Eigentumswohnungen: Preise in 5 Jahren um ein Viertel gestiegen

Im Zehnjahresvergleich gab es bei Eigentumswohnungen einen Preisanstieg um 70 Prozent
Im Zehnjahresvergleich gab es bei Eigentumswohnungen einen Preisanstieg um 70 Prozent ©APA (Sujet)
Insbesondere bei Anlegern haben anhaltend niedrige Zinsen und die Verunsicherung durch die Coronapandemie im vergangenen Jahr zu einer weiter steigenden Nachfrage nach Eigentumswohnungen geführt.
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Die Preise legten 2020 erneut zu, wenngleich der Anstieg mit 4,3 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre lag. Im Fünfjahresvergleich zogen die Preise für Eigentumswohnungen über ein Viertel (26,1 Prozent) an, im Zehnjahresvergleich sogar um 70 Prozent.

Angebot an Eigentumswohnungen soll 2021 steigen

Das geht aus Daten des Immobilienmarktexperten Remax hervor, die auf tatsächlich verkauften und verbücherten Wohnungen in Österreich basieren. Remax-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer geht davon aus, dass noch im heurigen Jahr das Angebot an Eigentumswohnungen wieder steigen wird. "Dies wird in weiterer Folge dazu führen, dass die Preiskurve weiter abflachen wird bzw. in vielen Regionen die Preise sogar nachgeben werden. Nichtsdestotrotz bleiben Eigentumswohnungen für die Eigennutzung, aber auch als Anlageform und zur Pensionsvorsorge, weiter begehrt und vor allem empfehlenswert", so der Branchenvertreter.

Am teuersten waren Wohnungen im Vorjahr in Vorarlberg mit einem Quadratmeterpreis von 4.436 Euro, dahinter folgten Wien (4.186 Euro), Salzburg (4.026 Euro) und Tirol (4.014 Euro). Am billigsten waren die Quadratmeterpreise im Burgenland mit 2.341 Euro, vor der Steiermark mit 2.525 Euro und Kärnten mit 2.803 Euro. In der Mitte fanden sich Ober- und Niederösterreich mit jeweils 2.981 Euro pro Wohnungsquadratmeter. In allen Bundesländern zogen die Preise 2020 an. Die Bandbreite erstreckte sich laut Remax von +1,3 Prozent (Salzburg), +2,4 Prozent (Wien) bis +12,7 Prozent (Vorarlberg) und +20,9 Prozent (Burgenland).

1. Bezirk in Wien ist am teuersten bei Eigentumswohnungen

Die teuersten Bundesländer sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Wien, die teuersten Landeshauptstädte Bregenz, Innsbruck und Salzburg. Unangefochten an der Spitze steht nach wie vor der 1. Bezirk in Wien mit 10.318 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche - gegenüber 2019 ist das jedoch ein Preisverfall von rund 17 Prozent. Auf Platz zwei kommt der Bezirk Landstraße, wo sich die Quadratmeterpreise um fast 10 Prozent auf 5.418 Euro verteuerten. Der "Kanzlerbezirk" Meidling wurde um 17 Prozent teurer und hatte damit die stärkste Zuwachsrate. Die günstigsten Quadratmeter waren im Bezirk Brigittenau zu finden.

Anstieg der Wohnungspreise in Wien eingebremst

In Wien hat sich der Anstieg der Wohnungspreise im Jahr 2020 eingebremst. Im Durchschnitt kostete eine Eigentumswohnung 247.253 Euro, um nur 0,4 Prozent mehr als 2019. Mit 14.795 neu verbücherten Eigentumswohnungen legte Wien um 249 Einheiten gegenüber 2019 zu.

Ganz anders sieht es im Burgenland aus. Dort sind die Wohnungen zwar österreichweit noch immer am günstigsten, mit fast 11 Prozent sind sie aber prozentuell am meisten gestiegen. Besonders befragt war der Bezirk Neusiedl am See: Dort kostete eine Eigentumswohnung im Schnitt 159.154 Euro und damit um über ein Drittel mehr als noch im Jahr 2019 - laut Remax ein neuer burgenländischer Rekord.

Höchster Zuwachs an neuen Eigentümern in Oberösterreich

Absolut wie relativ den höchsten Zuwachs an neuen Wohnungseigentümern verzeichnete im Vorjahr Oberösterreich. In Summe wurden 6.491 neue Wohnungen verbüchert, ein Plus von fast 10 Prozent. Auch in Vorarlberg, Wien und der Steiermark wurden im vergangenen Jahr mehr Wohnungen verkauft als 2019. Im Burgenland, Salzburg, Kärnten, Niederösterreich und Tirol gab es hingegen weniger neue Wohnungseigentümer. In ganz Österreich wurden im Vorjahr 50.386 Eigentumswohnungen gekauft, nach 49.832 im Jahr 2019.

Österreichweit gesehen bezahlte ein Viertel aller Wohnungskäuferinnen und -käufer maximal 138.000 Euro pro Wohnung. Die Preissteigerung in diesem Segment lag bei 6,2 Prozent. Das oberste Viertel bezahlte im Schnitt 295.000 Euro, um 3,9 Prozent mehr als 2019.

Remax-Experte nennt Entwicklung "bedenklich"

"Es ist schon sehr bedenklich, wenn die Wohnungspreise in absoluten Zahlen oben wie unten fast gleich schnell steigen", räumte Remax-Experte Anton Nenning ein. Der Preisdruck sei nachfragegetrieben von Menschen, die in eher kleineren Wohnungen als Single leben wollen oder müssen, oder tendenziell kleinere Wohnungen als Anlageform kaufen.

In den Jahren 2010 bis 2017 sind die Durchschnittsgrößen der gehandelten Wohnungen gesunken. Seither gehen sie wieder nach oben, wenngleich nicht in großen Sprüngen.

APA

(APA/Red)

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