EDV-Systeme im Wiener AKH sind "vollkommen veraltert"

Laut Rechnungshof sind die EDV-Systeme im AKH veraltert.
Laut Rechnungshof sind die EDV-Systeme im AKH veraltert. ©dpa (Symbolbild)
Der Wiener Stadtrechnungshof kritisiert am Freitag die EDV-Systeme der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin am Wiener AKH. Diese seien "vollkommen veraltert" und "unzureichend". Das erhöhe nicht nur den Arbeitsaufwand, sondern stelle auch ein Risiko für die Patienten dar. Im AKH hat man die neue Software bereits beauftragt.

Da die EDV-Unterstützung nur mangelhaft sei, müssten im Bereich Blutgruppenserologie Plausibilitätsprüfungen oder die Erfassung und Dokumentation von Patientendaten weitgehend händisch durchgeführt werden. So wurden etwa Probenergebnisse händisch in Karteien oder gebundene Bücher eingetragen. Auch im Bereich Transfusionsmedizin fand der Stadtrechnungshof Fehler: “Die implementierten EDV-Applikationen waren vollkommen veraltet und deckten bereichsspezifische Prozesse nicht ausreichend ab.” Einzelne Funktionalitäten fehlten völlig.

Kritik vom Rechnungshof

Der Stadtrechnungshof empfahl daher nicht nur die rasche Realisierung eines neuen EDV-Systems, sondern kritisierte auch die langwierigen Erneuerungs- und Updateversuche der Uniklinik. Denn bereits im Sommer 2002 plante man in der Blutgruppenserologie die Implementierung einer anforderungsgerechten Lösung – elf Jahre danach war diese immer noch ausständig.

Auch in der Transfusionsmedizin bemühte man sich um Updates, das letzte wurde jedoch im Jahr 2006 durchgeführt. Denn: “In den Jahren 2007 und 2008 wurden Upgrade-Versuche durchgeführt, die zu keinen erfolgreichen Abschlüssen führten. Weitere Upgrades wurden nicht mehr in die Wege geleitet, da die den blutdepotspezifischen EDV-Applikationen zugrunde liegende Software firmenseitig aufgelassen wurde.”

Neue EDV-System für das Wiener AKH

Danach bemühte man sich um ein komplett neues System – in den Jahren 2008 bis 2013 folgten unter anderem eine Prozessanalyse, die Erstellung eines Gesamtkonzeptes sowie eine Machbarkeitsstudie. Erst im August 2013 wurde schließlich die Realisierung eines gesamtheitlichen EDV-Systems in Auftrag gegeben. Dabei bemängelte der Stadt-RH vor allem, dass diese Schritte “in einer rascheren zeitlichen Abfolge” erfolgen hätten können.

Das AKH will den Empfehlungen des Rechnungshofes bei Auftragsvergaben in Zukunft Folge leisten und etwa Leistungsfristen mithilfe von Pönalen kontrollieren – konkret heißt es in einer Stellungnahme: “Aktuell wurde das Projekt TRAMIS zur Etablierung eines EDV-Systems aufgesetzt.” Als Zieltermin für den Abschluss des Lastenheftes, das die Anforderungen an den Auftragnehmer fixiert, ist der Anfang des dritten Quartals 2014 angeführt. (APA)

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