"Die Zahlen werden weiter steigen"

Univ.-Prof. Dr. Norbert Nowotny, Virologe
Univ.-Prof. Dr. Norbert Nowotny, Virologe ©VOL.AT
Das Infektionsgeschehen macht in der wärmeren Jahreszeit keine Pause. Die derzeitige Sommerwelle zieht weiter an.

Gleichzeitig gehören so gut wie alle Corona-Maßnahmen der Vergangenheit an. Zur aktuellen Corona-Lage nahm der Virologe Norbert Nowotny am Mittwoch bei "Vorarlberg LIVE" Stellung. "Die Zahlen steigen, und sie werden weiter steigen", betonte er.

Hauptgrund sei, dass die Immunität in der Bevölkerung nachlasse. Wer auf die angepassten Impfstoffe im Herbst warte, dem müsse das relative Ansteckungsrisiko klar sein. Älteren und Personen mit Vorerkrankungen, unabhängig vom Alter, rät der Experte aber unbedingt dazu, sich jetzt schon den vierten Stich abzuholen.

Schutz vor schwerem Verlauf

Das nationale Impfgremium NIG empfiehlt die vierte Impfung derzeit für alle Menschen ab 80, sowie Risiko- und geschwächten Personen. Eine Senkung auf 65 Jahre ist bereits im Gespräch. Wer nicht zu diesen Gruppen gehört, aber sich ebenfalls erneut impfen lassen will, dem soll eine Auffrischung aber nicht vorenthalten werden, hält das NIG fest. "Es muss letztlich jeder für sich entscheiden",  erklärt Nowotny. Wer gesund sei, könne das Risiko zum aktuellen Zeitpunkt auf sich nehmen. Anders sehe es bei den genannten Gruppen aus, sie sollten sich schon vorher wieder impfen lassen, bekräftigt der Experte. Auch wenn die Impfstofef noch nicht an Omikron angepasst seien, schütze er doch vor einem schweren Verlauf. Damit verbaue man sich auch nicht den künftigen Schutz im Herbst oder Winter. Denn eine mögliche fünfte Impfung werde wohl frühestens vier Monate nach dem vierten Stich mit einem der angepassten Vakzine möglich sein.

Mögliche Einschränkungen im Herbst

Ob strenge Einschränkungen wieder zurückkommen, kann der Virologe nicht beantworten. "Da müsste ich Hellseher sein." An eine Rückkehr der Maske glaubt er aber, handle es sich doch um eine der einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen, die auch vor anderen Erkrankungen wie grippale Infekte oder Grippe schütze. Alles andere hänge auch davon ab, ob im Herbst nach wie vor Omikron-Untervarianten wie aktuell BA.4 und BA.5 das Infektionsgeschehen beeinflussten. Diese führten im Normalfall zu keinem schweren Verlauf - ausgenommen eben bei Älteren und Risikogruppen. "Diese Untervarianten sind aus der Sicht des Virus heraus fast perfekt, sie sind ansteckender und entziehen sich immer mehr unserem Immunsystem", erklärt Nowotny. Sollten sie weiterhin dominant bleiben, würden Einschränkungen wie Lockdowns wohl nicht mehr notwendig sein.

Die gesamte Sendung

Die Sendung "Vorarlberg LIVE" ist eine Kooperation von VOL.AT, VN.at, Ländle TV und VOL.AT TV und wird von Montag bis Freitag, ab 17 Uhr, ausgestrahlt. Mehr dazu gibt's hier.

(VOL.AT)

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