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Don´t smoke: Regierung lässt keine Abstimmung zu

Die nötigen Unterschriften für eine Volksabstimmung wurden nicht erreicht.
Die nötigen Unterschriften für eine Volksabstimmung wurden nicht erreicht. ©APA/ROBERT JAEGER
Die Eintragungswoche des "Don't smoke"-Volksbegehren hat mit gestern geendet. Die 900.000 Unterschriften wurden nicht erreicht. Die Regierung bleibt standhaft, es wird keine Abstimmung geben.
Volksbegehren erreicht 881.569 Unterschriften
Volksbegehren, Volksabstimmung, wo liegt der Unterschied

Die Regierung bleibt hart: Es wird keine Volksabstimmung über das Rauchverbot in der Gastronomie geben, machten ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer und FPÖ-Klubobmann Walter Rosenkranz Montag bei einem “Runden Tisch” des ORF klar. Sie verwiesen jeweils auf ihre Koalitions- bzw. Pakttreue und auf das Regierungsprogramm, das die automatische Abstimmung nach erfolgreichen Volksbegehren erst ab 2022 vorsehe.

Daran hätten auch 900.000 oder eine Million Unterschriften nichts geändert, stellte Rosenkranz klar. Die “Don’t Smoke”-Initiative blieb mit 881.569 Unterschriften knapp unter 900.000 – die die Initiatoren Ärztekammer und Krebshilfe immer als Ziel ausgaben, unter Hinweis darauf, dass FPÖ-Chef Vizekanzler Heinz-Christian Strache dann eine Volksabstimmung in Aussicht gestellt habe.

Frauenvolksbegehren und ORF-Volksbegehren über 100.000 Unterschriften

Die Anmerkung, dass es für die Nichtraucher-Initiative trotz des großen Zuspruchs jetzt “ab in die Schublade” heißt, wollten die Koalitionsklubchefs dennoch nicht gelten lassen. Man werde sich mit diesem Volksbegehren ebenso intensiv im Nationalrat auseinandersetzen wie mit dem Frauenvolksbegehren und jenem gegen die ORF-Gebühren – die auch jeweils deutlich über die 100.000er-Grenze kamen, versicherten Nehammer und Rosenkranz. Und man werde wie im Regierungsprogramm vorgesehen die direkte Demokratie in den nächsten Jahren ausbauen.

Von der Opposition hagelte es dafür Kritik: “Von ihrer Dankbarkeit und ihren Gratulationen haben weder die, die es eingeleitet, noch die, die es unterschrieben haben, etwas”, hielt der stellvertretende SPÖ-Klubobmann Jörg Leichtfried den Regierungsvertretern unter Hinweis auf die “lebensgefährlichen” Gesundheitsrisiken des Rauchens vor. Er appellierte an sie, gemeinsam einen Antrag für eine Volksabstimmung zu beschließen.

Österreicher setzen “klares Signal” bei Don´t smoke

Koalitionstreue sei sicherlich “ein wichtiges Gut”, stellte NEOS-Klubchefin Beate Meinl-Reisinger fest – aber: ÖVP und FPÖ sollten sich doch “einen Ruck geben und rauskommen aus der Selbstfesselung”, in die sie sich da begeben hätten. Knapp 900.000 Österreicher hätten ein “klares Signal” gesetzt, damit Österreich nicht mehr “der Aschenbecher Europas” genannt wird. Auch Liste Pilz-Klubobmann Wolfgang Zinggl sieht die 900.000 Unterschriften als “klaren Auftrag”. Wird ein dermaßen unterstütztes Volksbegehren nicht ernst genommen, sei das ein “Generator für Frustrationen”

ÖVP Bürgermeister plädieren für Volksabstimmung

Der Grazer ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl, der für das Nichtraucher-Volksbegehren selbst die Werbetrommel gerührt hatte, sprach sich im “Kurier” für eine Referendum aus. “Jetzt sollte es auf jeden Fall eine Volksabstimmung geben. Wenn ein Thema politisch nicht zum Heben ist, muss man den Publikumsjoker nehmen”, so Nagl. Auch der Salzburger ÖVP-Bürgermeister Harald Preuner meinte dort, dass “bei einer so hohen Beteiligung ein verbindlicher Volksentscheid möglich gemacht werden” sollte.

“Ich würde dafür plädieren, dieses Volksbegehren zum Anlass zu nehmen, schon früher einen verbindlichen Volksentscheid einzuleiten, nicht erst 2021”, sagte auch der ÖVP-Bürgermeister und Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl im “Kurier”. Riedl kommt aus der niederösterreichischen ÖVP, die der Rücknahme des Rauchverbots von Anfang an kritisch gegenüber stand. “Der Zulauf zeigt, dass unser Koalitionspartner auf Bundesebene die Situation neu bewerten sollte”, so der niederösterreichische ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner. Es sei klar, “dass man den Willen der Bürgerinnen und Bürger umzusetzen hat”.

(APA/Red)

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