Don't Worry - Weglaufen geht nicht: Kritik und Trailer zum Film

Schon bei der Berlinale begeisterte Joaquin Phoenix mit seiner Hauptrolle in dem bittersüßen Künstlerporträt "Don't Worry, weglaufen geht nicht". Unter der Regie von Gus Van Sant ("Milk") spielt er den nach einem Autounfall querschnittsgelähmten amerikanischen Cartoonisten John Callahan (1951 - 2010). Vorlage ist dessen autobiografisches Buch, in dem der Künstler unverblümt und mit bissigem Humor den Kampf gegen seine Alkoholsucht schildert. Jonah Hill sticht als überspannter Leiter einer Therapiegruppe der Anonymen Alkoholiker heraus. Rooney Mara und Udo Kier sind in Nebenrollen zu sehen.

John sitzt nach einem Autounfall im Rollstuhl und ist Alkoholiker – nicht die besten Voraussetzungen im Leben. Aber John ist auch erfolgreicher Karikaturist. Am Ende. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg. Dies ist in Kurzfassung die Lebensgeschichte des US-Cartoonisten John Callahan, die Gus van Sant mit Joaquin Phoenix verfilmt hat. Am Freitag kommt “Don’t Worry. Weglaufen geht nicht” ins Kino.

Don’t Worry – Weglaufen geht nicht: Kurzinhalt zum Film

Zur Weltpremiere in Sundance hatte sich im Jänner ein prominenter Cast versammelt, konnte Starregisseur Van Sant neben Phoenix doch auch andere Größen verpflichten, darunter Jonah Hill als schwulen Mentor, Rooney Mara als Krankenbetreuerin, Udo Kier in der nahezu stummen Rolle eines Alkoholikers und Punk-Feministin Beth Ditto als übergewichtige Herzkranke. Noch dazu Komponist Danny Elfman, der für die Musik verantwortlich zeichnete, und fertig scheint das klassische Biopic-Paket.

Und doch stehen all die hervorragenden Kollegen im Schatten des im Rollstuhl sitzenden Joaquin Phoenix. Der hat das Selbstverständnis als klassischer Method Actor bereits so internalisiert, dass man die Kunst hinter seinen steten Verwandlungen beinahe nicht mehr bemerkt – man erwartet schlicht nichts anderes als eine komplette Transformation, das gänzlich uneitle Aufgehen im Charakter. So nimmt man dem 43-Jährigen den Körperbehinderten vollends ab. Sein John ist dabei letztlich bis zum Schluss kein Sympathieträger, sondern einfach ein Mensch, dessen schiere und über weite Strecken alles andere als glamouröse Existenz porträtiert wird.

Don’t Worry – Die Kritik

Dabei hält sich Van Sant, der auch das Drehbuch zu dem Biopic verfasst hat, an die Autobiografie des 2010 verstorbenen John Callahan. “Don’t Worry” hat dabei nicht primär die Chronologie im Fokus, sondern verschränkt verschiedene Erzählsituationen mit Rückschauen, springt zwischen den Zeitebenen hin und her. John ist zu Beginn ein ziellos durch Portland und sein Leben stolpernder Mann in seinen frühen 20ern, der sich mit Partys und vor allem Alkohol die Zeit um die Ohren schlägt. Bei einer seiner Sauftouren mit seinem Kumpel Dexter (Jack Black) bauen die beiden Männer einen Unfall, der John querschnittsgelähmt zurücklässt.

Dieser Schicksalsschlag wird für ihn allerdings ein Weckruf, der ihm in einem harten Prozess die Kraft gibt, sein Leben in die Hand zu nehmen. John wird Mitglied einer recht eigenwilligen Gruppe der Anonymen Alkoholiker, deren Leiter Donny (Jonah Hill) sein Mentor wird. Ungeachtet der äußerst eingeschränkten Bewegungsfreiheit, entdeckt John schlussendlich sein Zeichentalent. Sein scheinbar ungelenker Strich in Kombination mit seinem schwarzen, politisch gänzlich unkorrekten Humor – im Film durch kurze Animationen präsent – machen ihn alsbald berühmt. Letztlich gelingt es ihm, über seine Alkoholsucht öffentlich zu sprechen und sich mit seinem Leben auszusöhnen.

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(APA/Red)

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