Diverse Sportstätten werden ab 1. Mai wieder geöffnet

Coronavirus: Ab 1. Mai ist der Breitensport in vielen Fällen wieder erlaubt.
Coronavirus: Ab 1. Mai ist der Breitensport in vielen Fällen wieder erlaubt. ©pixabay.com (Symbolbild)
Ab 1. Mai sollen verschiedene Sportstätten für den Breitensport wieder geöffnet werden. Das teilte Sportminister Werner Kogler am Mittwoch in einer Pressekonferenz mit.

Die nächsten Lockerungen der COVID-19-Maßnahmen betreffen den Sport. Wie Fachminister Werner Kogler (Grüne) am Mittwoch erklärte, sollen ab 1. Mai diverse Sportstätten vom allgemeinen Betretungsverbot ausgenommen sein. Als Beispiele nannte der Vizekanzler Leichtathletik-Anlagen, Tennisplätze, Golfplätze, dazu Pferdesport- und Schießanlagen. Spitzensportler dürfen schon früher wieder trainieren.

"Durch die Ausgangsbeschränkungen steigt natürlich das Bedürfnis nach Bewegung, und zwar vor allem außerhalb der eigenen vier Wände", sagte Kogler. "Außerdem ist Frühling, es gibt den Drang nach draußen. Da wollen wir mehr ermöglichen als bis jetzt."

Erste Sportarten ab 1. Mai wieder erlaubt

Mehrmals verwies der Sportminister bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) auf den Hausverstand, wonach aus gesundheitspolitischen Gründen Sportarten mit geringerem Körperkontakt gegenüber Mannschafts- und Kampfsportarten bevorzugt würden. Für Liebhaber von Tennis, Golf, Reiten, Leichtathletik, Schießen, Segelfliegen und anderen Outdoor-Aktivitäten bedeutet dies gute Nachrichten, denn für sie soll es ab 1. Mai wieder Möglichkeiten geben, ihrem Hobby nachzugehen.

Auch andere Sportarten sollen dazugehören, Kogler wollte keine "taxative" Liste vorlegen. Mehr Klarheit dürften die entsprechenden Verordnungen des Gesundheitsministeriums bringen, die in Vorbereitung seien. Die Fachverbände seien aufgefordert, spezielle Empfehlungen abzugeben. Beim Tennis könnte es beispielsweise notwendig werden, dass jeder der beiden Spieler mit seinen eigenen Bällen aufschlägt. Diese könnten markiert werden, der traditionelle Hand-Shake nach einem Match müsste wohl entfallen. Die Innenanlagen der betroffenen Sportstätten (Kabinen, Duschen, Kantine etc.) sollen bis auf Weiteres geschlossen bleiben.

Profisportler werden vorgezogen

Profisportler sollen idealerweise schon ab Anfang nächster Woche durch eine Ausnahmeregel trainieren dürfen - und zwar auch in Indoor-Einrichtungen, was im Hobbybereich nicht erlaubt ist. Wie Kogler ausführte, betrifft dies 600 Personen, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch den Sport bestreiten. Auch dafür müssten vorher die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, wobei sich der Grünen-Vorsitzende optimistisch zeigte, dass dies bis 20. April gelingen könnte. Die Auflagen: Es brauche "mindestens 20 Quadratmeter" pro Person, der Mindestabstand zu anderen soll zwei Meter betragen.

Auch die Clubs der Fußball-Bundesliga können wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. In Kleingruppen von bis zu sechs Spielern solle die Vorbereitung auf die Fortsetzung der Meisterschaft unter Ausschluss von Zuschauern ("Geisterspiele") erfolgen. Wann - und unter welchen Bedingungen - die Bundesliga den Spielbetrieb wieder aufnehmen wird, ist noch offen.

Laufen und Radfahren unter Mindestabstand

Laufen und Radfahren durfte man auch seit Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen Mitte März - allerdings nur unter Einhaltung eines Mindestabstands zu anderen. Nach einer Studie der Universitäten Leuven und Eindhoven, die Kogler zitierte, sollte dieser aber künftig nicht 1,5 Meter betragen, sondern wesentlicher größer sein. Für das Laufen erwähnte Kogler zehn Meter, für schnelles Radfahren bei etwa 30 km/h 20 Meter. Das sei eine Empfehlung, die sich daraus ergebe, dass bei Ausdauersportarten anders ein- und ausgeatmet werde, potenziell infektiöse Tröpfchen weiter fliegen könnten.

In puncto Veranstaltungen mit Publikum wollte Kogler "gar keine großen Hoffnungen wecken". Es werde in den nächsten Monaten "mit der Zusammenkunft von Menschen auf engem Raum" schwierig werden - "aber auch da gibt es Überlegungen, wie wir das handeln könnten". Vorstellen könne er sich etwa ein Formel-1-"Geisterrennen" im Juli in Spielberg. Er sei dazu ständig Kontakt mit dem steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. Das Problem dürften die Ein- und Ausreisebestimmungen werden, deutete er an.

Verbände begrüßen Lockerungen für Breitensportler

Freizeitsportler sehnen den 1. Mai herbei. Dann wird nach Ankündigung von Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler vom Mittwoch auch wieder die Ausübung von bestimmten Sportarten im Freien möglich sein, deren Anlagen derzeit gesperrt sind. Betroffene Verbände wie Tennis, Golf und Pferdesport begrüßen die Öffnungen. Sport-Austria-Chef Hans Niessl will auch Lockerung für gewisse Hallensportarten.

"Das sind äußerst gute Neuigkeiten für den Tennissport. Das schöne Wetter lädt geradezu dazu ein, Tennis im Freien zu spielen. Wir sind also sehr froh und glücklich, uns zu jenen Sportarten zählen zu dürfen, die von den Lockerungen als Erste profitieren", sagte ÖTV-Präsidentin Christina Toth in einer Aussendung. Man sei sich aber bewusst, dass man verantwortungsvoll mit diesem Privileg umgehen müsse.

Generalseketär Thomas Schweda sagte der APA, man werde rasch Parameter erarbeiten, damit wieder ein geordneter Tennisbetrieb möglich sei. Wegen der nötigen Vorlaufzeit sei es jedoch schon jetzt nötig, die Plätze für den 1. Mai startklar zu machen. Das müsse von der Behörde noch klargestellt werden.

Nur Einzel, kein Doppel

Alexander Antonitsch hat über seine Plattform gemeinsam mit rund 800 Clubs und zwei Gesundheitsexperten zehn "Gebote" erarbeitet, damit auf dem Platz alle Auflagen erfüllt werden können. Dazu gehört etwa, nur Einzel und kein Doppel zu spielen, Distanz beim Seitenwechsel und bei den Sitzbänken zu wahren, die Bälle eventuell zu markieren und nur die eigenen in die Hand zu nehmen, keine Clubräume mit Umkleideräumen zu nutzen sowie Online-Reservierung und nur Einzeltraining zu ermöglichen.

Golfverbands-Präsident Peter Enzinger sprach von einem sehr positiven Schritt. "Wir stehen in den Startlöchern", erklärte der ÖGV-Chef und hob nicht nur die Bedeutung für die rund 100.000 Mitglieder hervor, sondern nannte auch die wirtschaftliche Situation der Platzbetreiber mit rund 5.000 Beschäftigten in diesem Bereich an. Da würden "riesige Kosten" anfallen, ein Monat des Spielbetriebs sei ausgefallen. Deshalb hoffe man auf Unterstützung, um den Schaden in Grenzen zu halten.

Reitunterricht wieder möglich

Im Pferdesport werden Ausritte auch in Gruppen sowie Reitunterricht wieder möglich sein, wenn die weiterhin geltenden Regeln wie Abstand und Hygiene eingehalten werden. "Gut, dass unsere Pferdesport-Community und vor allem die Reitschulen und der Reitunterricht endlich eine Perspektive bekommen haben", erklärte Verbands-Präsidentin Elisabeth Max-Theurer. Der OEPS werde entsprechende vernünftige Empfehlungen für die einzelnen Bereiche zusammenstellen.

Hans Niessl, der Präsident von Sport Austria (Bundes-Sportorganisation), bezeichnete den Ausstieg aus den Betretungsverboten für Breitensportanlagen als nachvollziehbar, vermisste aber einige Punkte. "Allerdings stellt sich die Frage, warum man nur diese Freiluftsportarten erlaubt und nicht auch Hallensportarten wie z.B. Tischtennis und Badminton, bei denen automatisch ein großer Abstand gegeben ist. Selbstverständlich auch hier unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen", fragte Niessl in einer Aussendung.

(APA/Red)

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