Dodik: Keine Kosovo-Anerkennung durch RS

Die Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina wird die Unabhängigkeit des Kosovo "nie anerkennen". Das erklärte der bosnisch-serbische Premier Milorad Dodik nach einem Treffen mit dem serbischen Außenminister Vuk Jeremic in Banja Luka.

Dodik meinte, dass die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo gleichbedeutend mit einer Abspaltung gesehen würde.

“Die Republika Srpska in ihrer Kompetenz wird einen unabhängigen Kosovo nie anerkennen”, so Dodik wörtlich. Er habe mit Jeremic alle wichtigen Themen für Bosnien-Herzegowina besprochen, was auch ein Abkommen für eine engere Bindung an Serbien beinhalte. “Ich bin zufrieden mit der Kooperation mit der serbischen Regierung”, sagte Dodik.

Der serbische Außenminister betonte, dass Serbien als Unterstützer des Dayton-Abkommens die Einigung der dreiköpfigen Staatspräsidiums in Bosnien-Herzegowina befürworte. Die drei führenden Parteien der bosnischen Staatsvölker – Bosniaken (Muslime), Serben und Kroaten – hatten vor wenigen Tagen bei einem Treffen in Sarajevo beschlossen, das seit langem erwartete Verfahren zur Verfassungsreform einzuleiten. Auf Basis des 1995 geschlossenen Dayton-Abkommens besteht Bosnien-Herzegowina aus zwei Entitäten – der Bosniakisch-Kroatischen Föderation und der Serbischen Republik (Republika Srpska) – und drei Staatsvölkern.

Serbien will sich laut Jeremic nicht in interne Angelegenheiten Bosniens einmischen, aber Änderungen am Dayton-Abkommen sollten nur in Einklang mit dem Abkommen geändert werden können. “Wir unterstützen eine stabile und erfolgreiche Republika Srpska innerhalb eines stabilen und erfolgreichen Bosnien-Herzegowinas und es gibt keinen Zweifel, dass wir ein gemeinsames strategisches Ziel haben, dass die EU-Mitgliedschaft ist”, so Jeremic. Alle Länder des West-Balkans sollten so schnell wie möglich Mitglieder der Europäischen Union werden.

“Das Wichtigste ist, dass wiederholt wurde, dass die Republika Srpska innerhalb Bosnien-Herzegowinas, Serbiens volle Unterstützung in Abstimmung mit dem Dayton-Abkommen hat”, meinte der Präsident der Republika Srpska, Rajko Kuzmanovic, nach dem Treffen mit Jeremic. Das Abkommen über eine enge Kooperation mit Serbien habe das Gespräch dominiert, so der Präsident.

“Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, mich mit den Mitgliedern des des dreiköpfigen Staatspräsidiums zu treffen, mit denen ich vieles zu besprechen hätte, weil wir Probleme nicht lösen können, wenn wir nicht reden”, sagte Jeremic. Der kroatische Vertreter im bosnischen Staatspräsidium, Zeljko Komsic, hatte zuvor ein Treffen mit Jeremic abgelehnt.

Der Kosovo hatte im Februar einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien ausgerufen. Belgrad hat sie nicht anerkannt, ebenso wie die große Mehrheit der UNO-Mitglieder. Der junge Staat wird dagegen von 22 der 27 EU-Staaten anerkannt, auch von Österreich.

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