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Die Wiener Feuerwehr hat das heißeste Haus von Floridsdorf

Küchenbrand mit Fett. Schlechteste aller Ideen: Wasser draufschütten... die Stichflamme kostet sicher nicht nur die Augenbrauen!
Küchenbrand mit Fett. Schlechteste aller Ideen: Wasser draufschütten... die Stichflamme kostet sicher nicht nur die Augenbrauen! ©vienna.at/Paul Frühauf
Da gibt's ein Haus in Floridsdorf, das brennt jeden Tag ab. Und das Beste ist: Die Bewohner machen sich nicht einmal allzu große Sorgen deswegen...
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Im feurigen Haus

“Alles nur Theaterrauch”, sagt Bernhard Bauer, Herr über das Brandübungshaus der MA68 (Wiener Feuerwehr) und lässt die rauchfreie Gasflamme ein bisschen höher züngeln. Es wird sehr rasch sehr warm in dem kleinen, dunklen Raum, der vollkommen vom strahlenden Wetter draußen abgeschottet in seiner eigenen Welt ist. “Hier findet ein Teil der Grundausbildung statt”, so Bauer. Die engen, dunklen und im Übungsfall verrauchten Räume sind ideal, um einen ganz normalen Wohnungsbrand nachzustellen – und auch sehr schnell zu sehen, wer von den Rekruten schon in so einer (kontrollierten) Stresssituation in Panik verfällt. 

Die Wiener Feuerwehr im Dauereinsatz

Zu beinahe 40.000 Einsätzen fahren die rund 1700 Männer und drei Frauen der Wiener Feuerwehr pro Jahr aus. Das sind natürlich nicht alles Brände, sondern auch technische Hilfseinsätze, Hilfe bei Unfällen und so weiter. “Immer, wenn Personen in einer Zwangslage sind – das bedeutet, wenn sie sich nicht mehr selbst helfen können – dann rücken wir aus”, so Feuerwehr-Offizier Alexander Wilhelm. Die Bandbreite ist dabei sehr hoch. Vom Großbrand bis hin zum Lausbuben, den oben auf dem Baum der Mut zum Abstieg verlassen hat, ist alles dabei. 

Viel Gas für realistische Simulationen

Zurück im Übungshaus bereitet Bernhard Bauer ein besonderes Schmankerl für den angehenden Pyromanen. Er dreht einen Hahn auf, und aus der Wand schießt eine sechs, sieben Meter lange Stichflamme. Ein Gasbrand! An diesem Ventil lernen die jungen und üben die erfahrenen Feuerwehrmänner, wie man diese gefährliche Brandvariante mit nicht mehr abreißendem Brennstoffvorrat bekämpft. “Nein”, so Bauer. “Mit Hausmitteln geht das nicht mehr.” Die Männer der Wiener Feuerwehr versuchen in so einem Fall übrigens, die Stichflamme mit Löschmitteln abzudrängen und so schnell wie möglich die Gaszufuhr zu kappen. 

Im Übungshaus gibt es aber noch mehr und alltäglichere Brandvarianten. Ein Kochtopf voller Fett beginnt zu brennen (KEIN Wasser sondern den Deckel drauf!), im Schlafzimmer brennt es, eine der typischen Zwischendecken in Büros mit jeder Menge Kabel drin fängt Feuer, im Keller nähert sich der Brand bedrohlich einigen Gasflaschen… in Floridsdorf können solche Szenarien relativ gefahrlos durchgespielt werden. 

Standardsituationen für die Brandbekämpfung

Besonders stolz ist Alexander Wilhelm auf die Ausbildung seiner Männer. “Jedes Feuer ist anders”, sagt der erfahrene Feuerwehroffizier. “Man muss aber trotzdem Standard-Vorgehensweisen einüben. Dabei darf die Flexibilität allerdings niemals verloren gehen.” Und geübt wird viel: Während vienna online auf Besuch bei der Feuerwache war, wurde im Hof mit den beeindruckenden Drehleitern trainiert. Höhenangst, Klaustrophobie, schwache Nerven? Ausschlussgründe von der sehr beliebten Feuerwehrkarriere.  

Im Rauch-Durchzugsraum der Wiener Feuerwehr

Ein Container, ein Geruch wie in einem abgebrannten Haus. Bernhard Bauer erklärt, dass hier gelehrt wird, wie Brände entstehen. “Das System kommt aus Schweden”, erzählt er. Auf einer kleinen Plattform wird dabei Holz verbrannt, der Rauch zieht in den Container, in dem die Männer unter Atemschutz sitzen. Diese etwas andere Variante der finnischen Sauna ist oft in Betrieb, wie auch die verschnupfteste Nase leicht feststellen kann. Draußen steht ein verbranntes Auto. “Das”, so Bauer, “stellen wir für Trainingszwecke auch schon mal vor die Gasflamme.” Und genau so sieht der arme, misshandelte Passat auch aus… 

Weihnachtliche Brandtipps vom Feuerprofi

Weihnachtszeit ist immer wieder gerne Brandzeit. “Obwohl”, so Alexander Wilhelm, “sich doch ein Bewusstsein für die Sicherheit bei Christbäumen bildet.” Der Klassiker in Sachen Weihnachtsbränden ist die vertrocknete Tanne nach Jahreswechsel. “Man sollte den Christbaum so lange wie möglich feucht lagern”, so der Brandprofi. “Und natürlich darauf achten, dass die Kerzen frei stehen. Am besten ist übrigens eine elektrische Beleuchtung, auch wenn sie nicht so stimmungsvoll ist. Aber die Gefahr ist einfach kleiner.” Ein vertrockneter Baum brennt übrigens durch die schöne Kombination aus Harz, trockenen Nadeln und jeder Menge Luft dazwischen explosionsartig. Innerhalb von 30 Sekunden kann ein ganzer Raum abgefackelt sein. 

Ganz wichtig ist dem Offizier der Wiener Feuerwehr, was eigentlich das ganze Jahr, ganz speziell aber zu Weihnachten gilt: Kleine Kinder und Streichhölzer bzw. Feuerzeuge sind ein gutes Rezept für ein Desaster. “Natürlich müssen Eltern das ganze Jahr aufpassen”, so Wilhelm. “Aber in der Weihnachtszeit ist die Verlockung für Kinder viel größer. Mit all den Kerzen kann einfach zu viel passieren.” Was ist also die beste Medizin gegen Brände? Wilhelm schmunzelt. “Menschen machen Fehler”, sagt er diplomatisch.

Um die zu vermeiden, solllte man ganz schnell die Website der Wiener Feuerwehr ansurfen und sich die grundlegenden Regeln zu eigen machen! 

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