AA

Ehrlicher klassenloser Sportler

Der Scirocco kehrt zurück und bringt zum Einstand das Design einer neuen VW-Ära.

Breitbeinig, muskulös, aus der Reihe fallend. So kommt er daher. Der hagere Ur-Scirocco des Jahres 1974, noch von Giorgio Giugiaro gezeichnet und nicht von den hauseigenen Gestaltern, wirkt richtiggehend grazil neben dem Neuling, an den sich Bewunderer braven VW-Designs erst einmal gewöhnen müssen. Ein Prozess von kurzer Dauer. Das Volkswagen-Designteam hat saubere Arbeit geleistet. Im Straßenbild macht der neue Scirocco gute Figur.

Der “Südwind” tritt ohne Konzessionen als reinrassiges dynamisches Coupé auf und wendet sich als solches in erster Linie an die junge Generation. “Shooting Break” nennt man auch bei VW dieses Konzept mit steiler Heckscheibe.

Breit gebaut

Bescheidene Koffermulde, dafür aber ein echter Viersitzer mit kompakten Ausmaßen: 4,25 Meter lang, mit extrem breiter Spur. Breit gebaut, mit idealen Sportwagen-Maßen, um sich durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen. Mit anderen Worten: Der auf Anhieb errungene Doppelsieg beim 24-Stunden-Rennen im Kurvenlabyrinth der Nürburgring-Nordschleife (allerdings mit einem 325-PS-Triebwerk herausgefahren) kam nicht von ungefähr.

Im zivilen Leben gefällt sich die dritte Scirocco-Generation als “ehrlicher, erschwinglicher Sportwagen von klassenlosem Status mit Platz für vier Erwachsene”. Ob erschwinglich oder nicht muss die nach vielen Jahren Pause neu zu erobernde Scirocco-Klientel entscheiden. Ab Mitte September wird sie dazu Gelegenheit bekommen. Zu Preisen ab 24.900 Euro.

Vier Spar-Triebwerke

Das ist der Tarif für die schon recht flotte Einstiegsmotorisierung (1,4 TSI, 122 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe). Der doch wesentlich antrittsstärkere Zweiliter-TSI mit glatten 200 PS und dem schnellen Sechsgang-Doppelschaltgetriebe als vorläufiges Topmodell, das Sportlerherzen höher schlagen lässt, kommt auf 32.250 Euro zu stehen. Preisliche Mittelklasse bildet der bekannte und bewährte 140-PS-Zweiliter-Turbodiesel ab 27.600 Euro. Eine weitere Alternative: der 160 PS starke 1,4 TSI. Allesamt gut zum Charakter des Scirocco passend und auch mit DSG im Angebot. Zum Marktstart gibt’s die beiden stärkeren TSI, Ende des Jahres folgen das Einstiegsmodell und der Diesel. Verbrauchsspektrum über alles: 5,4 bis 7,7 Liter.

Eine Full-Power-Variante mit über 300 PS, wie sie Hauptkonkurrent BMW im 1er-Coupé zu bieten hat, ist Volks-Sportler nicht vorgesehen. Erschwinglichkeit ist angesagt – und Sparsamkeit im Verbrauch. Man soll es sich eben leisten können, dieses Kompaktcoupé, das in der Nachfrage nach solchen “Luxusgeschöpfen” wider die reine Vernunft einen schweren Stand hat, aber auch nur wenig Konkurrenz.

Neue Front

Das Auffallendste am neuen Scirocco, einem Produkt der erfolgreichen Walter de Silva-Schule, ist das künftig auch für den Golf VI und seine Derivate verbindliche Frontdesign. Und null Retro-Elemente – ein völlig neues Auto auf der etwas verbreiterten Plattform des neuen Golf, der im Herbst am Pariser Salon vorgestellt wird.

Besonders charakteristisch für die künftige VW-Front sind, wie man am Scirocco sieht, die verchromten Leuchtkörper und die hochglänzenden schwarzen Innenflächen der Scheinwerfergehäuse, die durch die ebenfalls schwarz glänzende Kühlergrill-Querspange (Hauptelement des neuen VW-Gesichts) verbunden werden.

DCC denkt mit

Auf den Scirocco zugeschnitten ist die neue adaptive Fahrwerksregelung DCC. Direkt geregelt werden dabei nicht nur die Dämpferkennung, sondern auch die Abstimmung der elektromechanischen Servolenkung. Drei Programme bietet das System: “Normal”, “Sport” und “Comfort”. Aber auch ohne Aufforderung mittels Tastendruck sucht DCC nach der optimalen Lösung, indem sich das System ständig der Fahrbahn und der Fahrsituation anpasst – und dem, was der Lenker macht.

“Volles Programm” bietet VW bei der Serienausstattung. Und auch das Sicherheitsniveau (besonders steife Karosserie, sechs Airbags, ESP) ist überdurchschnittlich hoch. Ein guter Wurf, der neue “Klassiker” von VW.

Mehr dazu im Internet unter www.volkswagen.at.

  • VIENNA.AT
  • Auto & Motor
  • Ehrlicher klassenloser Sportler
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen