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Drei Tochterfirmen zahlungsunfähig

Das Insolvenzgericht der Stadt Parma hat drei grosse Töchter des Lebensmittelkonzerns Parmalat für insolvent erklärt. Die Zeichen mehren sich damit, dass die Firma zerschlagen werden soll, um möglichst viel Substanz zu retten.

Die Zeichen mehren sich damit, dass die Firma zerschlagen werden soll, um möglichst viel Substanz zu retten.

Aus Justizkreisen hiess es, dass mit der Insolvenz der Finanzgesellschaft „Parmalat Finanziaria“ und den Milchproduzenten Lactis und Eurolat ermöglicht werden soll, ihre Geschäfte bei gleichzeitiger Ausgliederung der Schulden weiter zu führen.

Der mit der Parmalat-Sanierung beauftragte Top-Manager, Enrico Bondi, hatte am Mittwoch Antrag auf Gläubigerschutz gestellt, nachdem er bei den Töchtern des Milch-Multis grosse Finanzlöcher aufgedeckt hatte.

Meldefrist für Gläubiger läuft

Allein bei Eurolat wurden Schulden im Wert von 383 Mio. Euro entdeckt. Bei Parmalat-Finanziaria betrugen die Schulden 1,2 Mrd. Euro, wie aus den Dokumenten hervorging, die Bondi dem Insolvenzgericht vorlegte.

Das Konkursgericht nimmt sich vier Monate Zeit, um die Schulden der Unternehmen zu überprüfen. Gläubiger haben daher 120 Tage Zeit, um ihre Forderungen vorzulegen. Der Betrieb kann nach italienischem Recht zunächst weiter geführt werden.

Zerschlagung von Parmalat?

Gemäss Zeitungsberichten verfolgt Bondi als Rettungsstrategie die Zerschlagung des Nahrungsmittelmultis. Die neue Führungsspitze um Bondi entwickle mit Hilfe der Investmentbanken Lazard und Mediobanca ein Sanierungskonzept, berichtet das „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Mailänder Bankenkreise.

Demnach sollen alle industriellen Aktivitäten von Parmalat in ein neu zu gründendes Unternehmen eingebracht werden. Die Finanztöchter sollten abgespalten und aufgelöst werden.

„Hierdurch wäre eine Fortführung des gesunden Konzernteils gewährleistet, woran die Gläubiger grösstes Interesse haben“, zitiert das Blatt einen Banker. Insgesamt klafft in den Bilanzen des vor allem für seine haltbaren Milchprodukte bekannten Lebensmittelriesen ein geschätztes Loch von mehr als 10 Milliarden Dollar.

Bereitschaft der Gläubigerbanken

An dem neu zu gründenden Unternehmen sollten sich dem Bericht zufolge die Gläubigerbanken beteiligen. Die beiden grössten Gläubiger von Parmalat sind die US-Institute Bank of America und Citigroup, des Weiteren sind mehrere italienische Banken involviert. Offenbar zeichnet sich bei der Citigroup und den italienischen Gläubigern eine Zustimmung zu dem Sanierungskonzept ab.

Derweil geht auch die Suche nach den verschwundenen Geldern weiter. Trotz der verworrenen Lage hoffen die Ermittler noch, ein Teil der Schwarzsummen zu retten, die Firmengründer Calisto Tanzi und die Parmalat-Manager wahrscheinlich in Steuerparadiesen untergebracht haben.

Dank der Informationen des Ex-Finanzchefs der Firma, Fausto Tonna, sind die Staatsanwälte zuversichtlich, dass ein Teil der veruntreuten Gelder wieder auftauchen könnten. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 36.000 Menschen.

Notiz: Folgen zwei Extras zu einer von der UBS übernommenen Anleihe und zur Parmalat-Reisetochter Parmatour.

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