Ein Monat bis zur 3. WM in Vail und Beaver Creek

Weltcuperprobte "Birds of Prey"
Weltcuperprobte "Birds of Prey"
In einem Monat beginnt in Vail und Beaver Creek die 43. alpine Ski-Weltmeisterschaft. Die beiden Orte im US-Bundesstaat Colorado sind vom 2. bis 15. Februar 2015 nach 1989 und 1999 zum bereits dritten Mal Schauplätze der Titelkämpfe. Erstmals nach sieben Weltmeisterschaften in Europa in Folge geht es damit wieder in den USA um WM-Medaillen. 2017 (St. Moritz) und 2019 (Aare) ist wieder Europa dran.


Genau genommen werden zum bereits sechsten Mal in Nordamerika alpine WM-Medaillen vergeben. 1950 fand in Aspen die erste Alpinski-WM in den USA statt, bei den Olympischen Spielen 1960 in Squaw Valley und 1980 – zum letzten Mal – in Lake Placid waren die Olympiasieger gleichzeitig auch Weltmeister.

Der Unterschied zu 1989 und 1999 ist in erster Linie jener, dass diesmal bis auf den Teambewerb alle sportlichen Bewerbe im etwa 20 Kilometer von Vail entfernten Beaver Creek Ressort über die Bühne gehen. Grund ist, dass sich dort die sportlich anspruchsvolleren Pisten befinden. Vail ist diesmal die “Party-Town”, dort finden neben den Siegerehrungen vor allem die gesellschaftlichen Ereignisse statt. Das Motto der WM 2015 lautet “Dream it. Live it. Share it.”

Die Aktiven müssen sich auf Extrembedingungen einstellen, weil die Bewerbe in extremer Höhenlage über die Bühne gehen. Der Start der Herrenabfahrt “Birds of Prey”, auf der schon viele Weltcuprennen stattgefunden haben und wo auch schon 1999 um Medaillen gefahren wurde, liegt auf 3.483 Metern. Jener der extra für die WM 2015 aus dem Beaver Creek Mountain geschlägerten Damenstrecke “Raptor” auf 3.440 m. Das für alle Bewerbe gemeinsame Ziel befindet sich auf 2.730 Metern und damit über tausend Meter höher als etwa der Start der Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel.

Die dünne Luft ist nicht das einzige außergewöhnliche Kriterium, mit dem die Athleten zurechtkommen müssen. Zur äußerst trockenen Luft und einer Zeitdifferenz gegenüber Mitteleuropa von acht Stunden kann sich in den Rocky Mountains auch leicht extreme Kälte gesellen.

Für die Anreise benötigen diesmal die Europäer Ausdauer. Nach einem gut zehnstündiger Flug in die Hauptstadt Denver geht es mit dem Auto via Interstate 70 über zwei vor allem im Winter heikle weil mehr als 3.000 Meter hohe Rocky-Mountain-Pässe über 160 (Vail) bzw. 180 (Beaver Creek) Kilometer, um in die beiden WM-Schauplätze zu kommen.

Dass in Colorado zum dritten Mal der “Teufel los” ist, ist freilich fast schon eine Garantie für spannende Bewerbe zur besten Sendezeit. Das Hundertsteldrama zwischen Hermann Maier, Lasse Kjus und Hans Knauß im Super-G von 1999 auf der legendären “Raubvogelpiste” bleibt wohl ebenso unvergessen wie der einzigartige Triumph der ÖSV-Abfahrtsdamen, die in Vail für den ersten Vierfachsieg der WM-Geschichte gesorgt hatten. Aufgrund des Zeitunterschiedes sind die Rennen in Mitteleuropa zur abendlichen Prime Time im TV zu sehen.

Sportlich sind die rot-weiß-roten Erinnerungen an die Titelkämpfe vor 25 bzw. 15 Jahren sehr gut. 1989 sorgten vor allem die unvergesslichen Rudi Nierlich und Ulrike Maier sowie die Halfpipe ähnliche “Rattlesnake-Passage” der Herrenabfahrt für Aufsehen. Und die WM 1999 ist mit 13 Medaillen (5-3-5) die bis dato zweitbeste in der Geschichte hinter Chamonix 1962.

Anders als hierzulande verläuft 2015 die WM-Organisation, hinter der mit der Vail Valley Foundation (VVF) eine Stiftung steht. Das Budget von 58 Millionen Dollar setzt sich in erster Linie aus TV-Rechten (34 Mio.), den FIS-Zuwendungen sowie Sponsorengeldern und Einnahmen aus dem Verkauf von VIP-Tickets zusammen.

Der Eintritt selbst kostet aber nichts, um möglichst viele Zuschauer anzulocken. 10.000 bis 12.000 Fans werden vor allem wegen der starken Lokalmatadore Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin, aber auch Bode Miller und Ted Ligety täglich erwartet, obwohl das Ziel abseits von Beaver Creek mitten in der Natur liegt. Erstmals wird eine Heim-WM auch in den USA live im TV zu sehen sein.

Das von der 56-jährigen VVF-Präsidentin Ceil Folz angeführte Organisationskomitee war einen Monat vor den Titelkämpfen überzeugt, bereit zu sein. Seit dem letzten Weltcup-Test Anfang Dezember sind in Vail und Beaver Creek an die zwei Meter Schnee gefallen, die Kunstschnee-Produktion wurde längst eingestellt. Rund 2.000 freiwillige Helfer sind ein Garant dafür, dass es an Hilfe und Freundlichkeit nicht mangeln wird.

Österreich bezieht bei der WM nicht nur auf den Rennpisten Stellung. In Vail wird sich bei Pepi Gramshammer wie schon bei den WM’s davor das Haus Ski Austria befinden. In Beaver Creek bietet die Arlberg-Lounge der Partnerstadt Lech direkt an der Skipiste Gastfreundschaft in Rot-weiß-rot.

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