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Drohendes Aus: Stadtkino Wien muss 150.000 Euro einsparen

Das Stadtkino muss einen Sparkurs umsetzen
Das Stadtkino muss einen Sparkurs umsetzen ©GABU Heindl Architektur
Um das Aus des Stadtkinos, eines der ältesten Programmkinos in Wien, sowie des angeschlossenen Verleihs abzuwenden, müssen 2017 insgesamt 150.000 Euro eingespart werden.
Stadtkino zieht ins Künstlerhaus

Die Nebenspielstätte des Kinos, das Filmhaus Kino am Spittelberg, ist bereits seit 1. Jänner geschlossen.

Stadtkino Wien muss 150.000 Euro einsparen

1981 am Standort am Schwarzenbergplatz als Stadtkino neu gegründet, folgte 2013 die Übersiedlung ins Künstlerhaus am Karlsplatz. Im Jahr 2015, so Stadtkino-Leiter Claus Philipp zur APA, kam dann einiges zusammen: Wegen notwendigen Reparaturen – Filmprojektor, elektrischer Vorhang und die Tonanlage mussten ersetzt werden – “mussten wir 120.000 Euro aus dem Nichts aufstellen”. Und der erfolgreichste Film im Verleih, der auf heimisches und internationales Autorenkino setzt, war Constantin Wulffs Doku “Wie die anderen” mit rund 10.000 Zuschauern. “Das ist für diesen Film sensationell, reicht für uns aber letztlich auf Basis einer dünnen Subvention nicht aus”, beklagte Philipp. “Wir sind darauf angewiesen, dass die Stadt wahrnimmt, dass das Stadtkino für den Reichtum der österreichischen Filmkultur unabdingbar ist.”

311.000 Euro Betriebssubvention von der Stadt

311.000 Euro Betriebssubvention erhält das Stadtkino jährlich von der Stadt Wien. Auch für 2017 habe man diese Summe nach Vorlage eines “überzeugenden Sanierungskonzepts” inklusive Kündigungen und Schließungen zugesagt, hieß es aus der Kulturabteilung der Stadt gegenüber der APA. 100.000 Euro seien bereits ausgezahlt, der Rest werde beim zuständigen Ausschuss voraussichtlich noch im Jänner beschlossen. Nach zahlreichen Gesprächen sowohl mit Philipp als auch mit Viennale-Chef Hans Hurch als Eigentümer sei man “ehrlich auf einem guten Weg. Uns liegt das Stadtkino am Herzen und wir wollen, dass es das Kino sowie den Verleih, der wirklich gute Filme bringt, die man sonst nicht sehen würde, weiter gibt.”

“Wenn Sparplan greift dann droht nicht das Aus”

Mit Ruth Beckermanns “Die Geträumten” und Houchang Allahyaris “Die Liebenden von Balutschistan” hat der Verleih aktuell zwei österreichische Filme im Programm. Mit “The Other Side Of Hope”, dem neuen Werk des preisgekrönten finnischen Regiemeisters Aki Kaurismäki, startet man im Februar “eine besonders große Produktion, nämlich einen Wettbewerbsbeitrag der diesjährigen Berlinale”, sagte Philipp. Im Frühjahr folgt u.a. Peter Stephan Jungks Porträt der österreichischen Fotografin und KGB-Agentin Edith Tudor-Hart, “Auf Ediths Spuren”. Philipp selbst gibt sich im APA-Gespräch optimistisch. “Wenn der Sparplan greift – und daran zweifle ich nicht, weil wir wirklich harte, auch für mich schmerzliche Maßnahmen setzen -, dann droht nicht das Aus.” Die verlängerte Sommerpause zwischen Juni und Oktober sei aber nicht dem Sparplan, sondern dem laufenden Umbau inkl. der Dachsanierung des Künstlerhauses geschuldet: “Ohne Dach können wir nicht spielen.”

Filmhaus Kino am Spittelberg: Gespräche mit Interessenten liefen bereits

Zuversicht herrscht auch beim Österreichischen Filminstitut (ÖFI), das als Hauptmieter des Filmhaus Kinos dieses bisher an das Stadtkino verpachtet hat. “So schade es ist, dass das Stadtkino auszieht, so sehr sehe ich das als Chance und Möglichkeit, das Filmhaus Kino neu zu positionieren und mit neuer Kraft zu beleben”, so ÖFI-Direktor Roland Teichmann auf APA-Nachfrage. “Es sind alle eingeladen, Konzepte vorzulegen.” Gespräche mit Interessenten liefen bereits; vonseiten des ÖFI sei man “mit aller Kraft dahinter, dass ein perspektivischer Kinobetrieb gewährleistet ist”.

(APA/Red.)

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