Stadtkino Wien zieht ins Künstlerhaus

das Stadtkino wird am 26. September ins Künstlerhaus verlegt.
das Stadtkino wird am 26. September ins Künstlerhaus verlegt. - © GABU Heindl Architektur
Am 26. September 2013 wird das Wiener Stadtkino seinen neuen Standort im Künstlerhaus beziehen. Zwei deutliche Vorteile zeichnen sich ab: Einerseits wird das kommunale Kino seinen “nicht idealen Standort” am Schwarzenbergplatz los, wie Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny am Dienstag einräumte. Andererseits bekommt das Dreispartenhaus am Karlsplatz wieder ein konturiertes Filmprogramm. “Es war ein Desaster, wie das Kino verludert ist in den vergangenen Jahren”, so Künstlerhaus-Präsident Michael Pilz.

Der Hochzeit der beiden Institutionen ging eine lange Verlobungszeit voraus, beschrieb Mailath-Pokorny den jahrelangen Annäherungsprozess. Nun freut sich die Stadt auf ein “neues Kinoquadrat in der Innenstadt”, das auch das Gartenbaukino, das Metro Kino und das Filmmuseum umfasst. Wie das Metro Kino erfährt auch das “Stadtkino im Künstlerhaus” (so der offizielle neue Name) derzeit einen Umbau. “Jedes gute Kino braucht ein Foyer, und ein Stadtkino braucht ein urbanes Foyer”, sagte die Architektin Gabu Heindl, die schon beim Filmmuseum ihr Fingerspitzengefühl mit dem Denkmalschutz unter Beweis stellte und nun auch für das künftige Wohnzimmer der “kulturellen Wohngemeinschaft” verantwortlich zeichnet.

Gastronomie im neuen Stadtkino

Für die Gastronomie sorgt fortan das Vorarlberger Kollektiv “Ludwig und Adele”, das zwischen dem U-Bahn-Aufgang und dem Seiteneingang des Kinos auch über einen neuen Schanigarten verfügen wird können. Dazu kommen eine lange Bar und eine größere Küche, im Eingangsbereich wird man von einer hohen Decke und nicht konsumorientierten Warteplätzen empfangen. Der gesamte Umbau kommt laut Stadtkino-Chef Claus Philipp auf rund 500.000 Euro, von denen 80.000 Euro von der Stadt, 200.000 Euro von der Wirtschaftsinitiative des Künstlerhauses und etwa 200.000 Euro aus Eigenmitteln gestemmt werden.

Bauarbeiten im Künstlerhaus

“Wir haben jetzt mit der Bauphase 1 begonnen”, verwies Pilz darauf, dass nach dem Kinofoyer noch weitere Erneuerungen nötig sein werden. Bis zum 150-Jahr-Jubiläum des Künstlerhauses im Jahr 2018 sollen auch die Haustechnik und das Dach renoviert sein. Vorerst gilt die Konzentration aber dem neuen Kino, das mit drei Filmen eröffnet wird: dem preisgekrönten Dokumentarfilm “Fahrtwind – Aufzeichnungen einer Reisenden” von Bernadette Weigel, der französischen Doku “La Maison de la Radio” von Nicolas Philibert und dem kasachischen Berlinale-Wettbewerbsbeitrag “Harmony Lessons” von Emir Baigazin. Den Auftakt einer unregelmäßigen Matinee-Reihe begeht zudem am 29. September die Autorin Christine Nöstlinger.

Zwei Stadtkinos bei der Viennale

Dem alten Standort des Kinos am Schwarzenbergplatz werden indes nicht viele Tränen nachgeweint. Was damit geschieht, hänge vom Vermieter ab, erklärte Philipp lapidar. Und Mailath-Pokorny ergänzte, dass die Stadt ähnlich viele Kinositzplätze wie Berlin (rund 30.000) aufweise und man sich vor einiger Zeit bewusst entschlossen habe, sich mit einem gewissen Mitteleinsatz “auf einige Kinos zu konzentrieren und diese auch zu erhalten”. Einzig Viennale-Chef Hans Hurch, mit dem Festival immerhin Eigentümer des Stadtkinos, hat neben dem lachenden auch ein weinendes Auge, wird er sich ab 2014 doch ein neues Kino suchen müssen, da das Festival bisher sowohl den Standort am Schwarzenbergplatz als auch das Künstlerhauskino bespielt hat. “Der Mietvertrag läuft noch bis November, heuer wird es bei der Viennale also zwei Stadtkinos geben.” (APA)

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