eröffnen
Jetzt aber echt: Am 11. Jänner soll die Hamburger Elbphilharmonie, einer der spektakulärsten Kulturbauten unserer Zeit, nach einer wechselvollen Geschichte aus Bauverzögerung und Kostensteigerungen eröffnen. Mit einem dreiwöchigen Festival zum Start will man ein Rufzeichen im internationalen Konzertleben setzen, das der österreichische Intendant Christoph Lieben-Seutter am Montag präsentierte.


Zu Beginn sind am 11. und 12. Jänner 2017 zwei Eröffnungskonzerte vorgesehen, die vom Hausensemble bestritten werden, dem NDR Elbphilharmonie Orchester – dem frisch umbenannten NDR Symphonieorchester. Dabei setzt Chefdirigent Thomas Hengelbrock gleich zur Eröffnung auf Neues und startet mit der Uraufführung von Wolfgang Rihms “Triptychon und Spruch in memoriam Hans Henny Jahnn” am 11. Jänner. Tags darauf ist mit Georg Friedrich Haas und seinem neuen Werk “Release” auch österreichisches Musikschaffen vertreten, interpretiert vom zweiten Residence-Orchester, dem Ensemble Resonanz, das im Kleinen Saal der Elbphilharmonie seine künstlerische Heimat finden wird. Die Tickets für die Eröffnungskonzerte werden verlost. Ab 9. Mai bis Juli können sich Interessenten anmelden, um die Chance zu haben, beim Start der neuen Epoche in Hamburg live dabei zu sein.

Die Eröffnungstage münden in ein dreiwöchiges Festival, für das die großen Orchester des Planeten Schlange stehen. Als erstes Gastorchester wird die Chicago Symphony unter Riccardo Muti das Haus bespielen. Aber auch die Wiener Philharmoniker lassen sich nicht lange bitten und gastieren als zweites externes Ensemble unter Semyon Bychkov und Ingo Metzmacher am 22. und 23. Jänner im neuen Kulturflaggschiff.

“Es ist ein Programm, das die Relevanz der klassischen Musik in unserer Gesellschaft nicht nur erhalten, sondern neu definieren will”, zeigte sich der 51-jährige Lieben-Seutter, einstmals Chef des Wiener Konzerthauses, im künftigen Parkhaus der Elbphilharmonie selbstbewusst ob des vollen Terminkalenders im kommenden Jahr.

In der ersten Halbsaison stehen nach den Auftaktwochen einige Themenfestivals an, die das mögliche Spektrum des Kulturtankers an der Spitze der neuen Hafen City verdeutlichen sollen. Der Programmpunkt “Salam Syria” (16. bis 18. März) zeigt “die Musik eines gebeutelten Landes”, umriss Lieben-Seutter das Konzept. Es gehe hierbei darum, neue Mitbürger gemeinsam zu begrüßen. Im Rahmen von “New York Stories” (30. März bis 4. April) ist ein ganzer Abend mit John Adams vorgesehen, während Avantgardekünstlerin Anohni ein eigenes Projekt für die Elbphilharmonie präsentiert. “Maximal Minimal” (11. bis 13. Mai) bringt unter anderen Steve Reich als Hauptvertreter der Minimal Music persönlich an die Elbe.

Am 8. März gibt es das neue Projekt “Call me God: A Dictator’s Final Speech” von John Malkovich und Michael Sturminger in Zusammenarbeit mit Martin Haselböck, das nach der Weltpremiere am 12. und 13. März auch im Wiener Konzerthaus zu sehen ist. Und am 6. und 7. Mai ist der Salzburger Osterfestspiel-Intendant Peter Ruzicka mit den beiden Werken “Mnemosyne” (mit Anna Prohaska) und “… possible-a-chaque-instant” präsent.

Auch sonst liest sich die Liste der Künstler, die in den ersten Monaten im auffälligen Bau der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron auftreten werden wie das Who-is-Who der Szene: Brad Mehldau und John Zorn, Yo-Yo Ma und Chick Corea, Anja Harteros und Jonas Kaufmann, Simone Kermes und Pjotr Beczala geben sich die Klinke in die Hand.

Zugleich will man mit ersten Programmpunkten gar nicht bis zur Eröffnung am 11. Jänner warten. Brian Eno präsentiert sein Installationsprojekt “The Ship” bereits vor der Inauguration der Konzertsäle – zur Freigabe der Aussichtsplattform Plaza ab 4. November. Und Choreografin Sasha Waltz wird ab 1. Jänner für vier Tage mit ihrem Ensemble die Foyers des Hauses ertanzen.

Die ob der finanziellen Kalamitäten im Entstehungsprozess leidgeprüften Hamburger will man dann in der laufenden Saison mit dem Format “Konzerte für Hamburg” versöhnen. 60.000 Tickets gehen ab dem 4. Oktober für einstündige Konzerte in den Verkauf, die vom NDR Elbphilharmonie Orchester bestritten werden und explizit auf Abenddresscode verzichten.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) zeigte sich am Montag jedenfalls vom neuen Wahrzeichen seiner Stadt angetan: “Die Elbphilharmonie ist beeindruckend, doch nicht protzig. Sie ist wie ihre Bürger.” Damit untermauere man den Anspruch, ein Haus für alle zu schaffen: “Die Elbphilharmonie wird kein Musentempel für die oberen Zehntausend.”

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