Einkaufszentren in Wien: Mit mehr Pepp zu mehr Kunden

Das Riverside
Das Riverside
In Wien eröffnet derzeit ein Einkaufszentrum nach dem anderen: Den Anfang machte Ende September das Riverside in Liesing, diese Woche folgen frisch renoviert Gerngross in der Mariahilfer Straße sowie die Galleria Landstraße, kommende Woche das Donauzentrum in der Donaustadt.
Das neue "Riverside"

Dennoch will Erwin Pellet, Obmann der Wirtschaftskammer-Wien-Sparte Handel, nicht von einem Shoppingcenter-Boom in der Hauptstadt sprechen: “Den gibt es in Wien nicht”, erklärte er im APA-Gespräch.

Abgesehen vom neu gebauten Riverside habe es die Einkaufszentren bereits gegeben, es handle sich um Wiedereröffnungen: Gerngross und Galleria seien saniert und das Donauzentrum zudem erweitert worden. “Einige Häuser haben nicht mehr dem Standard entsprochen, beziehungsweise versuchten den Einkaufsmix zu ändern”, nannte Pellet die Gründe für die Umbauarbeiten. Die Konsumenten von heute seien verwöhnt, ihnen müsse immer wieder ein neues Einkaufserlebnis geboten werden. Dass die Eröffnungen der Shoppingtempel alle in den gleichen Zeitraum fallen – nämlich Oktober – sei genau geplant: “Jeder will am Weihnachtsgeschäft mitschneiden.”

An “großen Neubauten” sei in Wien laut Pellet zumindest mittelfristig nichts geplant. Es gebe zwar einige Flächen, zum Beispiel die Kometgründe in Meidling, die entsprechend gewidmet seien, aber: “Ich glaube nicht, dass da rasend was kommt.” Einzig der Möbelriese Ikea suche “angeblich” schon seit längerem einen innerstädtischen Standort.

Die auf Vordermann gebrachten Einkaufszentren würden kurzfristig eine “Magnetwirkung” haben und die Kaufkraft von den umliegenden Geschäften abziehen, konstatierte Pellet. Aber langfristig sehe er keine Gefahr. Als Beispiel zog er die Galleria heran: Die Landstraße sei eine “funktionierende Einkaufsstraße”, das Center werde für die Wirtschaft “rundherum” gut sein. Auch für das Umfeld des Riversides im Süden Wiens ortete er keine wirtschaftliche Bedrohung: “Ich fürchte nicht um die Fachbetriebe in der Breitenfurter Straße.” Positiv befand er, dass die dort beheimateten Wiener nun nicht mehr zum Einkaufen in die SCS fahren müssten.

Ob sich die Shoppingtempel auch langfristig erfolgreich behaupten können, hänge von einem Faktor ab: “Es kommt drauf an, ob man die Kunden binden kann, zum Beispiel mit guten Fachberatern”, weiß Pellet. Generell würde nicht nur zwischen den Zentren und den umliegenden Geschäften Konkurrenz herrschen, sondern auch untereinander – seien sie doch leicht erreichbar und beherbergten “überall die gleichen Marken”. Für welches Einkaufsvergnügen sich der Kunde entscheidet, hängt laut dem Obmann inzwischen vielmehr vom “Drumherum” ab: Gibt es Konzerte, Autogrammstunden, Lesungen? “So werden Konsumenten angezogen”, weiß Pellet.

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