Don't Look Up - Kritik und Trailer zum Film

Die Menschheit ist in großer Gefahr - und es ist ihr weitgehend wurscht. Das ist die Erkenntnis, der sich in Adam McKays Satire die beiden Astronomen Kate (Jennifer Lawrence) und Randall (Leonardo DiCaprio) gegenüber sehen, als sie feststellen, dass ein Asteroid auf die Erde zurast und diese zerstören dürfte. So wirklich interessiert sich nämlich niemand für ihre Thesen, auch wenn sich die beiden auf große Medientour begeben. Nicht einmal US-Präsidentin Orlean (Meryl Streep) und ihr Sohn und Stabschef Jason (Jonah Hill) ziehen die richtigen Schlüsse. Dabei bleiben nur mehr sechs Monate bis zum Einschlag. Wie bringt man die Welt dazu, in den Himmel zu schauen?

Vielleicht ist die mit Stars gespickte Weltuntergangssatire von Adam McKay nicht das, was die Welt an Weihnachten braucht. Aber sie ist vielleicht das, was die Welt verdient. "Don't Look Up" ist einer der lustigsten Filme des Jahres. Und es ist der deprimierendste. Nach dem Kinostart am Freitag wird er am Heiligen Abend auf Netflix debütieren.

Don't Look Up - Kurzinhalt zum Film

Die Geschichte ist bemerkenswert vorausschauend, da sie sich wie eine Parabel über die Pandemie anhört, obwohl das Konzept lange vor Corona in den Medien angekündigt wurde und ursprünglich im April 2020 gedreht werden sollte. Jennifer Lawrence und Leonardo DiCaprio spielen die beiden Wissenschafter Kate Dibiasky und Randall Mindy, die entdecken, dass in sechs Monaten ein riesiger Komet auf die Erde krachen und alle Lebensformen auf dem Planeten ausradieren wird. Sie gehen davon aus, dass diese Nachricht die Regierung und das Volk zu Notmaßnahmen aufrütteln wird. Sie liegen falsch.

Wenn doch nur Stanley Anderson ("Armageddon"), Bill Pullman ("Independence Day") oder Morgan Freeman ("Deep Impact") Präsident wären, als man noch glaubte, dass jede Katastrophe von einem Präsidenten gelöst werden könnte. Sie wüssten, was zu tun ist. Aber diesmal sitzt Meryl Streep im Weißen Haus als Präsidentin Orlean, einer Art weiblicher Donald Trump, und die hat wichtigeres zu tun, als sich Sorgen um das Ende der Welt zu machen - wie zum Beispiel Zwischenwahlen oder einen Sexskandal. "Das Timing ist einfach grauenhaft", sagt sie und rollt mit den Augen.

Kate Dibiasky muss also eine Medientour machen, um die Öffentlichkeit vom Ernst der Lage zu überzeugen, und zerstört ihren Ruf ziemlich schnell mit einem Mangel an fernsehfreundlichem Verhalten während eines Talkshowauftritts. "Wir werden alle verdammt nochmal sterben!", brüllt sie in die Kamera und wird prompt zu einem Meme. Unterdessen kommt die sympathische Art von Randall Mindy gut bei den Menschen an, und er verwandelt sich über Nacht in eine Berühmtheit vom Typ Christian Drosten.

Was folgt, sind einige wirklich atemberaubende Dummheiten, Nervenzusammenbrüche und ein Sammelsurium von oft schwarzer Komik, während unsere Wissenschafter versuchen, das Leben auf der Erde zu retten. Wie werden sich die Menschen verhalten, wenn sie erfahren, dass sie nur noch sechs Monate zu leben haben? Es gibt viele verschiedene Bewältigungsmechanismen, die man einschlagen kann, einschließlich der komplettem Verleugnung, die für einen wirklich lustigen Film sorgt. "Das Ende ist nahe - Wird es einen Super Bowl geben?" fragt ein Magazincover.

Don't Look Up - Die Kritik

Die gesamte Besetzung ist verrückt, wenn man sie sich ansieht. Selbst für die Nebenrollen geben sich die Stars die Klinke in die Hand, obwohl Cate Blanchett als verführerische, opportunistische Talkshowmoderatorin und Jonah Hill als absurd unqualifizierter und kleinlicher Stabschef hervorstechen. Ariana Grande beweist einmal mehr ihren Sinn für Humor, die im Wesentlichen eine Version ihrer selbst spielt und eine Ballade auf die Apokalypse singt. Der Weltuntergang wird dann zum Popspektakel. Ron Perlman spielt einen rassistischen Kriegshelden und Timothée Chalamet einen Twitch-Streamer. Und dann ist da natürlich noch Peter Isherwell, der eine herrliche Mischung aus Steve Jobs, Elon Musk und Jeff Bezos verkörpert. Dass keine dieser Rollen einfach nur Cameos sind, ist beeindruckend und ein Beweis für das großartige Talent des Filmemachers Adam McKay.

Der amerikanische Regisseur, bekannt für "Anchorman", "The Bigh Short" und "Vice", versucht hier etwas über die Sozialen Medien, die Politik und die Menschheit im Allgemeinen zu sagen. Leider ist nur wenig davon weit hergeholt. Wenn man sieht, wie in letzter Zeit mit Katastrophen umgegangen wurde, fühlt es sich weniger wie eine andere, fiktive Welt an, als viel mehr eine sehr reale Vorhersage, wie Amerika mit einer solchen Situation umgehen würde. Alles was man tun muss, ist, den Kometen mit der Klimakrise, der Pandemie oder was auch immer zu ersetzen. Es empfiehlt sich, für die Credits am Ende im Kinositz - oder auf der Couch - sitzen zu bleiben. Beides, Lachen und Tränen, wären angebrachte Reaktionen.

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(APA/Red)

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