DOTS Cooking: Wie der Wiener Martin Ho das Sushi revolutionierte

Martin Ho (rechts) hat ein Kochbuch veröffentlicht.
Martin Ho (rechts) hat ein Kochbuch veröffentlicht. ©leisure.at/Christian Jobst
2005 eröffnete Martin Ho sein erstes Restaurant auf der Wiener Mariahilfer Straße. Dort gab es nicht nur experimentelle Sushi- und Maki-Kreationen, sondern auch eine Mischung aus Club-Stimmung, Kunst und Kulinarik. Nun hat der 27-Jährige unter dem Titel "DOTS Cooking. Experimental Asia" ein Kochbuch veröffentlicht.
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Falsche Bescheidenheit ist etwas, das man Martin Ho wohl nicht vorwerfen muss. Sein neues Kochbuch beginnt mit den Worten “Von einem, der auszog, die Gastronomie zu verändern” und so sieht sich der 27-Jährige auch: als jemanden, der nicht nur die Wiener Restaurant-Szene veränderte, sondern gar das Sushi revolutionierte. Dabei geizt er aber ganz und gar nicht mit dem Geheimnis seines Erfolgs, bzw. mit dem Geheimnis seines Sushis. Und dieses ist, wenig überraschend, die Marinade. In welcher Mischung Essig, Zucker und Reis verwendet werden, ist maßgeblich für den Geschmack. Martin Ho verrät gleich die Rezepte von zwei seiner Marinaden: Die Marinade für Sushireis und die Marinade für Sushireis “Hello Kitty”.

Ungewöhnliche Sushi und Maki aus Wien

Neben diesen Basisrezepten haben es aber auch zahlreiche Rezepte seiner ungewöhnlichen Kreationen in das Buch geschafft: Trüffel-Spargel-Maki, Marzipan-Maki mit Himbeersauce und Apfelstrudel-Maki sind nur einige davon. Diese Auswahl verdeutlicht aber schon recht gut Hos Werdegang: Begonnen hat er mit avantgardistischer und kreativer Asia-Cuisine, mittlerweile experimentiert er jedoch auch mit der österreichischen Küche und lässt die besten Bestandteile beider Küchen miteinander verschmelzen. So wird das Wiener Schnitzel mit einem vietnamesischen Krautsalat serviert und die Pizza bekommt einen Boden aus frittiertem Sushi-Reis.

Kochbuch ermöglicht “DOTS Cooking” für daheim

Weiters enthalten im neuen Kochbuch sind Rezepte für Burger, Cocktails, Cupcakes und Salate. Auch wenn die Liste der Zutaten oft sehr lang ist und ausschließlich qualitativ hochwertige Lebensmittel benötigt werden, lesen sich die Anleitungen sehr einfach. Sowohl Laien als auch Kochprofis werden mit dem Buch ihre Freude haben.

Das vermutlichl einfachste und kürzeste Rezept ist wohl der Cocktail Aperol-Bier: “Pro Drink 0,1l Bier, 2cl Aperol. Das Bier ins Glas füllen, dann den Aperol eingießen.” So einfach auch die Zubereitung sein muss, so ungewöhnlich ist die Mischung.

Stylisches Coffee Table Book

Die Kapitelunterteilung entspricht nicht der eines klassischen Kochbuchs, sondern die Abschnitte, die Namen wie “Open Water”, “The Great Gatsby” oder “Smokey Eyes” tragen, beinhalten jeweils jene Rezepte, die der Koch und Autor mit dem jeweiligen Thema verbindet.

Nicht nur inhaltlich, sondern auch gestalterisch fällt Hos Kochbuch auf. Dicke Seiten, ansprechende Fotos (Fotograf Thomas Schauer) ohne übertriebenes Foodstyling und eingestreute Zitate von prominenten Fans machen das Kochbuch auch Coffee Table-tauglich. Wer schon nicht zum Nachkochen animiert wird, wird jedoch zumindest zum mehrmaligen Durchblättern ermuntert. Die prominenten Testimonials wären nicht notwendig gewesen, denn Zitate wie “Martin Ho macht Wien zu L.A.. Und das mit Wiener Schmäh und Herzlichkeit.” (Rudolf Kobza) stammen doch mehr aus der Kategorie Selbstbeweihräucherung und haben nur wenig Informationsgehalt. Letztendlich werden sie auch Hos Leistungen gar nicht gerecht.

Über Martin Ho

Am 8. November 2005 eröffnete Martin Ho mit seinem DOTS experimental sushi sein erstes Restaurant in Wien. Mittlerweile führt er zwei weitere Restaurants (DOTS im Brunnerhof, DOTS twentyone), ein Café (Yoshi.das CAFÉ), eine Galerie (Yoshi’s Contemporary Art Gallery) und einen Ausstellungsraum (Yoshi’s Contemporary Art Loft). Neben seinem Kochbuch hat er im Herbst 2013 eine neue Produktlinie herausgebracht, bei der unter dem Markennamen “MR. HO” in ausgewählten Supermärkten seine Spezialitäten erhältlich sind.

Buch-Tipp: DOTS Cooking. Experimental Asia, 2018 Seiten ist im September 2013 im Brandstätter Verlag erschienen. ISBN 978-3850337434. (SVA)

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