Die Volkshochschule Hernals feiert Geburtstag

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Vor kurzem wurde die Volkshochschule Hernals 20 Jahre alt. Alexander Schöpf (BZ) traf die Leiterin der VHS Andrea Wagner-Staritz aus diesem Grund zu einem Interview.

Andrea Wagner-Staritz hat sich in ihrem Leben genau ein Mal um eine Stelle beworben – vor über 10 Jahren für die Leitungsfunktion der Volkshochschule Hernals. Letztes Jahr hat sie den Job bekommen. „Das war wohl die längste Evidenz aller Zeiten“, erinnert sich die gebürtige Niederösterreicherin lachend im Gespräch mit der BZ:

bz: Was haben Sie eigentlich gemacht bevor Sie die Leitung der VHS Hernals übernommen haben?
Ich war als Selbstständige in der Erwachsenenbildung tätig. Es war eine Mischform aus Lehrtätigkeit und firmeninternen Trainings im Kommunikationsbereich und in der Teamentwicklung. Ich habe das sehr gerne gemacht.

bz: Warum haben Sie dann die Stelle an der Volkshochschule angenommen?
Als mich Michaela Judy (Leiterin der VHS Ottakring – Anm. d. Red.) angerufen hat und mich gefragt hat, ob ich an der Stelle noch interessiert sei, wollte ich zuerst eigentlich absagen. Ich war aber erwachsen genug, zu sagen, dass ich es mir überlegen würde. Dass ich dann doch zugesagt habe, hatte wohl auch mit dem Bedürfnis zu tun, irgendwo zugehörig sein zu wollen. Wenn man selbstständig Seminare hält, dann ist man ständig auf der Reise, was auch schön ist. Aber Zugehörigkeit gibt es nie. Das zweite starke Argument war die hohe Identifikation mit der Volksbildung an sich. Da ich aus einer Niederösterreichischen Arbeiterfamilie komme, weiß ich, dass ich ohne den Gedanken der Volksbildung vermutlich nie eine höhere Schulausbildung machen hätte können.

bz: War die Umstellung von der Selbständigkeit auf ein Angestelltenverhältnis groß?
Jeden Tag an den gleichen Ort zu gehen, war mir bis dahin völlig unbekannt. Aber auch in eine große Organisation eingebunden zu sein, ist etwas ganz etwas anderes, als als Konsulentin zugezogen zu werden.

bz: Wie schaut Ihre Arbeit genau aus?
Im Grunde ist es ein Kreislauf, der damit beginnt ein Programm zu erstellen. Wir bieten hier in Hernals im Moment etwa an die 450 Kurse und Veranstaltungen an. Die müssen erstmal gemeinsam mit den Kursleitern erdacht und formuliert werden. Danach werden die Termine zugewiesen und ins Programmheft aufgenommen. In der Endphase gibt es das Layout und die endgültige Programmerstellung. Der nächste Schritt sind die Vertragserstellungen für die Kursleiter. Wenn die Kurse zu Semesterbeginn starten, werden sie ständig gewartet und die Teilnehmer betreut. Dazu haben wir in Hernals viele Veranstaltungen und Ausstellungen, die vorbereitet und durchgeführt werden wollen.

bz: 450 Kurse klingen nach sehr viel.
Für die Räumlichkeiten, die wir zur Verfügung haben, ist es unfassbar viel.

bz: Nach welchen Kriterien werden die Kurse ausgesucht?
Einerseits kommen viele Angebote von außen, und andererseits gibt es in Hernals ein ganz starkes Team, wo jede Sekretariatsmitarbeiterin ein spezielles inhaltliches Feld bearbeitet, wie Elisabeth Fischer die Bewegungskurse, Elisabeth Koller die Kinderkurse oder Roswitha Schütz die Musikkurse. Silvia Guidolin ist als pädagogische Assistentin für die Bereiche Küche und Sprachen zuständig.

bz: Die Hernalser Volkshochschule ist eine Zweigstelle der VHS Ottakring. Können Sie autonom agieren oder wird Ihnen viel drein geredet?
Wir sind sehr autonom, weil wir wirklich mit Michaela Judy die optimale Chefin in Ottakring haben. Einen großen Anteil daran, dass sich die VHS Hernals so selbstständig entwickelt hat, hat meine Vorgängerin Francesca Ferraris. Solange es in Hernals gut läuft, redet niemand drein und trotzdem gibt es ein Forum für inhaltliche Auseinandersetzung mit der Leitung und den Kolleginnen in Ottakring. Das ist wirklich optimal und ich könnte mir auch keine bessere Situation vorstellen.

bz: Gibt es von politischer Seite Einflussnahme in Ihre Arbeit?
Nein, überhaupt nicht. Die Zusammenarbeit mit den Parteien hier im Bezirk ist ausgezeichnet. Ich halte Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer wirklich für eine begnadete Netzwerkerin, die sehr umsichtig Kontakte herstellt. Sie hat immer ein offenes Ohr, wenn es Probleme gibt. Durch ihre Anwesenheit bei Austellungseröffnungen usw. zeigt sie auch nach außen, dass sie zur Bildungseinrichtung Volkshochschule steht. Das ist ganz wichtig für uns, weil es für viele Ausstellenden also Auszeichnung empfunden wird, wenn jemand von offizieller Seite dabei ist.

Das Gespräch führte Alexander Schöpf von der Bezirkszeitung

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