Droht Payer das Karriere-Ende?

Sportal.at erreichte den ehemaligen Rapidarzt Dr. Robert Lugscheider und erkundigte sich über die Erkrankung von Helge Payer.

Dr. Lugscheider gilt als einer der besten Sportärzte und Diagnostiker Österreichs und ist Mitglied im Rapid-Kuratorium.

Lugscheider betonte gegenüber sportal.at, dass er die genauen Befunde von Payer nicht kennt und deswegen nur aufgrund der zur Verfügung stehenden Informationen Auskunft erteilen kann.

sportal.at: Payer ist laut Dr. Zifko ein künstlicher Bluter. Was bedeutet das?
Lugscheider: Die Mitglieder der russischen Zarenfamilie Romanov waren zum Beispiel Bluter. Im Gegensatz zu einem Bluter, blutet ein künstlicher Bluter nicht von Kindheit an. Dass Payers Thrombose genau jetzt entstanden ist, ist ein Zufall und auch sein Glück, da man nun die Erkrankung behandeln kann.

sportal.at: Welche Gefahren bestehen bei Payers Erkrankung?
Lugscheider: Payer hat eine Venenanamolie im Bauchraum. Das bedeutet, dass die Gefahr einer Blutgerinnung sehr groß ist. Eine Blutgerinnung ist lebensgefährlich. Payer wird nun marcumarisiert.

sportal.at: Was bedeutet marcumarisiert?
Lugscheider: Marcumar ist ein blutverdünnendes Mittel, dass standardmässig zur Trombosenbehandlung eingesetzt wird. Das ist ähnlich wie bei Herzinfarktpatienten. Durch das Mittel kann die Blutgerinnung gedrosselt werden und dazu beigetragen werden, dass die Gefässsituation normalisiert wird.

sportal.at: Warum fällt Payer genau ein halbes Jahr aus?
Lugscheider: Die Behandlung mit dem Mittel dauert sechs Monate und aus Schutzmaßnahme darf von einem Marcumar-Patienten kein Kampfsport betrieben werden, da die Gefahr besteht, dass es bei dem Patienten durch einen Schlag zu innere Blutungen kommt.

sportal.at: Darf Payer trainieren?
Lugscheider: Kraftkammertraining oder Ausdauertraining ist sicherlich möglich, aber ein Training unter Wettkampfsimulation – wie zum Beispiel bei einem Zweikampf – ist zu unterlassen.

sportal.at: Ist die Krankheit des Rapidgoalies heilbar?
Lugscheider: Das hängt davon ab, was die weiteren Begutachtungen zeigen. In der ersten Phase wird Payer marcumarisiert, dann wird man sich die Gefässsituation genau anschauen. In den nächsten Monaten sollte man mehr wissen.

sportal.at: Besteht die Gefahr, dass Payer seine Karriere beenden muss?
Lugscheider: Wenn es zu keiner Normalisierung kommt, droht dem Sportler im schlimmsten Fall das Karriere-Ende.

Sportal/Philipp Glanner
Mehr Infos zum diesem Thema auch unter
www.sportal.at
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