Downton Abbey - Kritik und Trailer zum Film

Ein prunkvolles Landschloss, traumhafte Kleider und jede Menge Herz und Schmerz - bei "Downton Abbey" konnte man sich in eine vornehme Welt vergangener Zeiten träumen. Nun kommt die Fernsehserie über die britische Adelsfamilie Crawley und deren Dienerschaft ins Kino. König George V. und seine Gattin haben sich angekündigt. Die Familie und die Diener sind in heller Aufregung - und erhalten bald einen ziemlichen Dämpfer.

Endlich wieder "Downton Abbey"! Sechs Staffeln lang haben Fans die TV-Serie rund um die Adelsfamilie Crawley mit Begeisterung verfolgt. Liebe, Drama und Humor, garniert mit vornehmem Glanz und schönem Schein, das Ganze am idyllischen Landsitz von Lord Grantham. Auf den Abschiedsschmerz nach der letzten Klappe 2015 folgt ab Donnerstag nun die zweistündige Fortsetzung im Kino.

Downton Abbey - Kurzinhalt zum Film

Es ist das Jahr 1927 und das hochherrschaftliche Leben ändert sich, machen doch die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche auch vor ehrwürdigen Traditionen nicht Halt. Im Hause Grantham sind alle in heller Aufregung. König George V. und Königin Mary werden erwartet, deshalb muss der Landsitz aufs Feinste herausgeputzt werden. Die Familie und die Diener stecken mitten in den Vorbereitungen. Doch dann die Enttäuschung: Das royale Paar bringt seine eigenen Bediensteten mit. Die Belegschaft von Downton Abbey fürchtet, an den Rand gedrängt zu werden. Das will sich keiner gefallen lassen, vor allem Mr. Moseley will unbedingt das Königspaar mit eigenen Augen sehen.

Wer "Downton Abbey" kennt, für den ist der Film ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Gut 20 Figuren aus der Serie spielen mit, etwa Lord Grantham, seine Töchter Mary und Edith, die eigenwillige Lady Isobel und natürlich die Grande Dame, die Dowager Countess Violet, unnachahmlich gespielt von Maggie Smith. Nicht minder wichtig die Dienerschaft, etwa die diskrete Haushälterin Mrs. Hughes, die impulsive Köchin Mrs. Patmore, der überaus auf Tradition bedachte ehemalige Butler Carson oder der verlässliche Kammerdiener Mr. Bates.

"In einer durchschnittlichen Serienepisode erzählt man normalerweise die Geschichten von vier oder fünf Charakteren", sagt Drehbuchautor Julian Fellowes. Die anderen spielen nur Nebenrollen und kommen in anderen Folgen zu ihrem Recht. Anders in einem Film. Hier müsse jeder Charakter seine Geschichte erhalten. "Und alle Probleme müssen am Ende gelöst sein. Das bedeutet, dass man viele Handlungsstränge miteinander verknüpfen muss."

Downton Abbey - Die Kritik

Hier liegt auch das Problem des Films: Das Drehbuch verzettelt sich in vielen kleinen Geschichten, die sich nicht so harmonisch zu einem großen Ganzen fügen, wie man sich das wünschen würde. Dafür sind es schlicht zu viele Schicksale, die zum Teil nur recht oberflächlich behandelt werden. Da ist etwa der Butler Thomas, der darunter leidet, dass er seine Homosexualität verbergen muss. Oder Lady Violet, die einen uralten Streit ausficht mit ihrer Cousine Lady Bagshaw, während diese im Gefolge der Königin in Downton Abbey weilt. Und Carson, der wegen des Königsbesuchs aus dem Ruhestand zurückgeholt wird und für Ruhe und Ordnung sorgen soll.

Unterhaltsam ist der Film trotzdem - vor allem wegen Maggie Smith in ihrer Paraderolle als Lady Violet, eine majestätische Erscheinung, unheimlich schnell beleidigt und aufbrausend und dabei selbst alles andere als zimperlich. Statt vieler Worte benötigt sie nur kleine Gesten, um ihr Gegenüber niederzumachen. Ein vernichtender Blick, ein herablassendes Zucken im Mundwinkel, eine verächtliche Geste, gepaart mit unumstößlichen Selbstbewusstsein - grandios, wie die 84-Jährige das spielt. Kein Wunder, dass die herrlich trockenen und meist ziemlich bissigen Sprüche der Dowager Countess legendär sind. Auch im Film gibt es davon jede Menge, etwa "Ich bin eine Expertin - in allen Dingen." Und ganz kategorisch: "Ich streite mich generell nicht, ich erkläre."

Gedreht wurde wieder südwestlich von London, im Highclere Castle, dem aus der Serie bekannten Schloss mit seinem weitläufigen Park. Ein aufwendiges Unterfangen, nicht zuletzt wegen einer Parade mit dem König. Sogar die berittene Einheit King's Troop Royal Horse Artillery reiste dafür an, mit mehr als 100 Soldaten und Pferden. Alles sollte ein Stück prächtiger sein, als im Fernsehen. Was für ein Pomp! Sogar Lady Mary gerät ins Grübeln, ob es für sie als junge Frau Ende der 1920er-Jahre noch zeitgemäß ist, sich von ihrer Zofe Anna beim Ankleiden helfen zu lassen, während in der Welt draußen die Menschen für mehr Gleichberechtigung und weniger Adelsprivilegien kämpfen. Fragen, die kurz auftauchen, dann aber schnell wieder vom Tisch sind.

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(APA/Red)

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