Diskussionen um Organtransplantationen am Wiener AKH: Kritik aus Athen

Für griechische Spezialisten ist die Kritik am AKH unverständlich.
Für griechische Spezialisten ist die Kritik am AKH unverständlich. ©APA/HANS KLAUS TECHT
Das Wiener AKH ist derzeit mit schweren Vorwürfen anlässlich einer im Oktober durchgeführten Lungentransplantation konfrontiert. Griechische Spezialisten haben sich nun zu Wort gemeldet - für sie ist die Kritik "unverständlich".
Vorwürfe gegen Wiener AKH
Chirurg meldet sich zu Wort

Heftige Kritik an den Medienvorwürfen und eine Erklärung durch Eurotransplant forderte am Samstag der Präsident der griechischen Transplantationsorganisation, Andreas Karabinis, in einem der APA vorliegenden Brief. Darin wird bestätigt, dass der Eingriff in Wien auf dringendem Wunsch der griechischen Ärzte erfolgt sei.

Griechische Spezialisten: Schwere Anschuldigungen "unverständlich"

"Im Lichte dessen, dass der gesamte Prozess transparent und im Einklang mit allen Regeln ablief, verstehen wir nicht, wie hier Kritik aufkommen kann. (...) Es ist auch nicht verständlich, dass hier schwere Anschuldigungen dafür getätigt werden, dass das Wiener Team uns dabei geholfen hat, unser Programm aufzustellen, während Eurotransplant jegliche Hilfe schuldig blieb", heißt es in dem Schreiben an Eurotransplant.

Verband der Herz- und Lungentransplantierten loben niedrige Sterberate

Samstagabend meldete sich gegenüber der APA auch der Österreichische Verband der Herz- und Lungentransplantierten mit rund 150 Empfängern von Spenderlungen als Mitglieder zu Wort: "Unsere Patienten haben sehr großes Vertrauen in den korrekten Umgang mit den Spenderorganen und deren Verteilung an die Empfänger. Die Versorgungssicherheit der österreichischen PatientInnen ist ausgezeichnet. Dies wird unterstrichen durch die niedrige Sterberate (auf der Warteliste; Anm.) von 1,3 Prozent. In besonderer Weise haben die Kooperationen mit den osteuropäischen Ländern zur Versorgungssicherheit beigetragen."

Auch Vorwürfen bezüglich finanzieller Vorteile für die die Wiener Chirurgen bzw. das AKH durch ausländische Transplantationspatienten wurde widersprochen. Klar sei, dass das Wiener AKH den Krankenversicherungen der ausländischen Patienten die Kosten für die Eingriffe in Rechnung stelle.

Wiener Chirurg Klepetko meldet sich zu Wort

"Das können je nach Krankenhausaufenthaltsdauer 70.000 oder 100.000 Euro sein. Das gesamte Ärzteteam erhält für den enormen Mehraufwand solcher Aktionen 17.000 Euro. Davon erhalte ich 20 Prozent, zwölf Prozent bekommt das AKH als Beitrag zur Infrastruktur, der Rest geht an das gesamte Team. Das ist ein völlig legaler und transparenter Prozess. Es zahlen die Krankenversicherungen der jeweiligen Länder, nicht die Patienten", sagte Klepetko. Die Hilfe seines Zentrums für beim Aufbau von Lungentransplantationsprogrammen in anderen Ländern hätten durch die Kooperationen insgesamt zu einer positiven Bilanz bei den aufgebrachten Spenderorganen geführt.

(APA/Red)

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