Eigene Mutter mit zahlreichen Messerstichen getötet: Mordprozess

Mordprozess am Mittwoch in Wien.
Mordprozess am Mittwoch in Wien. ©APA
Weil er seine Mutter mit zahlreichen Messerstichen in Brust, Bauch und Hals getötet haben soll, hat sich ein zum Tatzeitpunkt 50 Jahre alter Mann am Mittwoch wegen Mordes vor einem Wiener Schwurgericht zu verantworten. Er habe der 73-Jährigen das Pflegeheim ersparen und einen "Übergang vom alten in ein neues Leben" bereiten wollen.

Die Bluttat ereignete sich am 2. Oktober 2013 in einer noblen Wohnhaus-Anlage in der Gersthofer Straße in Wien-Währing und dürfte vom Sohn von langer Hand geplant gewesen sein. Sowohl er als auch seine Mutter waren krank. Die 73-Jährige litt an einer manischen Depression und Schizophrenie, war bettlägerig und pflegebedürftig.

Nach dem Tod des Vaters im Jahr 2007 oblag die Betreuung ausschließlich dem Sohn, einem ehemaligen Versicherungsangestellten, der zuletzt keiner Berufstätigkeit mehr nachging.

Wiener soll Selbstmord angekündigt haben

Bereits im August dürfte er konkret darüber nachgedacht haben, gemeinsam mit der Mutter aus dem Leben zu scheiden, nachdem es auch mit seiner Gesundheit bergab ging. Er setzte zwei Schreiben an die Polizei und an eine Cousine auf, in denen er den Tod der Frau und seinen Selbstmord ankündigte.

Darin gab er sinngemäß zu bedenken, die Mutter würde bei seinem Ableben in einem Pflegeheim landen, weshalb er beide “erlösen” wolle. Inwieweit dabei auch finanzielle Erwägungen eine Rolle spielten, wird in der Hauptverhandlung zu klären sein. Den 50-Jährigen sollen massive Geldsorgen geplagt haben, obwohl er bereits sein Elternhaus verkauft hatte.

Mutter mit Küchenmesser getötet

Am 2. Oktober brachte er die Abschiedsbriefe zunächst zu einem Postkasten. Zuhause griff der Mann dann der Anklage zufolge zu einem Küchenmesser und brachte die 73-Jährige zu Tode. Sein Plan, sich anschließend das Leben zu nehmen, ließ sich nicht umsetzen.

Er schaffte es nicht, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Mit nur angeritzten Handgelenken legte er sich daher neben der toten Mutter schlafen.

Mann war zurechnungsfähig

Nach Einlangen des Briefs bei der Polizei wurden am folgenden Tag sofort eine Funkstreife und Beamte des Einsatzkommandos Wega zur Wohnung geschickt. Diese brachen die Tür auf und stießen auf die Leiche, neben der Grabkerzen aufgestellt waren. Der 50-Jährige, der den Beamten entgegenkam, ließ sich widerstandslos festnehmen.

Im Zuge der Ermittlungen fanden sich offenbar keine ausreichenden Hinweise, dass die Frau ihren Tod gewünscht und der Sohn damit den Tatbestand “Tötung auf Verlangen” im Sinne des § 77 Strafgesetzbuch (StGB) erfüllt hätte. Die Staatsanwaltschaft hat daher eine Mordanklage eingebracht.

(APA)

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