Die Trüffeljäger - Kritik und Trailer zum Film

Tief in den Wäldern des italienischen Piemont macht sich ein Trupp alter Männer samt ihrer Hunde auf die Jagd - nach dem wertvollen weißen Alba-Trüffel. Und doch ist dieses Ziel letztlich nur ein Nebenschauplatz im Dokumentarfilm "Die Trüffeljäger". Vielmehr geht es um die altersweisen Männer, die darüber philosophieren, was ein gutes Leben ausmacht - und die eine oder andere Antwort parat haben.

Ein Hund, der durch eine mit Raureif bedeckte italienische Wiese sprintet. Mit dieser ersten Aufnahme zeigt Michael Dwecks und Gregory Kershaws Dokumentarfilm "Die Trüffeljäger" von Beginn an, worum es den titelgebenden Personen geht. Der Film ist ein liebevolles Porträt ehrlicher alter Männer sowie eine Geschichte über die innige Beziehung zwischen Mann und Hund, die Liebe zur Natur, das Älterwerden und die Gier der Konsumgesellschaft. Ab Freitag im Kino.

Die Trüffeljäger - Kurzinhalt zum Film

In Gesprächen miteinander, mit ihren Hunden und bei der Trüffelsuche im Wald lernt man die Protagonisten des Films kennen. Sie sind bunte Charaktere der älteren Generation, manche von ihnen bereits jenseits der 80. Frauen und Familien sind im Film bis auf eine Ausnahme nicht präsent, zur Seite stehen den Männern vielmehr ihre Vierbeiner, sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause. Die geliebten Trüffelhunde sind für sie viel mehr als nur Mittel zum Zweck. Aurelio feiert den Geburtstag seiner Birba - die für ihn wie die Tochter ist, die er nicht hat - und isst mit ihr am Tisch, Carlo holt kirchlichen Segen für seine Titina. Und auch die Kameraführung lässt die Hunde gelegentlich zu Protagonisten werden und zeigt die Perspektive von Birba, Titina, Fiona und Co, die im wilden Sprint durch den Wald jagen.

Visuell ist der Film stets überzeugend. Mit ihrer Kamera fangen die beiden Regisseure ungewöhnliche, ansprechende Perspektiven ein. Die Trüffeljäger geben auf einer Leiter in ihrem Garten stehend, hinter einem Berg Tomaten oder zwischen Bücherstapeln im Herrgottswinkel Einblicke aus ihrer allgemein wenig beleuchteten Profession. Dabei grübeln alle von ihnen über ähnliche Probleme, denn sie werden langsam zu alt für die die körperliche Arbeit. Doch was kommt danach? Und was passiert mit ihren Hunden, wenn sie nicht mehr da sind?

Die Trüffeljäger - Die Kritik

Auf eine Narration wird in "The Truffle Hunters" verzichtet. Dweck und Kershaw gelingt auch ohne diesen Griff in die dokumentarfilmische Grundlagenkiste eine kohärente und aufschlussreiche Erzählung. Den bodenständigen Trüffeljägern stellen sie die jüngeren, profitgierigen Händler gegenüber, die die Trüffel für wenig Geld an- und für viel Geld verkaufen. Der Handel findet dabei entweder in dunklen Gassen oder auf Großveranstaltungen statt, bei denen die gereinigten Trüffel - kein Brocken Erde erinnert mehr an ihre schmutzige Herkunft - auf Samtkissen präsentiert werden. Auch Kunden und Jäger könnten nicht unterschiedlicher sein: Hier die vornehmen Leute, die sich Trüffel für einen vierstelligen Betrag leisten können, da die bodenständigen Männer, die für die umständliche Beschaffung derselben einen dreistelligen bekommen. Ein ehemaliger Trüffeljäger, dem die grassierende Gier zu viel wurde, muss immer noch aufdringliche Händler abweisen. Fraglich bleibt, wie die Trüffeljagd aussehen wird, wenn seine Generation nicht mehr hier ist.

Trotz der unschönen Hintergründe bleibt das Gefühl, mit dem man die Filmvorstellung verlässt, ein positives. Denn wo auf der einen Seite die Gier nach Materiellem und auf der anderen die Lebensfreude steht, gewinnt stets die Lebensfreude. Diese ist den Trüffeljägern in jedem Moment ins Gesicht geschrieben. So sehr, dass einem von ihnen von einem Priester versichert wird, dass er die Trüffeljagd auch im Leben nach dem Tod nicht aufgeben müsse. Bis dahin werden Carlo - entgegen der strengen Empfehlung seiner Frau - und viele seiner Kollegen wohl auch in diesem Leben weitermachen.

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(APA/Red)

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