Donauinsel: Psychisch Kranker stach Joggerin nieder

Der psychisch Kranke attackierte die Joggerin auf der Donauinsel "gegen die Stimmen in seinem Kopf"
Der psychisch Kranke attackierte die Joggerin auf der Donauinsel "gegen die Stimmen in seinem Kopf" ©Bilderbox (Symbolbild)
Ein 28-jähriger psychisch Kranker, der bereits Ende Juni auf der Donauinsel eine Joggerin niedergestochen hatte, wurde nun in eine geschlossene Anstalt eingewiesen.

Ein 28-jähriger Wiener, der am 26. Juni 2011 auf der Donauinsel in Wien-Floridsdorf eine Joggerin attackiert und mit sieben Messerstichen zu Boden gebracht hatte, wurde am 11. Oktober in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

Der psychisch kranke Täter gab an, bereits seit Mai 2010 Stimmen in seinem Kopf zu hören, die ihn als “Schwuchtel” beschimpften. Der Mann leidet an paranoider Schizophrenie und war zum Zeitpunkt der Tat nicht zurechnungsfähig. Die Medikamente, mit denen er die Krankheit in den Griff bekommen hätte sollen, hatte er zuletzt abgesetzt, da sie seine Libido einschränkten: “Ich hab’ sie nicht mehr genommen, um mit meiner Freundin Sex haben zu können. Das war wichtig, sonst hätte die Beziehung nicht so lange gehalten.” Zum Tatmotiv erklärte er: “Ich hatte vor, einen Menschen zu stechen, weil ich wieder die Stimmen gehört habe.”

Der Täter suchte sein Opfer auf der Donauinsel

Um etwas gegen die Stimmen in seinem Kopf zu unternehmen und “um zu beweisen, dass ich nicht schwul bin”, sei er mit einem Küchenmesser auf die Donauinsel gefahren: “Da gibt’s ruhige Plätze, wo man unentdeckt diese Tat begehen kann.” Bei den vielen andren Menschen, die ihm begegnet wären, habe er immer Sympathie empfunden, weshalb sie als Opfer nicht in Frage kamen. Als er gegen 22:00 Uhr bereits nach Hause fahren wollte, stach ihm jedoch eine junge Joggerin ins Auge. Er habe sich “an ihre Fersen gesetzt”, gab der Mann zu Protokoll. Die Joggerin bemerkte das, blieb schließlich stehen, nahm die Stöpsel ihres MP3-Players aus den Ohren und fragte: “Was ist? Brauchst was?” “Nein”, erwiderte der ihr Unbekannte und stach ohne ein weiteres Wort zu.

Viermal wurde die Frau am linken Oberarm getroffen, dreimal in der Brust. “Du weißt, du musst jetzt sterben”, rief der Täter. Als sie um ihr Leben bettelte, ließ der Angreifer von ihr ab und forderte sie auf: “Lauf, lauf um dein Leben.”  Schwer verletzt erreichte die Frau von der Donauinsel aus ein nahe gelegenes Restaurant. Dort leisteten die Angestellten Erste Hilfe und verständigten die Rettung.

“Lauf, lauf um dein Leben!”

Laut psychiatrischem Gutachten war der 28-Jährige zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig. Infolge eines Frontalhirnsyndroms litt der Mann seit längerem an paranoiden Schüben. Dass er statt der abgesetzten Tabletten Heroin konsumierte, war für sein gesundheitliches Befinden auch nicht wirklich förderlich, wie der Psychiater darlegte. Der Schöffensenat sprach gegen den Täter auf der Donauinsel eine zeitlich unbefristete Einweisung in eine geschlossene Anstalt aus, die bereits rechtskräftig ist.

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