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Einführung von City Maut empfohlen

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Geht es nach dem Verkehrsclub Österreich, so muss in Zukunft jeder, der in die Wiener City mit dem Auto fahren will, 3,20 Euro zahlen - durch die "City Maut" könnte der Verkehr um ein Drittel verringert werden.


Der österreichische Verkehrsclub (VCÖ) hält die Einführung einer „City-Maut“ für Graz und Wien für sinnvoll und auch für Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt und Linz für überlegenswert. Das ist das Ergebnis einer VCÖ-Studie. Die Maut solle zu Spitzenzeiten 3,20 Euro betragen und durch ein elektronisches System ähnlich der Go-Box oder durch Kauf eines Maut-Tickets in Trafiken bezahlt werden. Nachts wäre die Einfahrt kostenlos.


Verkehrsaufkommen um ein Drittel verringern

Eine City-Maut gibt es unter anderem bereits in Oslo, Trondheim und London, in Stockholm ist die Einführung laut VCÖ-Experte Martin Blum bereits beschlossen. Frankreich überlege, City-Maut für alle Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohnern einzuführen. Das Verkehrsaufkommen in Londons Stadtkern habe sich um ein Drittel verringert, gleichzeitig würden rund 1,1 Millionen Menschen mehr pro Jahr die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, sagte Blum.


Gut für die Umwelt und Gesundheit

Eine detaillierte Studie der möglichen positiven Effekte der Einführung einer City-Maut hat der VCÖ für Graz vorgelegt. Durch die City-Maut würden die mit dem Auto gefahrenen Kilometer um 19 Prozent sinken, wer weiterhin mit dem Auto fahre, komme auf eine um 30 Prozent kürzere Fahrzeit. Weiters würde die Umweltbelastung deutlich zurückgehen. Die VCÖ-Experten ermittelten ein Minus von 23 Prozent an CO2-Emissionen, ein Minus von 18 Prozent an Stickoxid-Emissionen und 24 Prozent weniger an Partikelemissionen. Die Studie habe weiters ergeben, dass jährlich rund 300 Verletzte weniger im Straßenverkehr zu beklagen wären. „Die Unfall-, Umwelt- und Gesundheitskosten sowie die Folgekosten wegen Staus könnten in Graz mit der City-Maut um 100 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden“, erklärte Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut.

Die City-Maut sei ein sinnvolles Instrument, ein weiteres Zunehmen des Verkehrs in den Städten einzudämmen. „Wenn die Politik nicht handelt, steuern Österreichs Ballungsräume auf Fahrverbote zu. Das kann nicht Ziel einer zukunftsorientierten Verkehrspolitik sein“, warnte Rauh. So habe sich die Anzahl der Pendler nach Wien von 103.000 im Jahr 1971 auf 210.000 mehr als verdoppelt, in Linz seien auf der A7 täglich um 22.000 Pkw und Lkw mehr unterwegs als noch vor 15 Jahren, auf der A1 bei Salzburg-Siezenheim betrage der Zuwachs seit 1989 mehr als 24.000 Kraftfahrzeuge.


Autofahrerclubs sind dagegen

Die Automobilclubs ÖAMTC und ARBÖ sehen keine Notwendigkeit, eine City-Maut in österreichischen Großstädten nach Londoner Vorbild einzurichten. „Mit der Einführung der Parkraumbewirtschaftung vor zehn Jahren besteht in Wien das weltweit erfolgreichste Modell zur Verringerung des innerstädtischen Verkehrsaufkommens“, sagte ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek.

ARBÖ-Pressesprecherin Lydia Ninz erklärte, sie sehe keinen Bedarf, ein gut funktionierendes System durch ein anderes Modell zu ersetzen. „Besser ist, wir schauen, wie wir das bestehende System der Parkraumüberwachung in Wien noch verbessern können.“ Der Verkehrsclub Österreich habe in seiner Analyse der Londoner Verhältnisse außerdem nicht erwähnt, dass die Umsätze der Geschäfte im Stadtkern nach Einführung der City-Maut um ein Drittel zurückgegangen seien.


City Maut ist eine unsoziale Maßnahme

Laut ÖAMTC-Aussendung werden in Wien bereits mehr als zwei Drittel aller täglichen Wege mit den öffentlichen Verkehrsmittel, dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt. Der hohe Pkw-Anteil im Pendlerverkehr und der steigende Durchfahrtsverkehr seien natürlich Problembereiche in Wien und anderen österreichischen Großstädten, die aber nicht durch derartige „unsoziale Maßnahmen“ wie der City-Maut gelöst werden könnten, so der ÖAMTC. Als besser geeignete Maßnahmen zur Verringerung des Verkehrsaufkommens in Wien schlug der Automobilclub u.a. die Beschleunigung beim Bau des gesamten Autobahnringes um Wien oder den Ausbau des Park-and-Ride-Angebots vor.

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  • Redaktion: Birgit Stadtthaler

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