Ein „Demo Rebell“ im Profil

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W&W beleuchtet den Social-Media-Account eines „Corona Demo“-Veranstalters, der ins Visier der Behörden geraten ist.

von Joachim Mangard/Wann & Wo

„Ich bin kein Experte, ich bin kein Virologe – ich bin ein Verschwörer“, mit diesen Worten eröffnete Klaus K. die kürzlich stattgefundene, zweite Auflage der „Corona-Demos“ auf dem Vorplatz der Bregenzer Festspiele. Und erntete in der Folge tosenden Applaus der Bürger, die aus verschiedenen Gründen hier sind. Zunächst geht es um den Kampf für Demokratie und Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und gegen Bevormundung. Impfzwang, 5G und die Maskenpflicht sind den laut Polizei 500 Teilnehmern ebenfalls ein Dorn im Auge. Grund genug für WANN & WO einen Blick auf den Facebook-Account des Veranstalters zu werfen, dessen Freundschaftsanfrage vor Wochen eintraf und angenommen wurde. Nach mehrmaliger Kontaktaufnahme meldete sich der bekennende Patriot schließlich und erbat ein persönliches Gespräch, am Telefon wollte er sich aber „gegenüber der Lügenpresse und insbesondere unseres Scheißvereins“ dann doch nicht äußern und wünschte einen schönen Tag.

Vorladung beim Amtsarzt

Dafür dominierte vergangene Woche ein anderes Thema auf dem Profil des „Demo Rebell“, wie sich der wehrhafte Bürger gerne bezeichnet. Nämlich eine BH-Verordnung, die ihn zum Amtsarzt vorlädt. „Im Zuge der Versamlung sei es mehrfach zu Konflikten mit Klaus K. gekommen ... Dieser habe unangemessen heftig und schreiend reagiert und die Teilnehmer zum Ungehorsam gegenüber dem Staat aufgerufen ...“, heißt es dort. In einer weitere Passagen mahnte die Polizei ihn von einem angekündigten Grenzübertritt nach St. Margrethen ab, was er gegenüber dem PKB-Kommandanten Herbert Rosinger mit den Worten „er wünsche keine Anrufe, da man ihm sonst am A... lecken könne“, kommentiert haben solle. Auf W&W-Anfrage bestätigte die Polizei ein laufendes Verfahren, weswegen man sich aber nicht äußern könne. Die Demos seien aber an sich ruhig verlaufen.

„Katz und Maus“

Interessant sind auch die Links und Querverweise, auf denen sich die Argumentation des ausgewiesenen Querdenkers stützt. Zwischen Videos von Reden deutschlandweiter „Corona Demos“ kommentiert er wahllos aktuelles Geschehen, kämpft gegen die Neue Weltordnung, „Glycosat“ & Co., informiert über Bill Gates auf der australischen Zehn-Dollar-Note, teilt Bilder der Schweizer Abordnung von QAnon (eine in den USA gegründete Gruppierung, die sich auf die Verbreitung teilweiser radikaler Verschwörungstheorien konzentriert. Xavier Naidoo bezieht sich auf sie, Anm. d. Red.) oder berichtet über seine zahlreichen Besuche bei der Polizei. Oder wie er es nennt: „Sein Katz- und Maus-Spiel.“

Kommentar von Joachim Mangard

"Gerade in Krisen­zeiten ist es umso wichtiger, mit kritischem Blick die aktuellen Geschehnisse zu prüfen. Wachsam zu sein. Zu hinterfragen. Und auch gegenüber Andersdenkenden mit Respekt aufzutreten. Spätestens mit dem Siegeszug der Populisten, unabhängig ihrer Couleur oder Nationalität, und der Nachrichtenflut, die ungeprüft, unreflektiert und Social-Media-kanalisiert über die Menschen hereinbricht, stehen Fake-News Tür und Tor offen. Eine verängstige Gesellschaft greift nach jedem Strohhalm, auch wenn dieser in Form eines 5G-Mastens auftritt.

Diskussion ist nicht erwünscht, man ist entweder Verschwörungstheoretiker oder „Panikschaf“ – es gibt kein Dazwischen, zu verhärtet sind die Fronten. Fakten haben kein Gewicht, kommen sie doch von regierungstreuen Experten oder noch schlimmer, den „Systemmedien“. Obwohl wir inzwischen alle Virologen, Systemkritiker und Zukunftsforscher sind, niemand weiß, wie sich das Virus verhalten wird. Ob die Maßnahmen letztlich gerechtfertigt waren, wird sich erst in Jahren zeigen. Die Zahl der hiesigen Toten im Vergleich zu Ländern, die weniger restriktiv reagiert haben, sollte die Diskussion aber eigentlich erübrigen.

Wir werden Corona überstehen. Der Schaden, den das Virus in den Köpfen vieler Menschen verursacht, wird uns aber länger begleiten, als die gesundheitlichen Folgen. Ein paar Gedanken eines geimpften, gechippten – und dadurch mittels 5G von der Neuen Weltordnung kontrollierten – Redakteurs. Niedergeschrieben unter Adrenochrom-Einfluss auf dem Microsoft-System eines gewissen Bill Gates."

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